Forschungsprojekt
SAFire – SAF Innovation and Research Ecosystem
Die Fachgruppe Advanced Materials and Processes (AMP) führt im Auftrag des Kantons Zürich Machbarkeitsstudien durch, um geeignete Standorte, technologische Verfahrenswege und Partner für die Skalierung innovativer Technologien zur Herstellung von nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) in der Schweiz zu evaluieren. Durch die Fokussierung auf SAF-Produktionswege, die CO₂ als Rohstoff und lokale erneuerbare Energien nutzen, strebt das Projekt an, die Abhängigkeit der Schweiz von Kraftstoffimporten zu verringern, Treibhausgasemissionen (THG) aus schwer zu dekarbonisierenden Industrien zu senken und die Schweizer Wirtschaft zu stärken.
Die Luftfahrt ist derzeit für ca. 2,5 % der globalen THG-Emissionen und 11 % der gesamten Emissionen der Schweiz verantwortlich. Die Branche strebt bis 2050 Netto-Null-Emissionen an, wobei der Einsatz von SAF ein Schlüsselfaktor ist, der die Lebenszyklusemissionen im Vergleich zu fossilem Flugtreibstoff um bis zu 80 % reduzieren kann. Regulatorische Vorgaben (z. B. das ReFuelEU-Mandat) verpflichten Fluggesellschaften bereits heute zur Beimischung wachsender SAF-Anteile. Eine zentrale Herausforderung für die Luftfahrtindustrie besteht darin, dass das Erreichen von Netto-Null bis 2050 schätzungsweise 500 Millionen t/a SAF erfordert, während die aktuelle Produktionskapazität bei 2 Millionen t/a liegt. Diese Lücke bis 2050 zu schliessen, ist keine Frage schrittweiser Verbesserung; es erfordert die rasche Validierung neuer Produktionstechnologien, konsequentes Scale-up-Engineering, umfangreiche Infrastrukturinvestitionen und beschleunigte Zertifizierungswege. Dieses Projekt stellt sicher, dass die Schweiz mit der künftigen SAF-Nachfrage Schritt hält, indem die notwendigen Konsortien aufgebaut werden, um neu entstehende Schweizer Technologien zur industriellen SAF-Produktion auf Basis von CO₂ als Rohstoff zu führen. Mit bereits bestehenden Schlüsselpartnerschaften entlang der gesamten Technologie-Wertschöpfungskette laden wir Forschungsgruppen, Unternehmen und Investoren ein, sich an einer Industrie zu beteiligen, die sich in den nächsten 25 Jahren um das 250-Fache vergrössern muss.
Im Rahmen von SAFire verfolgen die geplanten strategischen Aktivitäten folgende Ziele:
- Beschleunigung Schweizer technologischer Innovationen sowie deren Skalierung und Industrialisierung, mit besonderem Fokus auf direktere SAF-Produktionsrouten über den MeOH-Pfad.
- Identifikation geeigneter Standorte im Grossraum Zürich (z. B. Flugplatz Dübendorf) für die Pilot- und industrielle SAF-Produktion.
- Durchführung techno-ökonomischer Bewertungen für unterschiedliche Anlagengrössen und Technologieszenarien.
- Verknüpfung der SAF-Produktion mit Endnutzern, unter Einbezug der Bewertung von Qualität und Emissionen.
- Zusammenarbeit mit Forschenden, Industriepartnern und potenziellen Stakeholdern, um künftige industrielle Produktion zu ermöglichen.
Kernstück dieser Initiative ist der Aufbau eines kompetenzbasierten Konsortiums für eine erste Pilot- und Demonstrationsanlage, die mit Schweizer Technologie die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt – d. h. von CO₂ (abgeschieden aus schwer dekarbonisierbaren Industrien) bis zur Produktion von eSAF. Eine anschliessende Phase soll diese Erkenntnisse in Technologieentwicklung, Skalierung und Industrialisierung überführen. Das unmittelbare Ziel ist somit die Skalierung innovativer SAF-bezogener Schweizer Technologien; das übergeordnete Ziel ist die Industrialisierung der SAF-Produktion in der Schweiz, um deren Energieunabhängigkeit zu stärken und gleichzeitig zu nationalen und internationalen Klimazielen beizutragen.



