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So vielfältig wohnen Babyboomer

07.08.2026

Babyboomer gelten oft als wohlhabende, aktive und flexible Generation. Eine Studie der OST – Ostschweizer Fachhochschule in Kooperation mit der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW zeigt jedoch, dass dieses Bild zu kurz greift. Die Wohnrealitäten der zwischen 1957 und 1966 Geborenen sind vielfältig und stellen neue Anforderungen an die Planung von Wohnraum.

Symbolbild: Ein Mehrfamilienhaus mit Balkonen in einem Wohnquartier. Vor dem Gebäude befinden sich Grünflächen und eine Strasse, im Hintergrund sind weitere Wohnhäuser und eine Berglandschaft zu sehen. Das Bild weist einen rosafarbenen Farbfilter auf.
Selbstbestimmung, soziale Beziehungen und das vertraute Wohnumfeld prägen das Wohnen vieler Babyboomer.

Studie widerlegt Stereotyp der «Golden Agers»

Forschende des IFSAR Institut für Soziale Arbeit und Räume haben untersucht, wie Babyboomer heute wohnen, welche Bedürfnisse ihr Wohnen prägen und wie sie Wohnveränderungen gestalten. Mit der Pensionierung, dem Auszug der Kinder oder ersten gesundheitlichen Einschränkungen verändert sich für viele der Alltag und damit auch die Anforderungen an das Wohnen. Grundlage der Studie bilden qualitative Interviews mit Babyboomern aus der Deutschschweiz sowie die Auswertung bestehender Studien und statistischer Daten.

Vielfältige Wohnrealitäten

Die Ergebnisse zeigen: Babyboomer gestalten ihr Wohnen sehr unterschiedlich. Während einige ihr Eigenheim an neue Lebensphasen anpassen oder zwischen mehreren Wohnorten pendeln, suchen andere nach gemeinschaftlichen Wohnformen oder müssen innerhalb begrenzter finanzieller Möglichkeiten kreative Lösungen finden.

«Wer über finanzielle und soziale Ressourcen verfügt, kann mehrere Wohnorte nutzen, Wohnprojekte mitentwickeln oder auf barrierearmen Wohnraum ausweichen.»

Prof. Dr. Nicola Hilti, Forschungsleiterin

Porträt Nicola Hilti, Co-Leiterin Institut für Soziale Arbeit und Räume IFSAR.

Selbstbestimmung und soziale Beziehungen sind zentral

Für viele stehen Selbstbestimmung, soziale Beziehungen und eine gute Erreichbarkeit von Versorgung, Gesundheitsdiensten und öffentlichem Verkehr im Mittelpunkt. «Wer über finanzielle und soziale Ressourcen verfügt, kann mehrere Wohnorte nutzen, Wohnprojekte mitentwickeln oder auf barrierearmen Wohnraum ausweichen. Andere sind gezwungen, innerhalb enger materieller Grenzen kreative Lösungen zu finden», sagt Forschungsleiterin Nicola Hilti. Frauen ziehen zudem häufiger neue Wohnformen in Betracht und gestalten Wohnveränderungen bewusster als Männer. 

Wer Wohnraum für diese Generation plant, sollte die unterschiedlichen Lebenssituationen und Bedürfnisse der Babyboomer berücksichtigen.