Windenergie wird smart

Medienmitteilung vom 21. September 2020

Forschende sowie Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Windenergie-Branche nahmen am 2. Swiss Wind Energy R&D Forum an der OST teil. Das Online-Event konzentrierte sich auf Zukunftstechnologien, die die Windenergie künftig noch effizienter machen und ihre Bedeutung für die Stromproduktion weiter erhöhen sollen.

Schon heute leistet Windenergie einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Stromproduktion. Mehr als 15% kommen von Windenergie-Anlagen. Das ist mehr als etwa von Solaranlagen und Kernkraftwerken erzeugt wird. Laut den europäischen Energiestrategien bis 2030 und 2050 soll dieser Anteil zuerst auf 25% und schliesslich auf 50% an der gesamten Stromproduktion erhöht werden. Eine Steigerung, die nicht nur durch das blosse Aufstellen von mehr Windenergie-Anlagen zu bewältigen ist. Deshalb konzentrierte sich das zweite Windenergie-Forum an der OST Ostschweizer Fachhochschule auf Zukunftstechnologien, die der Windenergie auf dem Weg als bedeutendste Energiequelle für die Stromproduktion zur Seite stehen sollen.

Windenergie: eine in der Schweiz unterschätzte Branche wächst zusammen

Die Windenergie-Branche in der Schweiz ist international erfolgreich und hochinnovativ. Wegen des geringen Windenergie-Anteils in der Schweiz selbst, wird die Branche aber in der Schweiz unterschätzt und arbeitet stark aufs Ausland fokussiert. Mehr als 300 000 Mitarbeitende zählt die Windenergiebranche europaweit und steuert rund 37 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt der EU bei.

Trotz des erheblichen Beitrags zum Erfolg der Windenergie durch Forschungsorganisationen und Unternehmen aus der Schweiz, war die Branche innerhalb der Schweiz bisher kaum vernetzt. Das hat sich seit dem erstem Windenergie-Forum im letzten Jahr geändert. Das Anfang 2020 an der ehemaligen HSR Hochschule für Technik Rapperswil gegründete und nun in der OST fortbestehende Swiss Wind Energy R&D Network zählt bereits mehr als 90 Mitglieder aus Wissenschaft und Wirtschaft und fördert aktiv die Zusammenarbeit der Branche. Mehr als 100 Teilnehmende aus der Windenergieforschung sowie Unternehmen nahmen am 16. September am zweiten Swiss Wind Energy R&D Forum teil. Wegen des Coronavirus fand die Veranstaltung online statt.

Fokus auf digitale Effizienzsteigerungen

Zu Beginn referierte Sarah Barber, Programmleiterin Windenergie an der OST und Präsidentin des «Swiss Wind Energy R&D Network», über die Vorteile der Windenergie und stellte die Aktivitäten des «Swiss Wind Energy R&D Network» seit der Gründung Anfang des Jahres vor. Das Netzwerk bietet eine Plattform für die Initiierung und Koordination neuer Windenergieprojekte in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Lernen und Lehren. Ziel sei es, Spitzenleistungen in der Windenergie-Forschung zu fördern und den Export von Schweizer Know-how in Produkte und Dienstleistungen in den internationalen Windenergiemarkt zu unterstützen.

Das Windenergie-Forum folgte einem sehr kooperativen Ansatz. In Podiums- und Publikumsdiskussionen wurden vor allem aktuelle Zukunftstechnologien ins Zentrum gerückt: Smarte Messtechnik sowie Maschine Learning und künstliche Intelligenz. Diese Technologien sind für die Effizienz der Windenergie essenziell, weil beispielsweise über optimierte Wettervorhersagen, intelligente Anlagen-Steuerungen oder die Echtzeit-Integration der Windenergie in den Strommarkt der Beitrag der Windenergie zum europäischen Strommix massiv gesteigert werden kann. Weit mehr, als durch das blosse Aufbauen weiterer Windenergie-Anlagen möglich wäre.

Koordiniertes Brainstorming

Nach dem «Inspirations»-Teil wurden die Teilnehmenden in sogenannten Breakout-Sessions in online verbundene Gruppen aufgeteilt, wo sie sich mit den Herausforderungen der Windenergie-Branche, smarten technologischen Lösungen, Machine Learning/künstliche Intelligenz sowie den Impact-Möglichkeiten der Schweizer Windenergie-Branche auf den europäischen Strommarkt befassten.

Insbesondere dieser interaktive Teil der Online-Veranstaltung kam bei den Wissenschaftlerinnen und Unternehmern gut an. «Das war einer der besten und interaktivsten Online-Events, an denen ich bisher teilgenommen habe», sagte etwa Phillip Schmid, Global Marketing Manager bei der SKF Group. Ebenfalls zufrieden äusserte sich ETH-Professorin Eleni Chatzi, die das Windenergie-Forum als «grossen Schritt eine Community in der Schweiz zu bilden», bezeichnete, wie auch Mattia Boccolini, Service Line Leader bei DNV GL, der vor allem die «kontinuierliche und schnelle Interaktion mit den anderen Teilnehmenden» schätzte.

Veranstalterin und Leiterin des Swiss Wind Energy R&D Networks Sarah Barber zog eine positive Bilanz: «Die Windenergie-Branche in der Schweiz vernetzt sich immer stärker und beginnt, miteinander über die für alle relevanten Technologie- und Markttrends zu sprechen – das erhöht den Impact der Schweizer Windenergie-Branche auf die grossen Märkte in Europa.»

Das nächste Windenergie-Forum findet voraussichtlich am 6. Mai 2021 wieder an der OST in Rapperswil-Jona statt.
 

Kontakt für Rückfragen:

Dr.-Ing. Sarah Barber
Programmleiterin Windenergie, IET Institut für Energietechnik
+41 58 257 42 62
sarah.barber(at)ost.ch​​​​​​​