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Im Herbst haben zwei erfahrene neue Mitarbeitende den Fachbereich Wind Energy Innovation verstärkt: Avni Jain und Tom Clark.

Neue Mitarbeiterin – Avni Jain 

Avni Jain ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin am IET tätig. Sie arbeitet hauptsächlich am Projekt «Formal workflows for intelligent digital twins in wind energy», das vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert wird. 

Windenergie ist eine Schlüsseltechnologie, um die globalen Netto-Null-Ziele zu erreichen. Intelligente digitale Zwillinge sind für den Windenergiesektor besonders wichtig, weil sie Entscheidungen im Betrieb grosser Anlagenflotten verbessern können. Dafür braucht es allerdings weitere Forschung und Entwicklung, insbesondere bei der Umsetzung der Workflows. Das Projekt untersucht deshalb den Einsatz formaler Workflows für intelligente digitale Zwillinge in der Windenergie. Diese Zwillinge dienen der Diagnose und Vorhersage von strukturellen Schäden und bilden die Grundlage für Wartungsentscheidungen. 

Avni ist Bauingenieurin mit mehr als zehn Jahren Erfahrung in den Bereichen Eisenbahninfrastruktur, erneuerbare Energien, erdbebensicheres Bauen sowie Öl- und Gasindustrie. In ihrer Arbeit verbindet sie Strukturdynamik, Finite-Elemente-Modellierung, Signalverarbeitung, Optimierung und maschinelles Lernen. Sie hat einen Master of Science in Bauingenieurwesen vom Politecnico di Milano und promovierte in Strukturdynamik an der TU Delft. In ihrer Dissertation entwickelte sie eine energiebasierte Methode, um beginnende Schäden in körnigen Materialien zu erkennen. Damit lassen sich Gleisübergänge auslegen, die weniger verschleissen und günstiger zu unterhalten sind. Als Postdoktorandin in der Offshore-Technik an der TU Delft setzte sie graphbasierte neuronale Netze und Surrogatmodelle des maschinellen Lernens ein, um Wellenenergieanlagen unter Unsicherheiten zu optimieren. Zuvor arbeitete sie bei Engineers India Limited und Cimolai an Offshore-Bohrlochkopfplattformen, in der Öl- und Gastechnik sowie am European Extremely Large Telescope. 

An der OST will Avni physikalisch fundierte Modelle, maschinelles Lernen und reale Überwachungsdaten kombinieren. So sollen Windenergieanlagen zuverlässiger werden und kostengünstiger arbeiten. 

Neuer Mitarbeiter – Tom Clark 

Tom Clark ist im September ans Institut an der OST gekommen. Er arbeitet im neuen Projekt «Novel experimental methods for investigating wind turbine rotor blade tip vortex formation and breakdown in atmospheric turbulence» mit, das ebenfalls vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert wird. 

Gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) setzt Tom neuartige experimentelle Verfahren ein: Mithilfe von Seifenblasen macht er sichtbar, wie sich die Luft in atmosphärischer Turbulenz bewegt, während sie durch die Forschungswindenergieanlage der OST in Winterthur strömt. Die Visualisierung zeigt Form und Struktur der Rotorblattspitzenwirbel, die die Dynamik der Anlage massgeblich beeinflussen. 

Tom bringt Erfahrung in der Strömungsdynamik von Turbulenzen sowie in der Softwareentwicklung für die Windenergiebranche mit. Er kam zur OST, nachdem er 15 Jahre in der Industrie gearbeitet und dort ein auf Softwareentwicklung spezialisiertes Beratungsunternehmen geleitet hatte. Sein Ziel im Projekt ist ein umfassender experimenteller und analytischer Rahmen, mit dem wir die Auswirkungen von Turbulenzen auf Windenergieanlagen wesentlich besser verstehen. 

Ausserdem bringt Tom langjährige Erfahrung mit Open-Source-Software-Tools (Octue, Bezier, Strands) ein. Im Projekt «Exploring ORD practices with the IEA Wind Technology Collaboration Programme» hat er bereits den IEA Wind Data Catalogue aufgebaut. Der Katalog erfasst die Plattformen, auf denen die Autor:innen von IEA Wind ihre Publikationen üblicherweise veröffentlichen: Zenodo, DataCite, Crossref, GitHub, OSTI, den Wind Data Hub und die Websites der Tasks. Daraus entsteht eine durchsuchbare Liste von Publikationen von IEA Wind und verwandten Themen. 

Der Fachbereich Wind Energy Innovation am IET 

Der Fachbereich Wind Energy Innovation am IET wird von Sarah Barber geleitet. Sarah Barber, ursprünglich Aerodynamikerin, ist Leiterin des Fachbereichs Wind Energy Innovation und Dozentin an der  Sarah ist Operating Agent der IEA Wind Task 66 zum Thema Digitalisierung und Gründerin des Open-Innovation-Ökosystems «WeDoWind». Zudem engagiert sie sich mit Leidenschaft für Vielfalt und Inklusion und präsidiert das Komitee für Diversity, Equity and Inclusion der European Academy of Wind Energy. Als zertifizierte Business-Coach leitet sie in ihrer Freizeit Führungsworkshops für Ingenieurinnen und Ingenieure. 

Der Fachbereich arbeitet interdisziplinär mit Ingenieur:innen, Informatiker:innen, Sozialwissenschaftler:innen und externen Anspruchsgruppen zusammen, um komplexe technische Probleme der Windenergie zu lösen. Der Schwerpunkt liegt auf der Strömungsdynamik. Wir bieten der globalen Windenergie-Community offene, kooperative und praxisorientierte Lösungen, fortschrittliche intelligente Systeme, Ressourcen und Empfehlungen.