Kulturzyklus Kontrast goes digital

19.11.2020

Jeden Monat neue Podcasts

In diesem Herbst heisst es: Kulturzyklus Kontrast goes digital. Das Departement Soziale Arbeit der OST-Ostschweizer Fachhochschule verpackt den Kulturzyklus Kontrast in diesem Jahr in eine Podcast-Serie, da die langjährige Veranstaltungsreihe aufgrund der aktuellen COVID-19 Lage nicht vor Ort durchgeführt werden kann. Seit dem 13. November werden ein ganzes Jahr lang jeden Monat ein bis zwei Gespräche rund um Kunst, Literatur, Musik und Film online publiziert. Den Auftakt macht ein Gespräch mit dem Autor Martin Hailer. Alle Informationen sowie die Podcasts finden Sie hier: www.ost.ch/kontrast

Der Start zur achten Ausgabe von Kulturzyklus Kontrast läuft dieses Jahr digital. Während der vergangenen sieben Jahren eröffneten Künstlerinnen und Künstler mit einer Behinderung alljährlich aussergewöhnliche Zugänge zu unterschiedlichen Kultursparten. Ob Kunst, Literatur, Film, Pantomime oder Musik – das Programm am Kulturzyklus Kontrast ist in seiner Vielfalt einzigartig. «Aufgrund der Covid-19 Lage präsentiert sich der Kulturzyklus in diesem Jahr digital. Wir tauschen uns in persönlichen Gesprächen mit Künstlerinnen, Künstlern und Persönlichkeiten, die sich im Themenkreis Kunst und Behinderung bewegen, über ihre Arbeit aus», erklärt Stefan Ribler, Initiator und Moderator der Kulturreihe. «Wir möchten ihnen eine Plattform geben, ihr künstlerisches Werk, ihr Wirken und ihren künstlerischen Weg zu präsentieren.» In seinem Einführungspodcast gibt der engagierte Dozent einen kurzweiligen Rückblick auf vergangene Veranstaltungen und macht neugierig auf die Gespräche, die er ein Jahr lang zum Thema Kunst und Behinderung mit Künstlerinnen und Künstlern führt.

Sprechen über Tabus

Den Auftakt zum Kulturzyklus Kontrast im Podcast-Format macht der Schriftsteller Martin Hailer. «Was guckst du so behindert?» hiess sein 2012 erschienener Debütroman. 2018 reichte der studierte Übersetzer und Dolmetscher sein Folgewerk «Geisterfahrer – Ein Sozialroman» nach. Im Podcast vom 13. November spricht er über das Schreiben während Corona-Zeiten, über positive Diskriminierung und sein selbst organisiertes Leben mit seiner Freundin Laura, das mithilfe eines IV-Assistenzbeitrags möglich ist.

Dem Schriftsteller Martin Hailer ist das Sprechen über Tabus ein wichtiges Anliegen. Klischeehaften und tabuisierten Vorstellungen über Liebe und Behinderung, Sexualität, Pflege und Intimität setzt er in seinen Büchern und Gesprächen ein differenziertes Bild entgegen. Bei den allermeisten Menschen überwiege die Vorstellung, dass sich in einer Liebesbeziehung die nicht-behinderte Person immer um den behinderten Partner kümmere. Das greife aber zu kurz. Wie in jeder Beziehung gibt es Aushandlungsprozesse über die Gestaltung der Rollen und des Alltags. «Die grösste Herausforderung in der Beziehung zwischen einem Rollstuhlfahrer und einem Fussgänger ist das Vermitteln zwischen den eigenen Bedürfnissen, denen der Partnerin und den Ansprüchen der Pflege-Assistenten», so der Autor.

Die IV-Assistenz ermöglicht Martin Hailer ein selbstbestimmtes Leben. Seine Partnerin Laura beschreibt ihre Haltung zum Umgang damit im Beziehungsalltag: «Bei der Pflegeassistenz ist es wie wenn der Elektriker kommt. Du kannst es nicht selber machen, dann macht’s einer für dich». Und bringt ihre Sichtweise auf den Punkt: «Behinderung ist für mich wie die Haarfarbe eines Menschen – sie gehört einfach dazu». Martin Hailer gewährt mit offenen Worten einen Blick auf persönliche Themen und ermöglicht Nicht-Betroffenen damit auch einen Perspektivenwechsel.

