Den Menschen im Blick – die Gesundheit im Fokus: Seit zwanzig Jahren ist das Departement Gesundheit aktiv in Lehre, Forschung und Dienstleistung. Leitend ist das Ziel, die Gesundheitsversorgung spürbar zu verbessern – zum Besten der Bevölkerung. Das Jubiläum ist ein idealer Zeitpunkt, um zurück zu schauen und nach vorne zu blicken: Wo kommen wir her? Wie haben wir uns entwickelt? Wohin gehen wir? Antworten auf diese Fragen gibt ein Jubiläumsfilm. Drei Personen kommen zu Wort. Sie haben die Geschichte des Departements mitgeschrieben. Jede von ihnen steht stellvertretend für eine Gesundheitsprofession: Pflege, Physio- und Ergotherapie.
Der Weg zur Interprofessionalität
«Die besten und tragfähigsten Lösungen entwickeln wir, wenn wir Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten – gerne auch interprofessionell. Dadurch werden die Lösungen vielfältiger und passender», betont Prof. Dr. Heidrun Gattinger, Leiterin des Instituts für Gesundheitswissen-schaften, in ihrem Filmstatement. Sie hat den Entwicklungsweg des Departements persönlich miterlebt. Anfangs stand die Pflege im Zentrum. Mit der Gründung 2006 begann die intensive Aufbauarbeit für Pflegestudiengänge und Pflegewissenschaft. Vierzehn Jahre später kam ein zweiter Gesundheitsberuf hinzu: 2020 startete der Physiotherapie-Bachelorstudiengang. Vier Jahre danach ergänzte die Ergotherapie das Studiengangprogramm. Heute ist das Departement interprofessionell ausgerichtet. Aus dem «Institut für Pflegewissenschaft» wurde 2025 das «Institut für Gesundheits-wissenschaften». Interprofessionalität ist zum Leitprinzip des Departements geworden. Dies harmoniert mit den Bedürfnissen der Gesellschaft. Die steigende Zahl der älteren und mehrfach erkrankten Menschen führt zu komplexeren Gesundheitsproblemen. So ist es unverzichtbar, dass Pflege, Therapie und Medizin Hand in Hand für Patient*innen arbeiten. Je komplexer die Patienten-situationen sind, desto mehr Fach- und Forschungswissen ist gefragt.
Wissenschaft als Basis
«Was wir machen, hat einen wissenschaftlichen Hintergrund», betont Jasmin Müller, Physiotherapeutin im Kantonsspital St. Gallen. Sie gehörte zu den ersten Absolvent*innen des Physiotherapiestudienganges. An ihrem Beruf fasziniert sie «die Vielfalt. Die Patientinnen und Patienten haben verscheidende Erkrankungen und Diagnosen. Das macht meine Arbeit enorm vielfältig». Um der Vielfalt und Komplexität gerecht zu werden, braucht es Wissenschaft – als verlässliches Fundament des therapeutischen Handelns. Therapie und Pflege sollen auf aktuellem Forschungswissen basieren. Diesem Ziel diente die Akademisierung der Gesundheitsberufe: Bachelor- und Masterabsolvent*innen stellen eine forschungsgestützte Praxis sicher. Dadurch erhöht sich die Versorgungsqualität.
Das Departement Gesundheit ist agil und flexibel mit der Zeit gegangen. Es hat «Evidenzbasierung» von Anfang an zum Leitprinzip gemacht. «Sehr viel hat sich verändert: Heute arbeiten wir theorie-gestützter und fundierter. Wir setzen Forschungserkenntnisse in die Praxis um», sagt Bianca Köller Looser, Studiengangsleiterin «Bachelor of Science in Ergotherapie». Akademisch qualifizierte Health Professionals erfassen, planen und handeln heute eigenständig. Sie gehen kritisch-analytisch an Situationen heran. Dabei bringen sie die Besonderheiten der Patientensituation mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammen. Übertausend Studierende hat das Team des Departements Gesundheit inzwischen auf ihrem Ausbildungsweg begleitet: Das Studium war der Schlüssel – zu verantwortungsvollen, führenden Rollen im Gesundheitswesen.
