Neue Sensoren schaffen Klarheit über die Ausbreitung von Aerosolen in Innenräumen

Das Virus Sars-CoV 2 verdeutlicht, dass Lüftungsanlagen eine besondere Rolle bei der Verbreitung von krankheitserregenden Keimen zukommen. Die Keime werden dabei mehrheitlich im Aerosol der Atemluft, beim Husten oder Niesen transportiert.

In den vergangenen Jahren wurde bei Lüftungen besonders auf Behaglichkeit und Energieeffizienz geachtet – dies tendenziell auf Kosten der Hygiene. Um den aktuellen Zustand in Innenräumen zu untersuchen, wurden am IET Sensoren zur Bestimmung der Aerosolausbreitung entwickelt. In Kombination mit einem künstlich erzeugten Aerosol werden unterschiedliche Ausbreitungsszenarien mittels eines im Experiment nachgestellten "Spreaders" untersucht und anschliessend analysiert. Die Daten erlauben eine situationsgerechte Beurteilung über den IST-Zustand in grossen als auch kleinen Räumlichkeiten, wie beispielsweise in Eingangsbereichen, Kinosälen, Büros und ähnlichem. Ausgehend von den Ergebnissen können bei Bedarf Verbesserungsvorschläge der vorherrschenden Situation aufgezeigt werden. Drei grundlegende Verfahren können hierbei zusammengefasst werden:

  • Die Reduktion von Aerosol durch gezielte Abluftführung
  • Die Verdünnung des Aerosols auf niedrige Konzentrationen
  • Die Desinfektion des Aerosols über chemische oder physikalische Mechanismen

Abbildung 1:  künstlich erzeugte Aerosole

Abbildung 2: Zeitliches Ausbreitungsverhalten eines ausgehusteten Aerosols in Richtung von 10 Sensoren mit Abstand in der Y- und X-Achse in Meter zur Quelle (Gelb). Farblich hervorgehoben die Konzentration des Aerosols beginnend mit grün, orange, rot und endend mit dem Höchstwert in violett.

Kostengünstige Verfahren wie das Anpassen der Lüftungseinstellung können bereits wirksam sein und physikalische Verfahren wie die «Upper-Room-Disinfection» mit UVC-Licht erweisen sich als sehr effektiv. Bei Interesse oder Fragen unterstützt Sie unser Team gerne!