Sprache

Workshops Sozialraumtagung 2026

Möglichkeiten zur Vertiefung bieten diverse Workshops und Exkursionen. 
Es werden zwei Vertiefungsserien angeboten. Die definitive Zuteilung erfolgt nach Anmeldeschluss. 

ArchitekturWerkstatt St.Gallen: Wenn der Blumenbergplatz erzählen könnte… Auf Spurensuche nach vergangenen Transformationsprozessen

Wie haben sich frühere Generationen in den Stadtraum St.Gallens eingeschrieben – wie ist er geformt, transformiert und genutzt worden, was ist davon heute erhalten und sichtbar geblieben, welches Potential birgt er? 
In einer kollektiven Feldforschung rund um den Blumenbergplatz erkundet der Workshop die räumlichen, baulichen, sozialen und ökologischen Veränderungen dieses städtischen Knotenpunkts im Lauf der Zeit. Anhand von selbst gefertigten Skizzen, Fotos, Frottagen und Audioaufnahmen sowie Karten, historischen Bildern und Archivdokumenten sollen sichtbare wie auch verborgene Spuren von Entwicklungen, Umbrüchen und Aneignungen entdeckt, interpretiert, veranschaulicht und diskutiert werden. Aus den Beobachtungen entsteht so ein gemeinsames Mapping, das Vergangenheit und Gegenwart des Ortes miteinander verknüpft und mögliche Szenarien für die Zukunft andenken lässt.

Information: Der Workshop findet draussen statt. Bitte kleiden Sie sich entsprechend. 

IDEE, IFSAR und Areal Bach, Projekt NatureScape: Was bleibt, was wirkt? Das Areal Bach umweltgerecht weiterdenken

Wie können naturbasierte Lösungen über ihre Pilotphase hinaus dauerhaft zu solidarischen, umweltgerechten Städten beitragen? Das Forschungsprojekt NatureScape geht dieser Frage in sieben europäischen Städten nach. In St.Gallen erforscht die OST-Forschungsgruppe das Areal Bach am Bahnhof St. Fiden – einst Lager- und Parkplatz, heute grüner Quartier- und Begegnungsraum mit bis 2030 gesicherter Zwischennutzung. Ob solche Lösungen transformativ wirken und Umweltgerechtigkeit fördern, hängt davon ab, wie sie langfristig getragen, gepflegt und weiterentwickelt werden. Das macht die Fragen für das Areal Bach konkret: Wie lassen sich gewachsene ökologische und soziale Qualitäten in die künftige Gestaltung und Nutzung einbringen? Wie müssen der Verein Areal Bach, die Stadt und weitere Beteiligte zusammenarbeiten, damit das gelingt? Ein Rundgang verbindet Eindrücke vor Ort mit Erkenntnissen aus der Forschung. Anschliessend entwickeln die Teilnehmenden gemeinsam Ideen zu diesen Fragestellungen.

  • Prof. Dr. Selina Ingold, IDEE Institut für Innovation, Design und Engineering, OST – Ostschweizer Fachhochschule
  • Corinne Dickenmann, IDEE Institut für Innovation, Design und Engineering, OST – Ostschweizer Fachhochschule
  • Hannah Marti, IDEE Institut für Innovation, Design und Engineering, OST – Ostschweizer Fachhochschule
  • Prof. Raimund Kemper, IFSAR Institut für Soziale Arbeit und Räume, OST – Ostschweizer Fachhochschule

In Kooperation mit: Verein Areal Bach

Information: Der Workshop findet draussen statt. Bitte kleiden Sie sich entsprechend. 

Verein Gemeingut Boden: Wem gehört der Boden – und wer entscheidet über den Raum?

