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Zur Entstehungsgeschichte des IMES

Vom MICROSWISS Zentrum der 1990er Jahre über die Gründung von ams Schweiz bis zum heutigen Institut für Mikroelektronik, Embedded Systems und Sensorik: Die Geschichte des IMES ist geprägt von der engen Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Industrie.

Die Wurzeln des heutigen IMES reichen in die frühen 1990er Jahre zurück und stehen in engem Zusammenhang mit dem MICROSWISS Programm des Bundes zur Förderung der Mikroelektronikkompetenz in der Schweizer Industrie. Im Rahmen dieses Programms wurde 1992 an der damaligen Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) das MICROSWISS Zentrum OST gegründet. Unter der Leitung von Prof. Werner Hinn entwickelte sich das Zentrum rasch zu einer erfolgreichen Forschungs- und Entwicklungsplattform mit rund 10 bis 15 Mitarbeitenden.

MICROSWISS beziehungsweise das spätere IMES war damals als Foundry-Kunde eng mit dem österreichischen Halbleiterhersteller ams verbunden. Für die Full-Custom-Designs des Instituts bestand bereits früh eine enge Zusammenarbeit mit ams, wodurch wertvolle Kontakte und gemeinsame Aktivitäten entstanden.

Nach dem Auslaufen des Förderprogramms Ende 1997 entschied die Hochschulleitung, die aufgebauten Kompetenzen und Aktivitäten in ein dauerhaftes Institut der HSR zu überführen. In den Jahren 1998 und 1999 wurden noch laufende Projekte bis zu ihrem Abschluss weiter finanziert. In dieser Phase übernahm Thomas Troxler die Leitung des neu gegründeten Instituts und prägte dessen weitere Entwicklung entscheidend. Er gab dem Institut den Namen IMES, ursprünglich als Akronym für Institut für Mikroelektronische Systeme.

Parallel dazu intensivierten sich die bestehenden Kontakte zu ams weiter. Das Unternehmen plante damals den Aufbau einer neuen 8-Zoll-Halbleiterfabrik in Unterpremstätten bei Graz und benötigte zusätzliche IC-Designer, um neue Produkte für diese Fertigung zu entwickeln. Da sich nur schwer genügend Fachkräfte für einen Umzug nach Graz finden liessen, entstand die Idee, einen zusätzlichen Entwicklungsstandort in Rapperswil aufzubauen.

Im September 2000 wurde schliesslich ein Kooperationsvertrag zwischen der HSR und ams abgeschlossen. Am 1. Januar 2001 nahm ams Schweiz in Rapperswil offiziell den Betrieb auf. Das Gründungsteam bestand mehrheitlich aus ehemaligen Mitarbeitenden des IMES und bildete den Kern des neuen Designzentrums. Insgesamt wechselten damals neun der zehn Mitarbeitenden zu ams.

Mit der Gründung von ams Schweiz begann gleichzeitig auch eine Neu-Gründungs-Phase für das IMES an der HSR. Ab 2001 wurde das Institut von Prof. Werner Hinn neu gegründet und komplett neu aufgebaut. Deshalb gilt das Jahr 2001 als Gründungsjahr des IMES. Mit dem Beitritt des Fachbereichs Embedded Systems unter Prof. Erwin Brändle erhielt das Institut seine neue Ausrichtung als Institut für Mikroelektronik und Embedded Systems

Neue organisatorische Rahmenbedingungen förderten das weitere Wachstum des Instituts. Prof. Dr. Teddy Loeliger und Prof. Reto Bonderer schlossen sich als Institutspartner dem IMES an und brachten ihre jeweiligen Fachgebiete sowie Forschungsprojekte ein. Dadurch verbreiterte sich das Kompetenzspektrum des IMES kontinuierlich und schuf die Grundlage für die interdisziplinäre Ausrichtung des Instituts.

Mit der Pensionierung von Prof. Werner Hinn im Jahr 2011 übernahm Prof. Dr. Paul Zbinden die Institutsleitung und führte die Entwicklung des IMES erfolgreich weiter. Im selben Zeitraum kam Prof. Guido Keel zum IMES, der die Sensorik mit der Mikroelektronik verbindet und damit einen wichtigen Beitrag zur fachlichen Weiterentwicklung des Instituts leistete. Unter der Leitung von Prof. Dr. Zbinden wurde die strategische Ausrichtung des Instituts geschärft und an die sich wandelnden Anforderungen von Industrie und Forschung angepasst. Dies spiegelte sich auch im Institutsnamen wider: Aus dem Institut für Mikroelektronik und Embedded Systems wurde das heutige Institut für Mikroelektronik, Embedded Systems und Sensorik (IMES). Die Aktivitäten des Instituts konzentrieren sich seither auf die vier Kompetenzbereiche Mikroelektronik, Embedded Systems, Sensorik sowie Advanced System Technologies (FPGA, SoC).

Im Zuge der Fusion der Fachhochschulen zur OST Ostschweizer Fachhochschule, erhielt das IMES schliesslich auch ein neues Erscheinungsbild. Das bisherige Institutslogo wurde durch ein OST konformes Design ersetzt und in die gemeinsame visuelle Identität der Hochschule integriert. Damit wurde die enge Zugehörigkeit des IMES zur OST auch nach aussen sichtbar.

Im Jubiläumsjahr «25 Jahre IMES» öffnen wir unsere Türen und geben Einblicke in unsere Geschichte, unsere Labore und unsere aktuellen Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Lernen Sie das IMES und die Menschen dahinter persönlich kennen. 

Kontakt für Führungen:

roman.willi@ost.ch