Bahnhöfe sind Ankunftsorte, Treffpunkte und Ausgangspunkte für die Stadtentwicklung. Wo öffentliche Räume zum Verweilen einladen, sich Nutzungen überlagern und Mobilitätsangebote ineinandergreifen, entstehen lebendige Quartiere. Um dieses Potenzial besser zu nutzen, brachte die IBA-M verschiedene Player aus der Region an einen Tisch. Daraus resultierte das kürzlich neu gegründete Netzwerk Bahnhofsquartiere.
Die Metropolregion gemeinsam weiterdenken
Den Boden dafür bereitete die vom IRAP organisierte IBA-M Summer School im September 2025: In Zusammenarbeit mit drei Städten aus der Metropolregion München entwickelten Studierende verschiedener Hochschulen Ideen für die Zukunft von Bahnhofsumfeldern. Ein IRAP-Workshop an der Regionalen Wohnungsbaukonferenz im November 2025 in Fürstenfeldbruck vertiefte den Austausch.
Um die Entwicklung von Bahnhofsquartieren über kommunale Grenzen hinweg anzugehen, gründeten Augsburg, Dachau, Freising, Fürstenfeldbruck, Kaufbeuren und die Landeshauptstadt München gemeinsam mit der DB InfraGO und der IBA-M das Netzwerk «Bahnhofsquartiere». Den Auftakt für die Zusammenarbeit bildete die am 21. und 22. September 2026 durchgeführte «Netzwerkstatt» in Fürstenfeldbruck.
Von strategischen Fragen zu konkreten Ideen
Rund 100 Teilnehmende diskutierten am ersten Veranstaltungstag politische und strategische Fragen. Dabei ging es insbesondere darum, wie Kommunen, Bahn, Freistaat und Bund ihre Zusammenarbeit verbessern und Hürden bei der Flächenverfügbarkeit und Finanzierung gemeinsam überwinden können.
Unter Federführung des IRAP entwickelten am zweiten Tag rund 80 Teilnehmende aus unterschiedlichen Fachbereichen Ideen für die Bahnhofsquartiere der sechs Gründungskommunen. Internationale Perspektiven brachten unter anderem Yo Kaminagai (ehemaliger Designchef der Pariser Verkehrsbetriebe RATP), Dominic Church (Bereichsleiter Stadtentwicklung Brugg) und Roland Kager (Studio Bereikbaar, Rotterdam) in die Netzwerkstatt ein.
Sechs Dimensionen strukturierten die Arbeit: Aufenthaltsqualität, stadträumliche Einbindung, Anschlussmobilität, Flächenverfügbarkeit, Finanzierung und Zusammenarbeit. Die Ideen wurden auf verschiedenen Massstabsebenen betrachtet: vom Bahnhof über das Quartier bis zur Region. Deutlich wurde: Lebendige Bahnhofsquartiere brauchen gemeinsame Ziele und eine frühe Abstimmung zwischen Kommunen und Bahn.
Vom Austausch ins Handeln
Die Ergebnisse der Workshops bilden die Grundlage für die weitere Netzwerkarbeit. Der Bericht empfiehlt Arbeitsgruppen zu Finanzierung und Fördermitteln, guter Praxis und Projektmanagement sowie Datenanalysen. In einem weiteren Schritt gilt es, Prioritäten zu setzen, Zuständigkeiten und Flächenverfügbarkeiten zu klären sowie Finanzierungsmöglichkeiten zu erschliessen. Erste gemeinsame Projekte sollen zeigen, wie sich Bahnhofsquartiere spürbar und zeitnah verbessern lassen. Weitere Kommunen sind eingeladen, dem Netzwerk beizutreten.


