Wirbelstürme und Überschwemmungen stellen die Bevölkerung Madagaskars immer wieder vor grosse Herausforderungen. Es ist noch kein Jahr her, als der Zyklon «Gezani» im Februar 2026 auf der Insel 38 Todesopfer forderte. Humanitäre Organisationen wie Médecins Sans Frontières (MSF) leisteten nach der Katastrophe Soforthilfe. Bei solchen Einsätzen sind die Einsatzkräfte auf zuverlässige digitale Karten angewiesen, um Hilfseinsätze vorzubereiten und betroffene Gebiete zu erreichen. Doch aktuelle Landkarten sind in Entwicklungsländern wie Madagaskar oft Mangelwahre.
Digitale Karten für humanitäre Einsätze
Um diese Situation zu verbessern, führte das Departement Architektur, Bau, Landschaft, Raum (ABLR) beim diesjährigen Departementsfest am 7. Oktober einen Charity-Mapathon durch: Dabei leisteten die Teilnehmenden in Zusammenarbeit mit Médecins Sans Frontières (MSF), dem Humanitarian OpenStreetMap Team (HOT) und Missing Maps Zürich einen konkreten Beitrag zur Verbesserung der Kartengrundlagen.
Nach einer Einführung ins Thema setzten sich die Studierenden und Mitarbeitenden aus den am OST-Campus Rapperswil-Jona ansässigen Fachbereichen Bauingenieurswesen, Landschaftsarchitektur sowie Stadt-, Verkehrs- und Raumplanung in Tischgruppen zusammen und kartierten gemeinsam an ihren Laptops Strassen auf Grundlage von Satellitenbildern. Zwischendurch gab es kurze fachliche Inputs von Frédéric Ham vom GIS Centre von MSF, der vor Ort war, sowie von Ivan Gayton vom Humanitarian OpenStreetMap Team, der online zugeschaltet wurde.
Gemeinsam etwas bewirken
Das Resultat konnte sich sehen lassen: Nach rund zwei Stunden Arbeit hatten die rund 40 Mapathon-Teilnehmenden etwa 1'100 Kilometer Strassen kartiert. Neben dem humanitären Engagement standen auch Fragen der Datengerechtigkeit und globalen Verantwortung im Mittelpunkt. Der Anlass zeigte, wie digitale Geodaten Menschen in Krisengebieten unterstützen können. Bei einem Apéro riche klang der Abend aus. So verband das Departementsfest den fachlichen Austausch mit einem gemeinschaftlichen Erlebnis und einem konkreten Beitrag für einen guten Zweck.