Aussergewöhnliche Gespräche – jederzeit zugänglich

Podcasts sind eine Plattform, um Menschen kennenzulernen. Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung sprechen mit Stefan Ribler vor einem Mikrofon über sich und ihre Werke. Auch andere Persönlichkeiten, die sich im Themenkreis Kunst mit Behinderung bewegen, kommen zu Wort. In den Gesprächen eröffnen sie aussergewöhnliche und spannende Zugänge zu unterschiedlichen Kultursparten. Sie fragen danach, was vermeintlich «normal» ist und stellen in ihren künstlerischen Antworten die Welt auf den Kopf. In der Podcast-Reihe «Kulturzyklus Kontrast» publiziert die OST ‒ Ostschweizer Fachhochschule ein Jahr lang jeden Monat ein bis zwei neue Gespräche rund um Kunst, Film, Literatur und Musik, die von interessierten Personen jederzeit und überall gehört werden können.

Und hier noch ein Ausblick auf die nächsten Gäste:

  • Oli Hauenstein und sein Partner Eric Gadient, Clown, Podcast 27.11.2020
  • Rose Ehrenmann mit Frau Corina Schleuniger vom Living Museum 
  • Alex Oberholzer, Filmjournalist
  • Peter Honegger, Experte, Gast seit Anbeginn des Kulturzyklus
  • Gerhard Protschka, Leiter Kurzfilmfestival look & roll 
  • Michael Fehr, Autor und Slamer 
  • Graf Fidi, Rapper und Aktivist
  • Phil Hubbe, Cartoonist

Alle Informationen sowie die Podcasts finden Sie hier: www.ost.ch/kontrast

Informationen zu Martin Hailer finden Sie hier: martin-hailer.ch

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Kulturzyklus Kontrast goes digital

19.11.2020

Jeden Monat neue Podcasts

In diesem Herbst heisst es: Kulturzyklus Kontrast goes digital. Das Departement Soziale Arbeit der OST-Ostschweizer Fachhochschule verpackt den Kulturzyklus Kontrast in diesem Jahr in eine Podcast-Serie, da die langjährige Veranstaltungsreihe aufgrund der aktuellen COVID-19 Lage nicht vor Ort durchgeführt werden kann. Seit dem 13. November werden ein ganzes Jahr lang jeden Monat ein bis zwei Gespräche rund um Kunst, Literatur, Musik und Film online publiziert. Den Auftakt macht ein Gespräch mit dem Autor Martin Hailer. Alle Informationen sowie die Podcasts finden Sie hier: www.ost.ch/kontrast

Der Start zur achten Ausgabe von Kulturzyklus Kontrast läuft dieses Jahr digital. Während der vergangenen sieben Jahren eröffneten Künstlerinnen und Künstler mit einer Behinderung alljährlich aussergewöhnliche Zugänge zu unterschiedlichen Kultursparten. Ob Kunst, Literatur, Film, Pantomime oder Musik – das Programm am Kulturzyklus Kontrast ist in seiner Vielfalt einzigartig. «Aufgrund der Covid-19 Lage präsentiert sich der Kulturzyklus in diesem Jahr digital. Wir tauschen uns in persönlichen Gesprächen mit Künstlerinnen, Künstlern und Persönlichkeiten, die sich im Themenkreis Kunst und Behinderung bewegen, über ihre Arbeit aus», erklärt Stefan Ribler, Initiator und Moderator der Kulturreihe. «Wir möchten ihnen eine Plattform geben, ihr künstlerisches Werk, ihr Wirken und ihren künstlerischen Weg zu präsentieren.» In seinem Einführungspodcast gibt der engagierte Dozent einen kurzweiligen Rückblick auf vergangene Veranstaltungen und macht neugierig auf die Gespräche, die er ein Jahr lang zum Thema Kunst und Behinderung mit Künstlerinnen und Künstlern führt.

