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Enge chirurgische Handschuhe zur Vorbeugung von Chemotherapie-induzierter peripherer Neuropathie:

Eine randomisierte, kontrollierte Studie zur Bewertung der Wirksamkeit der Kompressionstherapie bei Patienten mit Taxan-basierter Chemotherapie bei Brust- und Urogenitalkrebs

 

«Eine häufige Nebenwirkung bei der Behandlung mit Chemotherapien, die Taxane genannt werden, ist die Schädigung von Nerven in den Händen, die sogen. periphere Polyneuropathie. Die periphere Polyneuropathie führt zu Schmerzen, Taubheitsgefühlen und motorischen Störungen in den Händen. Sie ist sehr belastend für die Betroffenen. Die Beschwerden können dazu führen, dass die Dosis der Chemotherapie verringert werden muss. Ziel dieser Studie ist es, zu untersuchen, wie gut das Tragen von sehr engen chirurgischen Handschuhen während der taxanhaltigen Chemotherapie Infusion periphere Polyneuropathie in den Händen verringern kann.»

Prof. Dr. Antje Koller

Die Studie wird am Comprehensive Cancer Center Zürich (CCCZ) des Universitätsspitals Zürich von 07/24 bis 06/25 durchgeführt. Personen werden rekrutiert, wenn sie Brustkrebs oder ein Urogenitalkarzinom haben und zum ersten Mal eine taxanhaltige Chemotherapie erhalten. Ausgeschlossen werden Personen mit vorheriger Behandlung, die die Nerven in den Händen schädigen, bestehender Polyneuropathie in den Händen, einer Gefässerkrankung in den Händen oder die Medikamente nehmen, welche Polyneuropathie beeinflussen.

Personen in der Interventionsgruppe tragen 30 Minuten vor, während und 30 Minuten nach der Infusion sehr enge chirurgische Handschuhe mit einem bestimmten Druck (23-32 mmHg). Dieser Druck entspricht beispielsweise Kompressionsklasse II bei medizinischen Stützstümpfen. Die Kontrollgruppe trägt nicht einengende Handschuhe mit einem Druck unter 3 mmHg.

Gemessen wird das Auftreten von mäßiger bis starker peripherer Polyneuropathie innerhalb von vier Therapiezyklen mit den sogen. NCI-CTCAE-Kriterien. Die NCI-CTCAE-Kriterien werden bei Menschen mit Krebs häufig zum Messen von Symptomen verwendet. Einweiterer Endpunkt ist die Messung der peripheren Polyneuropathie mit einem Fragebogen, der von den Betroffenen selbst ausgefüllt wird. Bequemlichkeit und Einhaltung der Kompressionstherapie werden ebenfalls bewertet. Um die Teilnehmenden besser beschreiben und vergleichen zu können, werden persönliche und krankheitsbezogene Daten erfasst. Persönliche Daten sind beispielsweise Alter und Geschlecht, krankheitsbezogene Daten sind beispielsweise Art und Zeitpunkt der Diagnose.

Teilnehmende werden in die Studie eingeschlossen, bis 114 Teilnehmende erreicht sind. Jede teilnehmende Person wird per Zufall einer der beiden Gruppen zu je 57 Personen aufgeteilt. Personen, die der Interventionsgruppe zugeteilt werden erhalten Handschuhe, die den vorgeschriebenen Druck von 23-32 mmHg erreichen. Personen in der anderen Gruppe erhalten ebenfalls Handschuhe, die aber nicht ganz so eng sind. Die Datenerhebung und -analyse erfolgen mit erprobten und standardisierten Verfahren. Die Daten werden sicher und datenschutzkonform gespeichert und verwaltet. Die Studie wurde der Ethikkommission Zürich zur Begutachtung vorgelegt. Sie wird bei clinicaltrials.gov registriert.

 

  • Prof. Dr. Antje Koller, IPW, Co-Leitung OnkOs
     
  • Anna Götz, Universitätsspital Zürich
     
  • Julia Öhninger, Studienassisstentin

 

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