Biodiversität steigert die Qualität von Wohngebäuden
Mehr Natur rund ums Eigenheim
Einheimische Sträucher, begrünte Dächer und entsiegelte Flächen schaffen Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Gleichzeitig mindern sie Hitze und halten Regenwasser zurück. Forschende des IFL Institut für Finance und Law und des ILF Institut für Landschaft und Freiraum der OST haben gemeinsam mit Minergie untersucht, wie solche Massnahmen bewertet werden können. Im Fokus stehen einzelne Ein- und Mehrfamilienhäuser mit ihren Aussenräumen.
Neue Chancen für den Immobilienmarkt
Die Studie zeigt, dass die Nachfrage nach naturnahen Gärten steigt. Beim Immobilienverkauf spielt Biodiversität bisher jedoch eine untergeordnete Rolle. «Biodiversität ist heute noch kein eigenständiger Marktstandard, sie kann aber zu einem Differenzierungsmerkmal werden», erklärt Sabrina Graf, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am IFL Institut für Finance und Law der OST. Besonders attraktiv sind sichtbare Vorteile wie schattige Gärten und angenehmere Temperaturen.
Biodiversität als messbares Qualitätsmerkmal
Bislang fehlt ein einfaches, allgemein anerkanntes Bewertungssystem für die Biodiversität privater Wohnliegenschaften. Die Forschenden empfehlen deshalb, bestehende Instrumente zusammenzuführen. So könnten Eigentümerinnen und Eigentümer die ökologische Qualität ihrer Grundstücke künftig nachweisen. Auch Banken und Gebäudelabels könnten diese Informationen bei Finanzierungen und Zertifizierungen berücksichtigen.
«Auch kleine Flächen können in ihrer Summe einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität im Siedlungsraum leisten.»
Christoph Küffer, Professor für Siedlungsökologie am ILF Institut für Landschaft und Freiraum der OST