Boden ist nicht nur Fläche, sondern Macht, soziale Infrastruktur und Möglichkeit. Wer über ihn verfügt, entscheidet über Zugang, Teilhabe und Ausschluss. Im Workshop öffnen wir einen Denkraum: Wie kann Boden gemeinwohlorientiert genutzt werden? Was bedeutet es, Raum zu beleben – also Beziehungen, Begegnung und Gemeinschaft zu ermöglichen – statt ihn nur zu bespielen, wo Aktivitäten temporär bleiben und von aussen kommen? Welche sozialen Innovationen entstehen, wenn Raum anders gedacht werden kann? Und wie gehen wir mit Räumen um, die öffentlich wirken, aber Privateigentum sind (Privately Owned Public Spaces (POPS))? Gemeinsam sammeln und diskutieren wir Impulse und Ideen für einen Umgang mit Boden, der Gerechtigkeit stärkt, indem er Zugang öffnet und Ausschlüsse reduziert.

Kollektiv Ostwind: MashAllah, Bro! Sprache, die verbindet

Post-migrantische Sprache und Gesellschaft: Transformation findet statt:

Der Workshop beschäftigt sich mit dem Wandel von Sprache in einer post-migrantischen Gesellschaft. Im Fokus stehen neue Begriffe und Ausdrucksformen, die durch Generationen, Migration und kulturelle Vielfalt geprägt werden.
Ein Kurzfilm mit Jugendlichen und Menschen anderer Generationen macht unterschiedliche Sprachwelten sichtbar. Ein anschliessendes Sprach-Quiz lädt dazu ein, spielerisch zu entdecken, wie sich Sprache verändert – und was Sprache über Zugehörigkeit und gesellschaftliche Teilhabe erzählt.

ETH Wohnforum, Projekt ReHousin: Soziale Kosten der ökologischen Transformation von Städten

Die ökologische Transformation von Städten wird angesichts der Klimakrise immer dringender. Massnahmen wie Verdichtung, energetische Sanierungen oder die Aufwertung von Grünräumen können aber zum Verschwinden von bezahlbarem Wohnraum beitragen. Dies hat nicht nur eine höhere Mietbelastung und Verdrängung zur Folge, sondern untergräbt öffentliche Investitionen in Schulen, soziale Integration und Quartierentwicklung und verursacht somit auch versteckte soziale Kosten. Gemeinsam diskutieren wir, wie diese individuellen und sozialen Kosten vermieden werden könnten. Welche politischen Massnahmen könnten eingeführt werden? Welche praktischen Ansätze (veränderte Arbeitsweisen oder Entscheidungsprozesse) versprechen Lösungsansätze?

IFSAR: Demokratie – Wer redet in der Stadt der Zukunft mit?

Wie wollen wir in einer sozial-ökologisch transformierten Stadt zusammenleben? In diesem Workshop erkunden wir mögliche Zukünfte spielerisch und dialogisch mit der Zukunftsbox: Anhand von Trend-, Szenario- und Impulskarten entwickeln wir eigene Zukunftsbilder.  
Im Zentrum steht das gemeinsame Denken, Proben und Lernen. Die Teilnehmenden bringen unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen ein. Am Ende sammeln wir zentrale Denkanstösse: Welche Konsequenzen ergeben sich aus den entworfenen Zukünften für eine solidarische und klimagerechte Stadt? 

  • Daniela Epple, IFSAR Institut für Soziale Arbeit und Räume, OST – Ostschweizer Fachhochschule
  • Johanna Brandstetter, IFSAR Institut für Soziale Arbeit und Räume, OST – Ostschweizer Fachhochschule 

Verein Grünes Gallustal: Grün tut gut – Gemeinsam das lebenswerte Quartier entdecken

Auf einem Spaziergang erkunden wir, wie Grün- und Freiräume Gesundheit und Wohlbefinden im Quartier beeinflussen. Wo finden wir Schatten und Abkühlung? Wo gibt es Möglichkeiten für Bewegung, Erholung und Begegnung? Und wie unterscheiden sich die Bedingungen an verschiedenen Orten?Dabei lernen wir das 3-30-300-Prinzip kennen: drei sichtbare Bäume, 30% Baumkronen und ein öffentlicher Grünraum in 300 Metern Entfernung. Dieses Prinzip kann das Wohlbefinden verbessern, da mehr Zugang zu Grünflächen mit weniger Stress, besserer psychischer Gesundheit und mehr Bewegung verbunden ist. Besonders der tägliche Blick auf Bäume und der nahe Zugang zu Grünflächen können zur Erholung und Lebensqualität beitragen.
An konkreten Orten beobachten und vergleichen wir die Bedingungen und diskutieren, wie gut das Quartier mit Grün- und Freiräumen ausgestattet ist. Gemeinsam fragen wir uns, welchen Beitrag klimaangepasste Freiräume zu Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität leisten.