Ein Blick in die Zukunft
Wie sehen die Gesundheitsprofessionen in zwanzig Jahren aus? Um diese Frage geht es im Schlussteil des Films. Die Zukunft wird im Zeichen der Technologie stehen. «Wir werden die Technik dort haben, wo sie uns wirklich unterstützen kann – damit Pflege und Gesundheitsfachpersonen freigespielt sind für die persönliche Interaktion mit Patienten und Betroffenen», so Heidrun Gattinger. Technologie soll also kein Selbstzweck sein. Sie soll Support bieten, aber nicht dominieren: «Wir werden unterstützt sein durch Technologie, durch datenbasierte Ansätze – jedoch so, dass der Mensch immer im Zentrum steht», betont Bianca Köller Looser. Auch im Zeitalter der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz bleibt es zentral, «eine gute therapeutische Beziehung aufzubauen – zu jeder Patientin, zu jedem Patienten», so Jasmin Müller. Alle drei «Hauptdarstellerinnen» des Films sind sich einig: Health Professionals bleiben dem Menschen verpflichtet. Vertieftes Wissen und Verstehen werden die Grundlagen ihrer Arbeit bleiben. In diesem Sinn wird das Departement Gesundheit auch zukünftig wegweisend, dynamisch und vielfältig sein – an der Schnittstelle zwischen Gesundheit, Technologie und menschlicher Verantwortung.
Entwicklung braucht Möglichkeiten
«Wenn ich auf zwanzig Jahre Departement Gesundheit zurückblicke, sehe ich vor allem eines: eine kontinuierliche fachliche und organisatorische Entwicklung als Teil einer sich verändernden Hochschule», sagt Prof. Dr. Birgit Vosseler, Leiterin des Departements Gesundheit. «Dabei ist die OST für mich weit mehr als unsere organisationale Heimat. Sie ist seit sechs Jahren ein Entwicklungsrahmen, der uns ermöglicht, neue Wege zu gehen». Die Strukturen der OST und die Nähe zu anderen Disziplinen eröffnen Möglichkeiten, die das Departement allein nicht hätte.
«Ich erlebe immer wieder, dass genau daraus etwas Besonderes entsteht: Wir bringen unterschiedliche Perspektiven aus Pflege und Rehabilitation zusammen, arbeiten interprofessionell und entwickeln gemeinsam neue Ideen. Nicht jede Entwicklung lässt sich im Voraus planen. Entscheidend ist, dass wir den Raum dafür in der OST schaffen». Besonders spannend ist es, über die klassischen Grenzen der Gesundheitsberufe hinauszudenken – wenn Pflege, Physiotherapie und Ergotherapie auf Technologie, Digitalisierung, Informatik oder auf andere wissenschaftliche Disziplinen treffen: «Hier entstehen für mich neue Handlungsfelder, in denen wir Antworten auf gesellschaftlich relevante Fragen geben können: Wie wollen wir zukünftig evidenzbasierte Gesundheitsversorgung fördern? Wie können Menschen trotz zunehmender Komplexität selbst bestimmt leben? Und wie können Technologien so eingesetzt werden, dass sie Menschen tatsächlich unterstützen?».
Gesundheit immer wieder neu denken
Gesundheitsberufe und Gesundheitsversorgung nicht nur weiterzuentwickeln, sondern immer wieder neu zu denken – interprofessionell, interdisziplinär, innovativ, evidenzbasiert und mit klarem Blick auf Fragen, die unsere Gesellschaft morgen beschäftigen werden: Das macht das Departement Gesundheit aus. «Ich bin überzeugt: Unsere Stärke liegt nicht darin, alles selbst zu können. Unsere Stärke liegt darin, Ideen zu generieren, Entwicklungen anzustossen und gemeinsam mehr möglich zu machen», so Birgit Vosseler. «Meine Aufgabe als Leiterin des Departements Gesundheit sehe ich deshalb auch darin, diesen Entwicklungsraum zu gestalten: Menschen zusammenzubringen, Kooperationen zu ermöglichen, Freiräume für Innovation zu schaffen und gleichzeitig den gemeinsamen Fokus zu halten».

