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Sozial assistive Roboter unterstützen in der Langzeitpflege

16.09.2026

Sozial assistive Roboter unterstützen Menschen im Arbeitsalltag, in der Ausbildung, im Servicebereich oder im Gesundheitswesen. Sie leisten ihre Unterstützung nicht durch physische Arbeit, sondern über soziale Interaktionen. Sie kommunizieren mit Menschen, und nutzen Gestik oder Mimik, um soziale Interaktion zu fördern und das Wohlbefinden zu steigern.

Ein wichtiges Einsatzgebiet für sozial assistive Roboter sind Alters- und Pflegeheime. Dort können sie dazu beitragen, die Lebensqualität der Bewohnenden zu verbessern. Gleichzeitig befürchten kritische Stimmen, dass Roboter zwischenmenschliche Beziehungen verschlechtern, oder als Ersatz für qualifiziertes Pflegepersonal eingesetzt werden. Zudem wird diskutiert, ob der Einsatz von sozial assistiven Robotern bei Menschen mit Demenz ethisch vertretbar ist, da diese allenfalls nicht erkennen, dass ein Roboter keine echten Emotionen hat. 

Nachgewiesene Vorteile

Aktuelle Studien zeigen, dass sozial assistive Roboter in Alters- und Pflegeheimen positive Wirkungen haben. Die Roboter können beruhigend wirken, die Stimmung verbessern und Gefühle von Einsamkeit reduzieren. 

Studien weisen zudem darauf hin, dass sich Angst- und Stressgefühle verringern. Pflegefachpersonen berichten, dass Bewohnende besser schlafen oder weniger Medikamente brauchen. Darüber hinaus können sozial assistive Roboter die Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Bewohnenden unterstützen und Erinnerungen aktivieren. Auch der Austausch zwischen den Bewohnenden wird gefördert.

In Alters- und Pflegeheimen gewinnen insbesondere tierähnliche Roboter, als Alternative zu tiergestützten Interventionen, an Bedeutung. Bei solchen Interventionen besuchen Tiere ältere Menschen und tragen dazu bei, Einsamkeitsgefühle zu verringern.

Tierähnliche Roboter können erzielen ähnliche positive Wirkungen und bieten gleichzeitig praktische Vorteile. Zwar erfordern die Roboter regelmässige Wartung, gleichzeitig müssen sie nicht gefüttert werden, und lösen keine Allergien aus.

Hindernisse beim Einsatz

Trotz den bewiesenen Vorteile, werden sozial assistive Roboter nur vereinzelt in Alters- und Pflegeheimen eingesetzt. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass sie als neues Hilfsmittel in bestehende Arbeitsabläufe integriert werden müssen. Dafür braucht es angepasste Prozesse, klare Zuständigkeiten und eine sorgfältige Einführung für das Personal. Zudem können die Anschaffungskosten mehrere tausend Franken betragen.

Auch die technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen spielen eine Rolle. Es muss geklärt werden, wo die Geräte geladen werden können, ob ausreichend Stromanschlüsse vorhanden sind und wie zuverlässig die Internetverbindung vor Ort funktioniert. Solche Anpassungen benötigen auf organisatorischer Ebene oft Zeit und Ressourcen.

Ein gelingender Einsatz

Für eine verantwortungsvolle Einführung ist es wichtig, technische und ethische Aspekte zu berücksichtigen und die Perspektiven der Benutzenden, d.h. der älteren Menschen sowie des Pflegepersonals, einzubeziehen.

Dieser Beitrag basiert auf dem Artikel «Einsatzpotenziale des sozial assistiven Roboters ‹Moflin› in der stationären Altenpflege» von Cora Pauli, Samira Hüsler und Simone Eicher vom Institut für Altersforschung der OST – Ostschweizer Fachhochschule. Der Beitrag erschien am 17. Juli 2026 in der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie und ist online verfügbar (https://link.springer.com/article/10.1007/s00391-026-02616-8). Die Studie untersuchte das Potenzial des sozial assistiven Roboters «Moflin» für den Einsatz in Alters- und Pflegeheimen.