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Zwischen Landwirtschaft und Naturschutz: Filmabend zum Internationalen Tag der Landschaft

21.10.2026

Wie gelingt eine Balance, wenn unterschiedliche Ansprüche auf dieselbe Landschaft treffen? Anlässlich des Internationalen Tags der Landschaft lud die OST – Ostschweizer Fachhochschule am 20. Oktober gemeinsam mit Films for Future zum Filmabend «Derek vs. Derek» ein. Rund 50 Gäste setzten sich mit den Spannungsfeldern zwischen landwirtschaftlicher Produktion, Naturschutz und Landschaftsqualität auseinander.

Landschaft ist weit mehr als eine schöne Kulisse. Sie ist Lebens- und Erholungsraum, Grundlage unserer Ernährung, trägt zur Identität bei und übernimmt wichtige Funktionen für Klima und Biodiversität. Wie vielfältig und mitunter gegensätzlich die damit verbundenen Interessen sein können, zeigte der Filmabend zum Internationalen Tag der Landschaft an der OST.

Der Dokumentarfilm «Derek vs. Derek» zeigt zwei benachbarte Landbesitzer, deren Umgang mit der Landschaft gegensätzlicher kaum sein könnte. Während auf der einen Seite die landwirtschaftliche Produktion im Vordergrund steht, verfolgt die andere Seite einen konsequenten Ansatz zum Schutz und zur Förderung der Natur. Der Film macht sichtbar, welche Zielkonflikte entstehen können, wenn verschiedene Vorstellungen von der Nutzung und Entwicklung einer Landschaft aufeinandertreffen.

Landschaft zwischen unterschiedlichen Interessen

Warum die Auseinandersetzung weit über die im Film gezeigte Situation hinausgeht, ordneten Prof. Ladina Koeppel und Susanne Schellenberger vom ILF Institut für Landschaft und Freiraum zu Beginn des Abends ein. Der Internationale Tag der Landschaft erinnert jährlich am 20. Oktober daran, dass Landschaft überall dort entsteht, wo Menschen Räume wahrnehmen, nutzen und gestalten, vom urbanen Raum bis in die Alpen. An der OST fand der Filmabend in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal statt. 

«Landschaft betrifft uns alle: Sie ist Heimat, Erholungsraum, Produktionsraum und Klimapuffer zugleich. Sie braucht gezielte Aufmerksamkeit, damit sie in dieser Vielfalt auch künftig Lebensqualität bieten kann», betonte Ladina Koeppel. Die unterschiedlichen Funktionen und Nutzungsansprüche machen den Dialog darüber umso wichtiger, wie unsere Landschaften künftig gestaltet werden sollen.

Landschaftsqualität als gemeinsame Aufgabe

Welche Bedeutung diesem Dialog zukommt, hob auch Gilles Rudaz vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) hervor. Als Vertreter der Schweiz beim Landschaftsübereinkommen des Europarates richtete er ein schriftliches Grusswort an die Teilnehmenden. Darin verwies er auf die gesellschaftliche Bedeutung eines umfassenden Landschaftsverständnisses: «Die Förderung der Landschaftsqualität trägt wesentlich zum Wohlbefinden aller bei.» Der OST komme dabei mit der Ausbildung der nächsten Generation von Fachleuten eine wichtige Rolle zu.

Der Filmabend brachte verschiedene Disziplinen und Organisationen zusammen. Seitens der OST beteiligten sich neben dem Studiengang Landschaftsarchitektur auch der Studiengang Erneuerbare Energien und Umwelttechnik sowie der interdisziplinäre Schwerpunkt Klima und Energie. Weitere Partner waren Films for Future, der Bund Schweizer Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen (BSLA) und das Forum Landschaft, Alpen, Pärke (FoLAP). Lea Reusser, Geschäftsleiterin des FoLAP, begrüsste ihrerseits zum Anlass und die Bedeutung der Landschaft und des Dialogs rundherum für die Arbeit im Forum hervor.

Vom Film zum eigenen Handeln

«Derek vs. Derek» lässt eine Frage zurück, die nicht nur Fachpersonen betrifft: Welche Landschaft wollen wir? Beim anschliessenden Apéro nutzten die Gäste die Gelegenheit, diese Frage zu diskutieren und unterschiedliche Sichtweisen auszutauschen. Der Abend zeigt, dass die Zukunft unserer Landschaft nicht allein eine Frage von Planung und Politik ist, sondern von vielen Konsumentscheidungen und Interessen geprägt wird.