Information: Der Workshop findet draussen statt. Bitte kleiden Sie sich entsprechend.

Stadt und Kanton St.Gallen, Verein tiRumpel: Quartiere der Zukunft – Zwischen Engagement und Regulierung

Das Quartier ist ein wichtiger Ort sozial-ökologischer Transformation. Doch wie kann die öffentliche Hand diesen Wandel gemeinsam mit Organisationen und der Bevölkerung vor Ort gestalten? Wie lässt sich trotz fragmentierter Förder- und Zuständigkeitsstrukturen wirksam handeln, ohne freiwilliges Engagement zu überfordern? Und welche Rolle können Fachpersonen der Sozialen Arbeit dabei übernehmen? Der von Stadt und Kanton St.Gallen veranstaltete Workshop zeigt auf, wie sozial-ökologische Transformation im Quartier durch Ermöglichen, Vermitteln und Koordinieren zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und Bevölkerung unterstützt werden kann. Im Austausch mit Vertreter:innen aus den Quartieren werden Wege diskutiert, um Transformation vor Ort gemeinsam zu gestalten und weiterzuentwickeln. Der Workshop richtet sich an Fachpersonen aus Verwaltung, Sozialer Arbeit, Quartier- und Gemeinwesenarbeit sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen.

In Kooperation mit: Klimahub Benevol und tiRumpel 

WGN – Association for Art and Culture: Postcard Workshop – I Hate Vacations. In a city…

Are you interested in a critical, participatory look at the effects of city tourism? This workshop builds on our project I HATE VACATIONS – a fake city tourism marketing campaign with its own merchandise and postcards, addressing how touristification affects local economies, urbanisation, ecologies, and daily life. 
The workshop focuses on the area around Palace St. Gallen and connects to the theme of the Sozialraumtagung 2026. The I HATE VACATIONS postcards each pair a city image with a sentence beginning “In a city…”. 

The workshop begins with an introduction to the I HATE VACATIONS project, followed by a guided tour of the surrounding area. Together, we will photograph the neighbourhood and collectively develop a sentence for each image. Finally, the group will design and print the postcards.

This workshop is suited to anyone interested in participatory, socially and spatially grounded approaches to tourism and urban life.

Information: Der Workshop wird in EN/DE durchgeführt und findet draussen statt. Bitte kleiden Sie sich entsprechend. 

ISOS/FHNW und OST: Wenn die Hitze auf die Nerven geht – Hitze, psychische Gesundheit und Neurodiversität sozialräumlich denken

Hitze belastet nicht alle gleich. Wer auf reizarme Rückzugsorte, verlässliche Routinen oder ein tragendes Umfeld angewiesen ist, gerät an heissen Tagen besonders unter Druck – das trifft psychisch belastete und neurodivergente Menschen in besonderem Mass. Solche Belastungen entstehen nicht im Kopf allein, sondern im Zusammenspiel von Wohnung, Quartier und sozialen Beziehungen.
Im Workshop bringen wir Ihre Erfahrungen aus Praxis und Alltag zusammen, ordnen sie sozialräumlich ein und fragen gemeinsam: Wo kann Soziale Arbeit ansetzen – individuell, gesellschaftlich, sozialräumlich? Und wo liegen ihre Grenzen? Ein Austausch für alle, die Hitze als soziale und räumliche Frage begreifen wollen.

