Das erste St.Galler Vielfaltsforum ging erfolgreich über die Bühne. Viele unterschiedliche Menschen kamen zusammen, um über das Thema Neurodivergenz in der Arbeitswelt zu sprechen. Prof. Dr. Alexandra Cloots, Leiterin des iDNA Instituts für Diversität und Neue Arbeitswelten, setze gleich am Anfang die Richtung, die für das ganze Vielfaltsforum galt: «Die Frage ist nicht, wie passen Menschen in unsere Organisationsstrukturen, sondern wie müssen wir die Strukturen gestalten, damit unterschiedliche Menschen ihr Potenzial entfalten können.»
Es folgte ein Impuls der Fachpsychologinnen Barbara Klingler-Schelling und Bettina Hummler in dem sie aufzeigten, dass es zwar Diagnosen gibt und braucht, dass die neurologische Vielfalt neben Herausforderungen, vor allem aber auch Stärken mit sich bringt. Die SBB zeigte in ihrer Keynote, ihren Weg der Community Neurodiversität@SBB, vorgestellt von Sabine Lehner und Daniela Rubin, auf und ging auf die Höhen und Tiefen ein, die ein solches Unterfangen mit sich bringen kann. Sie betonten, dass das Sensibilisieren für die Thematik sowie Sichtbarkeit zu schaffen, ein wichtiger Schritt sei, um das Thema nachhaltig im Unternehmen zu verankern.
Die Teilnehmenden konnten anschliessend in vier unterschiedlichen Workshops, durchgeführt von der AXA Schweiz, EnableMe, der Fachstelle Autismus Ost und HR Today, Fragen und Gedanken zu Neurodiversität vertiefen. Die Themen reichten von Neurodivergenz bei der AXA, über Neurodivergenz als Wettbewerbsvorteil zu Autismus im Berufsalltag, bis hin zu der Frage, ob neurodivergente Menschen Seismografen sein könnten, die auf strukturelle Herausforderungen der Arbeitswelt hinweisen.
Es wurde viel diskutiert und ausgetauscht, auch die Pause wurde für den weiteren Austausch genutzt und so war es eine lebhafte und offene Stimmung, die das St.Galler Vielfaltsforum prägte.
In der darauffolgenden Denkwerkstatt konnten sich die Teilnehmenden an Themenstationen zu den unterschiedlichen Perspektiven auf Neurodivergenz aus der Sicht von HR, Infrastruktur und Führung/Team weiter austauschen. Hier wurden Probleme und Herausforderungen genannt und gemeinsam an Lösungsideen gearbeitet. Der Austausch profitierte davon, dass eigene Erfahrungen und gelungene Beispiele mit eingebracht wurden und die Teilnehmenden so direkt Praxisbeispiele zum Mitnehmen bekamen.
Gegen Ende des ersten St.Galler Vielfaltsforum gab Julie Cartwright von EnableMe in ihrer Keynote den Teilnehmenden einen Einblick in ihre persönliche Neurodivergenz-Reise und stellte fest, dass Menschen nicht gleich arbeiten müssen, um gleich erfolgreich sein zu können. Zum Abschluss gewährte auch Sibylle Minder Hochreutener, Leiterin der Fachabteilung für Interdisziplinäre Querschnittsthemen IQT, einen persönlichen Einblick in ihren Arbeitsalltag als Führungskraft von, unter anderem, neurodivergenten Mitarbeitenden.
Die Teilnehmenden konnten sich abschliessend bei einem Apéro über die erste Durchführung des St.Galler Vielfaltsforum auf der Dachterrasse der OST austauschen.
Das nächste St.Galler Vielfaltsforum am 2. September 2027 wird das Thema «Belonging & Wellbeing - Wenn Menschen dazugehören, entstehen gesunde Organisationen» in den Fokus nehmen. Tragen Sie sich die Veranstaltung bereits jetzt in Ihrem Kalender ein.



