«Exzellenz ist nicht die Abwesenheit von Fehlern», sagt Thomas Zurbuchen. Entscheidend sei vielmehr, wie Teams mit Herausforderungen umgehen, voneinander lernen und gemeinsam hohe Ziele verfolgen. Der ehemalige NASA-Forschungsdirektor ist Jubiläumsgast des WTT Young Leader Award 2026. Der Anlass findet am Mittwoch, 28. Oktober, in der Tonhalle St.Gallen statt. Erwartet werden rund 600 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.
Einflussreichster Wissenschaftler
Thomas Zurbuchen wuchs im Berner Oberland auf und machte international Karriere als Astrophysiker und Hochschulprofessor, bevor ihn die NASA 2016 in die Geschäftsleitung berief. Als Leiter der Wissenschaftsdirektion verantwortete er ein Budget von knapp acht Milliarden Dollar, führte bis zu 10’000 Mitarbeitende und koordinierte über hundert Missionen gleichzeitig – von Satellitenprogrammen bis zu Expeditionen ins Weltall. Deshalb galt er als der «einflussreichste Wissenschaftler der Welt».
Während seiner Amtszeit entstanden einige der bedeutendsten Raumfahrtprojekte der Gegenwart – darunter das James-Webb-Weltraumteleskop sowie Missionen zum Mond und Mars. In den USA ist Zurbuchen deshalb als «Dr. Z» bekannt. Heute wirkt Zurbuchen an der ETH Zürich, wo er als Professor Talente fördert, Innovationsprojekte und Start-ups begleitet sowie den Austausch von Forschung und Wirtschaft vorantreibt.
Award-Talk: Wie Leadership Exzellenz schafft
Der Award-Talk mit Thomas Zurbuchen steht unter dem Titel «Wie Leadership Exzellenz schafft». Im Zentrum stehen Fragen, die weit über die Raumfahrt hinausreichen: Wie wachsen Spitzenteams, die schwierige Missionen zum Erfolg führen? Wie gelingen hochkomplexe Vorhaben? Und wie bringt man Projekte zum Gelingen, bei denen viel auf dem Spiel steht und der Ausgang offen ist?
Zurbuchen weiss aus Erfahrung, wie aus grossen Ideen konkrete Resultate entstehen. «Die besten Ideen waren selten von mir», sagt er. Entscheidend sei, die richtigen Menschen zusammenzubringen, die an grosse Visionen glauben. Vielfalt, Widerspruch und der offene Umgang mit Problemen seien zentral für erfolgreiche Teams.
