Während die Fahrt mit dem Nachtzug nach Ljubljana für einige bereits zur Reiseroutine gehörte, war sie für andere eine neue Erfahrung. In der slowenischen Hauptstadt erwartete die Gruppe ein abwechslungsreiches Programm mit Stadtrundgängen, Projektbesichtigungen und Einblicken in die lokale Planungspraxis. Die Besonderheit: Einen Grossteil der Führungen und Programmpunkte hatten die Studierenden selbst vorbereitet und gestaltet.
Ljubljana: Stadtentwicklung und Klimaanpassung
Vier Tage lang stand die slowenische Hauptstadt im Mittelpunkt. Auf Spaziergängen durch die weitgehend autofreie Innenstadt beschäftigten sich die Studierenden mit der historischen Stadtentwicklung, der Gestaltung öffentlicher Räume und dem Umgang mit dem Verkehr. Ein Schwerpunkt lag auf den Grün- und Freiräumen sowie den Massnahmen zur Klimaanpassung, mit denen sich Ljubljana seit der Auszeichnung als Grüne Hauptstadt Europas 2016 auseinandersetzt.
Weitere Einblicke boten Besichtigungen aktueller Wohnbauprojekte und umgenutzter Industrieareale wie dem Kreativzentrum Center Rog und dem Kulturzentrum Cukrarna. Ergänzt wurde das Programm durch einen Austausch mit dem Stadtplanungsamt Ljubljana und der Universität Ljubljana. Dabei wurden auch Unterschiede zwischen der slowenischen und der schweizerischen Planungspraxis deutlich – etwa bei den Baubewilligungsverfahren.
Auf den Spuren von Jože Plečnik
Ein Name begleitete die Gruppe während der gesamten Reise: Jože Plečnik. Der Architekt hat das Stadtbild Ljubljanas massgeblich geprägt und begegnete den Studierenden auf zahlreichen Rundgängen. Auch beim Tagesausflug nach Kranj war sein Einfluss spürbar. Dort standen neben einem Architekturspaziergang auch die unterirdischen Schutzanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Programm.
Zum Abschluss erkundeten die Studierenden Ljubljana bei sommerlichen Temperaturen mit dem Velo. Eine geführte Tour des Museums für Architektur und Design vermittelte Einblicke in die jüngere Architektur- und Stadtgeschichte seit 1950.
Die Studienreise bot vielfältige Einblicke in die slowenische Stadt- und Planungskultur. Besonders wertvoll waren der direkte Austausch mit Fachpersonen aus der Praxis und die Möglichkeit, unterschiedliche planerische Ansätze vor Ort kennenzulernen und mit der Situation in der Schweiz zu vergleichen.