Sprechen über Tabus

Den Auftakt zum Kulturzyklus Kontrast im Podcast-Format macht der Schriftsteller Martin Hailer. «Was guckst du so behindert?» hiess sein 2012 erschienener Debütroman. 2018 reichte der studierte Übersetzer und Dolmetscher sein Folgewerk «Geisterfahrer – Ein Sozialroman» nach. Im Podcast vom 13. November spricht er über das Schreiben während Corona-Zeiten, über positive Diskriminierung und sein selbst organisiertes Leben mit seiner Freundin Laura, das mithilfe eines IV-Assistenzbeitrags möglich ist.

Dem Schriftsteller Martin Hailer ist das Sprechen über Tabus ein wichtiges Anliegen. Klischeehaften und tabuisierten Vorstellungen über Liebe und Behinderung, Sexualität, Pflege und Intimität setzt er in seinen Büchern und Gesprächen ein differenziertes Bild entgegen. Bei den allermeisten Menschen überwiege die Vorstellung, dass sich in einer Liebesbeziehung die nicht-behinderte Person immer um den behinderten Partner kümmere. Das greife aber zu kurz. Wie in jeder Beziehung gibt es Aushandlungsprozesse über die Gestaltung der Rollen und des Alltags. «Die grösste Herausforderung in der Beziehung zwischen einem Rollstuhlfahrer und einem Fussgänger ist das Vermitteln zwischen den eigenen Bedürfnissen, denen der Partnerin und den Ansprüchen der Pflege-Assistenten», so der Autor.

Die IV-Assistenz ermöglicht Martin Hailer ein selbstbestimmtes Leben. Seine Partnerin Laura beschreibt ihre Haltung zum Umgang damit im Beziehungsalltag: «Bei der Pflegeassistenz ist es wie wenn der Elektriker kommt. Du kannst es nicht selber machen, dann macht’s einer für dich». Und bringt ihre Sichtweise auf den Punkt: «Behinderung ist für mich wie die Haarfarbe eines Menschen – sie gehört einfach dazu». Martin Hailer gewährt mit offenen Worten einen Blick auf persönliche Themen und ermöglicht Nicht-Betroffenen damit auch einen Perspektivenwechsel.

Aussergewöhnliche Gespräche – jederzeit zugänglich

Podcasts sind eine Plattform, um Menschen kennenzulernen. Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung sprechen mit Stefan Ribler vor einem Mikrofon über sich und ihre Werke. Auch andere Persönlichkeiten, die sich im Themenkreis Kunst mit Behinderung bewegen, kommen zu Wort. In den Gesprächen eröffnen sie aussergewöhnliche und spannende Zugänge zu unterschiedlichen Kultursparten. Sie fragen danach, was vermeintlich «normal» ist und stellen in ihren künstlerischen Antworten die Welt auf den Kopf. In der Podcast-Reihe «Kulturzyklus Kontrast» publiziert die OST ‒ Ostschweizer Fachhochschule ein Jahr lang jeden Monat ein bis zwei neue Gespräche rund um Kunst, Film, Literatur und Musik, die von interessierten Personen jederzeit und überall gehört werden können.

Und hier noch ein Ausblick auf die nächsten Gäste:

  • Oli Hauenstein und sein Partner Eric Gadient, Clown, Podcast 27.11.2020
  • Rose Ehrenmann mit Frau Corina Schleuniger vom Living Museum 
  • Alex Oberholzer, Filmjournalist
  • Peter Honegger, Experte, Gast seit Anbeginn des Kulturzyklus
  • Gerhard Protschka, Leiter Kurzfilmfestival look & roll 
  • Michael Fehr, Autor und Slamer 
  • Graf Fidi, Rapper und Aktivist
  • Phil Hubbe, Cartoonist

Alle Informationen sowie die Podcasts finden Sie hier: www.ost.ch/kontrast

Informationen zu Martin Hailer finden Sie hier: martin-hailer.ch