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Starke Auftritte für das IET an internationalen Konferenzen

08.06.2026

Der Fachbereich Wind Energy Innovation haben in den letzten Monaten die OST an den zwei wichtigsten internationalen Windenergiekonferenzen vertreten. Bei der Veranstaltung «WindEurope Annual Event 2026» im April hatten wir einen Stand im «Start-up Pavilion» mit unserem vor kurzem gegründeten gemeinnützigen Organisation «WeDoWind». Bei der TORQUE2026-Konferenz Anfang Juni hat unsere Fachbereichsleiterin Sarah Barber einen Key-Note-Vortrag gehalten. Beide Auftritte haben die internationale Sichtbarkeit und den Ruf der OST gestärkt.

WindEurope Annual Event 2026 

Das «WindEurope Annual Event 2026» ist die wichtigste jährliche Konferenz und Ausstellung der europäischen Windenergie-Branche. Es handelt sich um die jährliche Windenergiekonferenz und -ausstellung von WindEurope, die vom 21. bis 23. April 2026 in Madrid stattfand. Der Veranstaltungsort war das IFEMA in Madrid. Die Veranstaltung deckte alle Aspekte der On- und Offshore-Windenergie ab – von der Turbinenentwicklung und Windparkplanung über den Betrieb bis hin zur Stilllegung und zum Recycling.

Das «Start-up Pavilion» war ein speziell für innovative Jungunternehmen aus der Windenergiebranche konzipierter Bereich, indem wir mit unserer gemeinnützigen Organisation «WeDoWind» einen Stand hatten (Abbildung 1). WeDoWind fördert offene Innovation in der globalen Windenergiebranche. Zwei Studenten des Studiengangs EEU haben uns begleitet und am Stand unterstützt. Wir haben einen spannenden Wettbewerb, The WindIQ WindEurope Annual Event 2026 Challenge, veranstaltet, indem Besucher:innen die Verluste von drei gemessenen Leistungskennlinien schätzen mussten und ihre Ergebnisse in Echtzeit auf einem Leaderboard (Abbildung 2) vergleichen konnten. Am Schluss hat der Gewinner einen Preis bekommen und die Daten und Code wurden auf der WeDoWind-Plattform veröffentlicht. 

Zudem hat Sarah Barber die erste Konferenz-Session «Applying AI and Large Language Models to wind operations» moderiert. Den Auftakt bildete ein Fireside Chat zur strategischen Bedeutung von KI für die Windenergie, an dem WindEurope-Vizepräsidentin-CEO Malgosia Bartosik, Arantza Ezpeleta (CEO von Acciona Energía) und Carol Yan (General Manager Energy & Utilities bei AWS) teilnahmen. Im technischen Teil präsentierten Expert:innen konkrete Anwendungsfälle: Christian Jonsson von KUDO Software stellte eine kontextsensitive KI-gestützte Fehlerdiagnose auf Basis der Wind Energy Operations Ontology (OpOn) vor. Resmi Anna Abraham Attumaly von WindPower LAB zeigte, wie generative KI die Bildsegmentierung von Windturbinen auch mit minimalen Trainingsdaten ermöglicht. Bora Tokyay, CEO von Kavaken Limited, präsentierte einen Ansatz, bei dem Large Language Models unstrukturierte Wartungsprotokolle in nutzbare Wissensdatenbanken für ganze Windpark-Portfolios umwandeln. 

Darüber hinaus haben wir drei Poster präsentiert: «Accelerating open innovation in wind energy: the WeDoWind EAWE Test Turbines Committee Space», «Ontologies for wind energy domain experts – Recommended Practice» und «Addressing the workforce gap in wind energy by fostering diversity, equity and inclusion (DEI)». Mit dem Poster «Accelerating open innovation in wind energy: the WeDoWind EAWE Test Turbines Committee Space» haben wir gezeigt, dass WeDoWind verbindet als offenes Innovationsökosystem verschiedene Akteur:innen der Windenergie-Branche, um durch gemeinsame Datenmodelle, offene Datensätze und kollaborative Plattformen – darunter der neue EAWE Test Turbines Committee Space und der EAWE Data Science Challenge 2024–2025 – die digitale Transformation und Open-Science-Praktiken im Sektor voranzutreiben. Im Poster «Ontologies for wind energy domain experts – Recommended Practice» haben wir die neue IEA-Wind-Empfehlung zur Ontologie-Erstellung präsentieren. Diese Empfehlung stellt gemeinsam mit dem Publikationstool TechnoPortal und der WeDoWind Information Modelling Community einen praxisorientierten Ansatz vor, um strukturierte, maschinenlesbare Wissensmodelle für die Windenergie zu entwickeln und so die Interoperabilität, KI-Bereitschaft und FAIR-Konformität von Branchendaten zu verbessern. Das Poster «Addressing the workforce gap in wind energy by fostering diversity, equity and inclusion (DEI)» hat konkrete Handlungsempfehlungen, Hilfsmittel und eine Ressourcendatenbank präsentiert, die das Diversity Committee der European Academy of Wind Energy, geleitet durch Sarah Barber, entwickelt hat, um Organisationen und Einzelpersonen bei der Förderung eines vielfältigeren Arbeitsumfelds zu unterstützen. 

 

TORQUE2026 

Bei der TORQUE2026-Konferenz Anfang Juni hat unsere Fachbereichsleiterin Sarah Barber einen Key-Note-Vortrag über «How open innovation and data sharing can advance Structural Health Monitoring in wind energy» gehalten (Abbildung 3). Der Vortrag ging um Digitalisierung und WeDoWind. Sie hat beschrieben, wie wir festgestellt haben, dass zentrale Bedürfnisse darin bestehen, gemeinsame Fachbegriffe und Datenmodelle einzuführen, eine digitale Organisationskultur sowie digitale Kompetenzen zu fördern und Plattformen oder Möglichkeiten zur gemeinsamen Innovation bereitzustellen. Das offene Innovationsökosystem WeDoWind versucht, diese Bedürfnisse zu adressieren, indem es eine Plattform bietet, auf der Daten und Code geteilt, gemeinsame Vokabularien und Empfehlungen für den Datenaustausch erarbeitet und datenbezogene Branchenprobleme gemeinschaftlich gelöst werden können. Zudem hat sie gezeigt, dass es rund um Digitalisierung und Datenaustausch zahlreiche spannende interdisziplinäre Forschungsfragen gibt! 

Ausserdem hat der Doktorand im Fachbereich Wind Energy Innovation, Daniel Kwakye, sein Poster «Accelerating Knowledge Graph Adoption in Wind Energy» präsentiert (Abbildung 4). In seinem Review hat Daniel das Problem von der Datenflut – riesige, heterogene Datenmengen, die in Silos gefangen sind, addressiert. Knowledge Graphs in Kombination mit Ontologien ermöglichen eine FAIR-konforme Datenintegration und erklärbare KI, dennoch schreitet ihre Verbreitung nur langsam voran. Er hat gezeigt, dass Knowledge Graphs das Potenzial haben, zur semantischen Grundlage der Digitalisierung in der Windenergie zu werden – eine breitere Akzeptanz erfordert jedoch gemeinsame Ontologien, semantische Standards, FAIR-Datenprinzipien und robustere Governance-Strukturen.