Forschungsprojekt
Drohnen und KI für sichere Stromnetze
Im Rahmen eines Innosuisse Projekts mit dem Start-Up LINIA wurde eine KI-basierte Software zur automatisierten Inspektion von Hochspannungsleitungen mit Drohnen entwickelt. Ziel ist es, Schäden und Auffälligkeiten an Leitungen, Isolatoren und weiteren Komponenten zuverlässig zu erkennen und dem digitalen Leitungsmodell zuzuordnen. So kann die Wartung, Versorgungssicherheit sowie Effizienz nachhaltig verbessert werden.
Der Projekthintergrund
Hochspannungsnetze stehen unter zunehmendem Druck: Viele Leitungen sind veraltet, der Strombedarf wächst, Wartungsfenster sind knapp und Naturereignisse erhöhen die Anforderungen an einen sicheren Betrieb. Klassische Inspektionsmethoden wie Helikopterbefliegungen, Bodeninspektionen oder Besteigungen sind aufwendig, teuer und CO2-intensiv. Das Projekt adressiert diese Herausforderungen mit einer automatisierten Drohneninspektion, die eine präzisere, sicherere und skalierbare Zustandsüberwachung ermöglicht.
Technologische Lösung
Im Projekt wurden mehrere zentrale Bausteine entwickelt, um Bilddaten aus Drohnenflügen automatisiert auszuwerten. Ein Schwerpunkt lag auf der automatisierten Erkennung und Beurteilung der einzelnen Komponenten, wie den Isolatoren. Mittels eines spezialisierten Algorithmus werden die detektierten Komponenten einem Digital Twin der Hochspannungsleitung zugeordnet, was eine einfache und effiziente Auswertung ermöglicht. Zusätzlich wurde ein neuer KI-Ansatz zur Erkennung und Segmentierung von Leiterseilen sowie zur Detektion kritischer Defekte wie abstehender Adern und Verbrennungen entwickelt. Damit entstand eine technologische Grundlage, die visuelle Inspektionsdaten systematisch nutzbar macht und den Übergang zu einer datenbasierten Zustandsbewertung der Netzinfrastruktur ermöglicht.
Nutzen und Wirkung
Die Projektergebnisse schaffen für LINIA ein klares technologisches Alleinstellungsmerkmal im Markt. Die entwickelte Software ermöglicht eine strukturierte, einheitliche und skalierbare Zustandsbewertung von Netzinfrastruktur. Dies ermöglicht den Netzbetreibern, Wartungsbudgets gezielter einzusetzen und so die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Gleichzeitig reduziert die Drohneninspektion im Vergleich zu Helikopterflügen den CO2-Ausstoss deutlich. Ein besonderer Erfolg des Projekts ist die Übernahme von LINIA durch Axpo im Jahr 2024, welche die hohe Praxistauglichkeit und Marktrelevanz der gemeinsam entwickelten Technologie unterstreicht.
Projektrelevante Links:
Axpo LINIA
Medienmitteilung Axpo-Übernahme
Laufzeit: 01.06.2021 - 01.01.2024




