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Ein Roboterhund als Zootier

21.10.2026

Zusammenarbeit mit Knies Kinderzoo

Kann ein Roboter ein Zootier sein? Studierende im Embodied AI Lab der OST – Ostschweizer Fachhochschule gehen dieser Frage zurzeit in einer Semesterarbeit nach, gemeinsam mit einem lokalen Kinderzoo. Ein Roboterhund soll sich dort in einem eigenen Gehege wie ein Tier verhalten. Gemessen wird, wie das Publikum darauf reagiert.

Ein Hund aus Metall und Software

Im Mittelpunkt steht ein Unitree Go2, ein vierbeiniger Roboterhund. Die Studierenden bringen ihm ein tierähnliches Verhalten bei. Er soll auf die Besuchenden reagieren: sich nähern, sich zurückziehen oder ihnen seine Aufmerksamkeit zuwenden.

Dafür entsteht ein kleines Gehege mit verschiedenen Interaktionszonen. Das Projekt will wissen, was solche Begegnungen bei Menschen auslösen.

Neugier, Freude oder Irritation?

Das Team untersucht drei Fragen:

  • Steigen das Interesse und die Verweildauer der Besuchenden?
  • Welche Gefühle löst der Roboter aus: Neugier, Freude oder Irritation?
  • Ist ein Roboter eine Ergänzung zu echten Tieren oder eine Konkurrenz?

Die Antworten sind für Zoos interessant, aber auch darüber hinaus. KI verlässt zunehmend den Bildschirm und tritt als Roboter in die physische Welt. Wie Menschen darauf reagieren, wird damit zu einer zentralen Frage.

Das Embodied AI Lab

Das Embodied AI Lab gehört zum IFS Institut für Software der OST. Sein Ziel: KI aus der digitalen in die physische Welt bringen. Erforscht werden Systeme, die ihre Umgebung wahrnehmen, verstehen und mit ihr interagieren.

Schwerpunkte sind die Mensch-Roboter-Interaktion und autonome KI-Agenten in realen Umgebungen. Studierende entwickeln und testen ihre Lösungen direkt auf Robotern, etwa einem Roboterhund, mobilen Robotern und Assistenzsystemen. Unternehmen und öffentliche Institutionen können mit dem Lab Machbarkeitsstudien, Prototypen und Forschungsprojekte umsetzen.

Spielerisch, aber mit Substanz

Das Projekt ist typisch für die angewandte Forschung an der OST. Studierende bearbeiten mit einem Partner aus der Region eine echte Fragestellung. «Das wirkt auf den ersten Blick spielerisch, schafft aber eine Grundlage für neue Erkenntnisse und Innovationen», sagt Prof. Dr. Remo Frey, Leiter des IFS Institut für Software.

Die Ergebnisse sollen nicht im Zoo bleiben. Das Wissen über den Umgang von Menschen mit Robotern fliesst in Projekte mit Unternehmen ein, etwa in Detailhandel, Tourismus oder Pflege.

Die Arbeit läuft noch. Wer in den kommenden Wochen den Kinderzoo besucht, begegnet also vielleicht dem Roboterhund und wird damit selbst Teil der Studie.