Die Ergebnisse unseres Forschungsprojekts zum sozial assistiven Roboter Moflin sind veröffentlicht. Nach mehreren Monaten der Erprobung in drei Schweizer Alters- und Pflegeheimen liegt nun eine wissenschaftliche Publikation vor, die Einblicke in den Einsatz und die Wahrnehmung der innovativen Technologie in der stationären Altenpflege gibt.
Sozial assistive Roboter gewinnen im Gesundheits- und Pflegebereich zunehmend an Bedeutung. Sie werden nicht als Ersatz für menschliche Betreuung verstanden, sondern als ergänzende Unterstützung für Bewohnende und Fachpersonen. Ziel ist es, das Wohlbefinden zu fördern, soziale Interaktionen anzuregen und neue Möglichkeiten für die Gestaltung von Betreuungs- und Aktivierungsangeboten zu schaffen.
Im Mittelpunkt des Projekts stand Moflin, ein roboterbasiertes Begleittier, das auf soziale Interaktion ausgelegt ist. Durch Bewegungen, Geräusche und ein lernfähiges Verhalten reagiert der Roboter auf sein Umfeld und kann dadurch emotionale Reaktionen bei Nutzerinnen und Nutzern auslösen. Im Rahmen der Studie wurde untersucht, wie Moflin in den Alltag von Alters- und Pflegeheimen integriert werden kann und welche Erfahrungen Bewohnende sowie Fachpersonen mit dem Einsatz des Roboters machen.
Während der Projektlaufzeit wurde Moflin in drei Schweizer Alters- und Pflegeheimen eingesetzt. Die Forschenden begleiteten die Einführung des Roboters und erhoben systematisch Erfahrungen, Beobachtungen und Einschätzungen der beteiligten Personen. Dabei standen insbesondere die Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Bewohnenden sowie die praktische Nutzbarkeit im Pflegealltag im Fokus.
Die Ergebnisse zeigen, dass Moflin in unterschiedlichen Situationen positive Impulse setzen kann. Besonders im Bereich der Beruhigung zeigte sich ein interessantes Potenzial. Einzelne Bewohnende reagierten auf die Interaktion mit dem Roboter mit erhöhter Aufmerksamkeit und Gelassenheit. Gleichzeitig konnten aktivierende Effekte beobachtet werden: Der Roboter weckte Interesse, lud zum Berühren und Beobachten ein und wurde häufig zum Gesprächsthema innerhalb der Wohngruppen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die Förderung von Kommunikation. Der Einsatz von Moflin führte in vielen Situationen zu Gesprächen zwischen Bewohnenden, Angehörigen und Fachpersonen. Erinnerungen an frühere Haustiere, persönliche Erlebnisse und individuelle Vorlieben wurden angeregt und boten Anknüpfungspunkte für soziale Interaktionen. Damit zeigte sich, dass sozial assistive Robotik nicht nur auf die direkte Mensch-Roboter-Interaktion wirkt, sondern auch zwischenmenschliche Begegnungen unterstützen kann.
Die Studie macht zugleich deutlich, dass der erfolgreiche Einsatz neuer Technologien von den jeweiligen Rahmenbedingungen abhängt. Insbesondere die Einführung in den Heimalltag, die Begleitung durch Fachpersonen sowie die individuelle Akzeptanz der Bewohnenden spielen eine zentrale Rolle. Nicht jede Person reagiert gleich auf technologische Unterstützung, weshalb ein bedarfsgerechter und reflektierter Einsatz wichtig bleibt.
Die nun veröffentlichte Publikation leistet einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Diskussion über den Einsatz sozial assistiver Robotik in der stationären Langzeitpflege. Sie liefert praxisnahe Erkenntnisse darüber, welche Chancen sich aus der Nutzung solcher Systeme ergeben und welche Herausforderungen bei der Implementierung berücksichtigt werden sollten.
Ein besonderer Dank gilt den beteiligten Alters- und Pflegeheimen, den Fachpersonen sowie den Bewohnenden, die mit ihrer Offenheit, ihrem Engagement und ihren Erfahrungen wesentlich zum Gelingen des Projekts beigetragen haben. Ohne ihre Bereitschaft, neue Wege zu erproben und ihre Perspektiven in die Forschung einzubringen, wäre diese Studie nicht möglich gewesen.
Ebenso danken wir unseren Projektpartnerinnen und Projektpartnern sowie allen Mitwirkenden, die das Projekt von der ersten Idee über die Durchführung bis hin zur wissenschaftlichen Publikation begleitet und unterstützt haben. Die enge Zusammenarbeit zwischen Praxis und Forschung war ein zentraler Erfolgsfaktor und ermöglichte wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung innovativer Unterstützungsangebote in der Altersversorgung.
Die Publikation ist als Open-Access-Beitrag verfügbar und steht damit interessierten Fachpersonen, Forschenden sowie der Öffentlichkeit frei zur Verfügung. Hier gehts zum Artikel.
Hinweis: Der Roboter Moflin gehört mittlerweile zum Unternehmen CASIO. In der Schweiz ist das System derzeit noch nicht erhältlich.
Das Forschungsprojekt wurde durch die Asuera Stiftung sowie die Walder Stiftung gefördert.
