Gewässerdynamik im Wasserbaulabor sichtbar machen
Studierende der Landschaftsarchitektur an der OST untersuchten im Modul «Renaturierung und ökologische Aufwertung», wie Rauigkeit, Schwemmholz und Einbauten die Strömung beeinflussen. Die interdisziplinäre Übung verband theoretische Grundlagen der Vorlesungen mit praktischen Versuchen im Wasserbaulabor.
Messen, rechnen und beobachten
In der ersten Teilübung verglichen die Studierenden glatte und raue Gerinneabschnitte bei unterschiedlichen Gefällen. Sie erhoben unter anderem Fliessgeschwindigkeiten und Wasserspiegelhöhen und berechneten anhand der Versuchsdaten den Strickler-Wert als Kenngrösse der Rauigkeit. Anschliessend wurde schrittweise Schwemmholz in einen modellierten Auenwald eingebracht und es wurde beobachteten, wie Verklausungen entstehen und den Oberwasserspiegel verändern.
Die zweite Teilübung widmete sich wasserbaulichen und ingenieurbiologischen Massnahmen. Anhand von Buhnen, Störsteinen, Raubäumen und weiteren Einbauten untersuchten die Studierenden die Strömung bei unterschiedlichen Abflusstiefen. Dabei wurden auch lokale Erosions- und Ablagerungsprozesse sowie die Entstehung von Kolken sichtbar. Messwerte, Fotos und Skizzen bildeten die Grundlage für die anschliessende Labordokumentation.
Gewässer gemeinsam verstehen und gestalten
Für angehende Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten verbindet die Übung Fragen der ökologischen Aufwertung mit hydraulischen Prozessen. Die Möglichkeit, das Wasserbaulabor des Studiengangs Bauingenieurwesen zu nutzen, brachte unterschiedliche fachliche Perspektiven zusammen und machte das Zusammenspiel von Wasser, Rauigkeit, Strömung und Einbauten unmittelbar erlebbar.