  • Prof. Dr. Christian Reutlinger, ISOS Institut Sozialplanung, Organisationaler Wandel und Stadtentwicklung & Institut Soziale Arbeit und Gesundheit, FHNW
  • Lotte Verhagen, Zentrum für Lehre und Professionsentwicklung, OST – Ostschweizer Fachhochschule

Sans-Papiers Anlaufstelle St.Gallen: platzda

Sans-Papiers Personen werden von elementaren Rechten, Sicherheit und gesellschaftlicher Teilhabe weitgehend ausgeschlossen. Mit platzda, in der ehemaligen offenen Kirche St. Gallen, versuchen wir, einen Ort zu schaffen, der dem etwas entgegensetzt. Im Workshop geben wir Einblick in die Lebensrealitäten von Sans-Papiers und setzen uns gemeinsam damit auseinander, was wir Ausgrenzung und bestehenden Bildern entgegensetzen können und wie Räume für mehr Teilhabe entstehen.

Mathias Rickli, Sans-Papiers Anlaufstelle St.Gallen 

UrbanesGrünAtelier, HEKS Neue Gärten: Aneignungsräume als Grundlage der Teilhabe und Labore für das Miteinander

Anhand von drei Gartenprojekten – mit Migrantinnen, Menschen mit Suchterfahrungen und Bewohnenden eines Quartiers – untersuchen wir, wie aus gemeinsam gestalteten Räumen Orte der Teilhabe und des Miteinanders entstehen. Im Zentrum steht die Frage, was Menschen brauchen, um Räume nicht nur zu nutzen, sondern mitzugestalten, Verantwortung zu übernehmen und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Sozial-ökologische Transformation wird dabei konkret: Menschen gestalten ihre Umwelt gemeinsam, teilen Ressourcen und erproben neue Formen des Zusammenlebens und des Umgangs mit Boden, Nahrung und natürlichen Kreisläufen. Aneignung wird so zum Ausgangspunkt von Veränderung: Aus individuellen Erfahrungen können gemeinsame Anliegen und kollektive Handlungsmöglichkeiten entstehen. Zugleich fragen wir: Wer kann sich Räume aneignen? Wer wird ausgeschlossen? Wem gehört der Raum? Und was folgt daraus für eine engagierte Soziale Arbeit?

Information: Der Workshop findet draussen statt. Bitte kleiden Sie sich entsprechend. 

IFSAR, Stadt Rapperswil-Jona: Kinderperspektiven in der klimagerechten Stadtentwicklung

Wie gelingt es, die Perspektive von Kindern in die Stadtpolitik und in Planungs- und Verwaltungsabläufe zu integrieren? Die Beteiligung von Kindern an der klimagerechten Stadtentwicklung ist praktisch relevant für lebendige demokratische Prozesse und stärkt die Kinderrechte auf Information, eine eigene Meinung und die Achtung derselben. 
Im Workshop werden konkrete Erfahrungen aus der Stadt Rapperswil-Jona vorgestellt. Im Zentrum steht die Kinderkonferenz 2025, die sich mit der Hitzeentwicklung in der Stadt auseinandersetzte. Wir diskutieren anhand der Beiträge der Kinder, der Kinder- und Jugendarbeit und der Verwaltung, warum es aus Sicht der Kinder wichtig ist, sich mit Klimafragen auseinanderzusetzen und inwiefern sich ihre Perspektiven allenfalls von jenen der Erwachsenen unterscheiden. Gemeinsam überlegen wir, wie der Dialog zwischen Kindern, Fachpersonen aus der Verwaltung und der Kinder- und Jugendarbeit nachhaltig verankert werden kann.  

  • Johanna Brandstetter, IFSAR Institut für Soziale Arbeit und Räume, OST – Ostschweizer Fachhochschule
  • Claudia Taverna, Kinder- und Jugendbeauftragte und Leiterin Fachbereicht Integration Stadt Rapperswil Jona
  • Anja Hirlinger, Mitarbeiterin Kinder- und Jugendarbeit Stadt Rapperswil-Jona
  • Fabian Ruoss, Fachmitarbeiter Klimaschutz und Energie Stadt Rapperswil-Jona