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Connect! Fachtagung 2026: Vernetzt gegen Einsamkeit

10.09.2026

Die Connect! Fachtagung 2026 in Biel widmete sich der Frage, wie Gesundheitswesen, Sozialbereich und Gemeinwesen gemeinsam zur Prävention von Einsamkeit im Alter beitragen können. Für das IAF nahm die wissenschaftliche Mitarbeiterin Sarah Speck teil und gewann wertvolle Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Praxisansätze.

Am 28. August 2026 fand im Kongresshaus Biel die diesjährige Connect! Fachtagung 2026 unter dem Motto «Gesundheits-, Sozial- und Gemeinwesen verbinden» statt. Die Veranstaltung brachte über 80 Fachpersonen aus Gemeinden, Kantonen, Gesundheitsversorgung, Sozialarbeit, Freiwilligenorganisationen und Hochschulen zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Ansätze zur Prävention von Einsamkeit im Alter sowie die Zusammenarbeit verschiedener Akteur:innen, die ältere Menschen in ihrem Alltag begleiten. Für das Institut für Altersforschung (IAF) der OST nahm Sarah Speck  an der Tagung teil. Die Veranstaltung bot nicht nur spannende fachliche Einblicke, sondern auch wertvolle Gelegenheiten zum Austausch mit Fachpersonen aus Praxis, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

Zum Auftakt der Tagung sprach Anna Tanner, Gemeinderätin der Stadt Biel, über die sozialen und demografischen Herausforderungen der Stadt. Sie verdeutlichte, weshalb die Förderung sozialer Teilhabe und die Prävention von Einsamkeit in einer vielfältigen Stadt wie Biel zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das Referat machte deutlich, dass soziale Isolation nicht allein eine individuelle Herausforderung ist, sondern auch eine kommunale und gesellschaftliche Aufgabe darstellt.

Anschliessend wurde das Programm «Connect! Gemeinsam weniger einsam» vorgestellt. Das Programm verfolgt das Ziel, bestehende Strukturen und Angebote besser miteinander zu vernetzen. Im Fokus steht dabei die Zusammenarbeit zwischen Akteur:innen aus Gesundheitswesen, Sozialbereich und Gemeinwesen. Das Modell wird aktuell in den Pilotgemeinden Biel, Cham, Mendrisio und Rapperswil-Jona umgesetzt.
Ein besonderer Schwerpunkt der Tagung lag auf der Frage, wie unterschiedliche Fachbereiche ihre Zusammenarbeit stärken können. Im Workshop «Intersektorale Zusammenarbeit: Akteure, Rollen, Aufgaben» diskutierten die Teilnehmenden konkrete Herausforderungen und Erfahrungen aus der Praxis.
Dabei wurde deutlich, dass die Koordination zwischen verschiedenen Organisationen eine zentrale Rolle spielt. Wiederholt wurden Fragen nach Zuständigkeiten, Rollenverteilungen und Schnittstellen zwischen den beteiligten Akteur:innen angesprochen. Ebenso zeigte sich, dass das Wissen über bestehende Angebote und deren Zugänglichkeit eine wichtige Voraussetzung für funktionierende Unterstützungsstrukturen darstellt.
Intensiv diskutiert wurde die Rolle von Akteur:innen der Gesundheitsversorgung. Hausärzt:innen, Spitex-Mitarbeitende, Medizinische Praxisassistent:innen und Apotheken verfügen oftmals über regelmässige Kontakte zu älteren Menschen und können dadurch eine wichtige Brückenfunktion übernehmen. Gleichzeitig wurde betont, dass die Zusammenarbeit über verschiedene Sektoren hinweg Zeit, gegenseitiges Verständnis und kontinuierliche Netzwerkpflege erfordert.

«Besonders spannend war die Diskussion über die Bedeutung sozialräumlicher Ressourcen für die soziale Teilhabe im Alter: Nachbarschaften und lokale Netzwerke leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Einsamkeit vorzubeugen, ein Leben im vertrauten Umfeld zu unterstützen und sorgende Gemeinschaften zu stärken.»

Dr. Sarah Speck, IAF Kompetenzzentrum Soziale Innovationen und Alter(n)

Darüber hinaus wurden weitere Berufsgruppen genannt, die im Alltag regelmässig in Kontakt mit älteren Menschen stehen, darunter Coiffeur:innen, Physiotherapeut:innen oder Apotheker:innen. Solche niederschwelligen Begegnungen können wichtige Gelegenheiten bieten, Veränderungen wahrzunehmen und Menschen auf bestehende Angebote aufmerksam zu machen.

Diskutiert wurde auch das Thema Einsamkeit in Alters- und Pflegeheimen. Dabei bestand Einigkeit darüber, dass institutionelle Versorgung nicht automatisch vor Einsamkeit schützt und dass soziale Teilhabe auch in betreuten Wohnformen ein wichtiges Thema bleibt.

Die Tagung war eine inspirierende Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen im Bereich Einsamkeit im Alter kennenzulernen und neue Perspektiven auf die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitswesen, Sozialbereich und Gemeinwesen zu gewinnen. Besonders wertvoll waren die Gespräche mit Fachpersonen aus Gemeinden, Kantonen und Organisationen, die sich mit grossem Engagement für die soziale Teilhabe älterer Menschen einsetzen.
Die Connect! Fachtagung 2026 zeigte eindrücklich, wie wichtig Vernetzung, Zusammenarbeit und gemeinsame Verantwortung sind, um den Herausforderungen von Einsamkeit im Alter wirksam zu begegnen.