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Medienmitteilungen der OST

Mit Lego-Steinen die Zukunft St.Gallens bauen

Medienmitteilung vom 28. Oktober 2026

Ein Velolift nach Rotmonten, eine Markthalle unter Brücken und mehr Grün mitten in der Stadt: Am Tag der offenen Tür der OST – Ostschweizer Fachhochschule entwickelten Besucherinnen und Besucher ihre Visionen für St.Gallen im Jahr 2040. Die Auswertung von 53 Steckbriefen durch das IDEE Institut für Innovation, Design und Engineering zeigt, welche Wünsche hinter den fantasievollen Modellen stehen.

Ein Velolift nach Rotmonten, eine Markthalle unter Brücken und mehr Grün mitten in der Stadt: Am Tag der offenen Tür der OST – Ostschweizer Fachhochschule entwickelten Besucherinnen und Besucher ihre Visionen für St.Gallen im Jahr 2040. Bild: Damian Imhof

Ein Windtaxi befördert Menschen und Waren durch die Stadt. Im Adlerbrunnen kann man baden, unter Brücken trifft man sich zum Einkaufen, und ein Velolift erleichtert den Weg ins steile Rotmonten. Was heute ungewöhnlich klingt, nahm am 19. September am Tag der offenen Tür der OST – Ostschweizer Fachhochschule Gestalt an: Kinder, Studierende und Erwachsene bauten am Stand «St.Gallen 2040» mit Lego-Steinen ihre persönliche Stadt der Zukunft. Auf Steckbriefen hielten sie fest, was ihre Modelle können und weshalb St.Gallen solche Orte braucht.

Entstanden sind 53 Beiträge – von konkreten Verbesserungsvorschlägen bis zur Teleportationsmaschine. Das IDEE Institut für Innovation, Design und Engineering der OST hat die Ideen ausgewertet. Hinter den unterschiedlichen Entwürfen treten wiederkehrende Anliegen hervor: Zugang zu Natur und Erholung, einfache und nachhaltige Mobilität, Treffpunkte für unterschiedliche Generationen sowie Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum.

Besonders häufig beschäftigen sich die Visionen mit Grünräumen. Der Beitrag «Das Wiesli soll bleiben» fordert, eine seit über 100 Jahren unbebaute Grünfläche im Museumsquartier zu erhalten

(Anmerkung: Die Stimmbevölkerung der Stadt St. Gallen hat die Wiesli-Initiative am 12. März 2023 mit rund 55 Prozent Nein-Stimmen klar abgelehnt). Andere Modelle zeigen Stadtgärten, ein Biotop oder ein Gewächshaus für nachhaltigen Anbau. Es geht um Orte, an denen Menschen pflücken, ernten, sitzen und sich an heissen Tagen abkühlen können. Die Zukunft der Stadt wird damit auch zur Frage, wie viel Raum Natur im Alltag erhält.

Bei der Mobilität reichen die Vorschläge vom futuristischen Windtaxi bis zum kostenlosen öffentlichen Verkehr. «ROVELO» soll als Velolift den Aufstieg nach Rotmonten erleichtern. Eine überdachte und begrünte Verkehrsachse bietet Platz für Velos, Skateboards und Rollschuhe. Gemeinsam ist diesen Ideen der Wunsch, unkompliziert unterwegs zu sein und den Stadtraum besser zu nutzen.

Wie Menschen zusammenleben, beschäftigt die Teilnehmenden ebenfalls. Eine Begegnungszone im Quartier Lachen soll Jung und Alt sowie verschiedene Kulturen zusammenbringen. In einer «Ideen-Werkstatt» dürfen Einfälle gemeinsam entwickelt, ausprobiert und auch wieder verworfen werden. Eine mobile Werkstatt und Angebote zum Tauschen und Reparieren von Kleidern greifen den Gedanken auf, Dinge länger zu nutzen. Die vorgeschlagene Markthalle unter bestehenden Brücken und das Projekt «Infra-Live», das alte Infrastrukturen in Aufenthaltsorte verwandeln möchte, suchen neue Möglichkeiten im bereits Vorhandenen.

Daneben haben Spiel und Fantasie ihren Platz: Ein Astronautenspielplatz lädt zu Abenteuern ein, eine Surf-Welle verbindet Wassersport mit Erholung im Grünen, und ein Superheld sorgt für Sicherheit. Solche Modelle machen Bedürfnisse sichtbar, auch wenn ihre Umsetzung offenbleibt.

Für das IDEE bilden die Steckbriefe einen Ausgangspunkt, um einzelne Ansätze weiterzudenken. Mit seiner Erfahrung in nutzerzentrierten Innovationsprozessen, Design Thinking und interdisziplinärer Projektarbeit kann das Institut helfen, daraus prüfbare Konzepte zu entwickeln. Denkbar sind Machbarkeitsabklärungen, Prototypen oder Pilotprojekte gemeinsam mit der Stadt, lokalen Organisationen und der Bevölkerung. Die Lego-Modelle liefern dafür erste Impulse – und zeigen, welche Qualitäten sich die Beteiligten für St.Gallen im Jahr 2040 wünschen.

Für Rückfragen:

  • Hannah Marti, Projektmitarbeiterin IDEE Institute for Innovation, Design and Engineering, 058 257 39 95, hannah.marti@ost.ch
  • Michael Breu, Kommunikation OST, 058 257 44 66, michael.breu@ost.ch