«Es geht um mehr» – Patientengeschichten zur aktuellen Kampagne

Im Zentrum der Kampagne steht die Perspektive von Patienten. Es geht um Menschen, die mit beiden Füssen im Leben stehen, aus unterschiedlichen Gründen trotzdem den Boden verlieren und dank Physiotherapie wieder zurück ins Leben finden. Die Verbindung zwischen Körper und Psyche, aufbauend auf einer guten therapeutischen Beziehung, ist bei allen drei Personen der entscheidende Erfolgsfaktor.

Wir bilden Sie dazu aus – zu Physiotherapeutinnen und -therapeuten, die fähig sind, den Menschen ganzheitlich zu betrachten. 

Rolf

Nach sechs Operationen an der Wirbelsäule war ich an einem Tiefpunkt angelangt. Unerträgliche Schmerzen waren mein ständiger Begleiter. Dazu entwickelte ich eine Depression. Als Folge aus der ganzen Situation verlor ich meine Arbeitsstelle. Meine Zukunft war in Frage gestellt.

Die bisherigen Therapien hatten mich nicht weitergebracht. Es wurde alles nur schlimmer. In der Physiotherapie habe ich dann ein Verständnis dafür entwickelt, wie Schmerzen entstehen und verstärkt werden. Nach wenigen Sitzungen habe ich gemerkt, dass ein starker Zusammenhang zwischen dem Körper und der Psyche besteht. Mit diesem Verständnis bin ich weitergekommen.

Mit Unterstützung des Physiotherapeuten ist es mir gelungen, das körperliche Training über viele Monate hinweg zu steigern. Die Dosierung war herausfordernd, denn mein Körper reagierte nicht wie früher. Heute weiss ich, dass mir das Training hilft. Ich kenne meine Grenzen, kann aber wieder gemässigt Sport treiben, Velofahren. Zudem habe ich wieder eine Arbeit gefunden. Wenn ich so weiterleben kann, dann muss ich zufrieden sein.

Andrea

Völlig unerwartet landete ich in der Notfallstation, wurde am Rücken operiert. Während meiner Rehabilitation folgte die dritte Kündigungswelle in meiner Firma. Erneut unerwartet erwischte es dieses Mal mich. Die Anspannung war riesig, körperlich wie psychisch. Ich musste lernen, meinen Job, den ich mit Herzblut ausführte, loszulassen, zu entspannen.

In der Physiotherapie habe ich gelernt, körperliche Beschwerden ernster zu nehmen und Entspannungstechniken anzuwenden. Gemeinsam mit dem Physiotherapeuten erarbeitete ich Pläne, um meinen Alltag anders zu gestalten - stressfreier, ausgeglichener. Ich habe gelernt, mein leistungsorientiertes Verhalten auf eine gute Work-Life-Balance anzupassen: Dazu gehören unter anderem Entspannungsmöglichkeiten oder die bewusste Anwendung anderer Denkmuster.

Ich habe eine neue Stelle gefunden, die mich erneut erfüllt. Manchmal falle ich in alte Muster. Gelegentliche Physiostunden helfen mir dann zu reflektieren. Step by Step lerne ich dazu. 

Jonas

Meine Laufbahn als Kunstturner begann vielversprechend. Ich war auf dem Sprung ins Nationalmannschaftskader. Aufgrund von Rückenschmerzen war der Sport aber plötzlich nicht mehr möglich. Im Verlauf der Jahre wurde es immer schlimmer. Schlussendlich musste ich auch meine Lehre als Zimmermann abbrechen. Durch die negativen Erfahrungen wurde die Angst vor neuen Schmerzen so gross, dass mein Körper verkrampfte. Ich habe mich kaum noch bewegt.

In der Physiotherapie habe ich das Vertrauen in meinen Körper zurückgefunden. Dank meines Physiotherapeuten habe ich gemerkt, wie sich die Angst vor Schmerzen auf den Körper auswirkt. Mit seiner Unterstützung habe ich gelernt, mich entspannt zu bewegen und die Belastung zu steigern. So habe ich die Freude am Sport wiedergefunden. Heute hebe ich schmerzfrei 100 Kilogramm im Kreuzheben, gehen regelmässig turnen und befinde mich in einer neuen Ausbildung.