Technologien für ältere Menschen entwickeln sich rasant. Von Sprachassistenten über Sensoren bis hin zu sozialen Robotern versprechen viele Lösungen mehr Sicherheit, Selbstständigkeit oder Unterstützung im Alltag. Doch zwischen technischer Möglichkeit und erfolgreicher Nutzung liegt oft ein grosser Schritt.
Mit dieser Ausgangslage setzte sich eine Weiterbildung für Spitex-Leitungspersonen aus dem Kanton Schaffhausen auseinander. Geleitet wurde sie von Simone Eicher, Leiterin des Kompetenzzentrums Technologische Innovationen und Alter am IAF Institut für Altersforschung. Ziel war nicht, fertige Antworten zu liefern oder bestimmte Technologien zu empfehlen, sondern Raum für Erfahrungen, Diskussionen und Reflexion zu schaffen.
Im Workshop erhielten die Teilnehmenden einen Überblick über aktuelle Entwicklungen im Bereich Technik und Alter. Anschliessend konnten sie verschiedene Technologien selbst ausprobieren, darunter Robotertiere, Sprachassistenten und digitale Unterstützungssysteme für den Alltag.
Im Mittelpunkt stand dabei weniger die Technik selbst als die Frage, unter welchen Bedingungen Technologien im Alltag tatsächlich genutzt werden und einen Mehrwert schaffen können. Gemeinsam reflektierten die Teilnehmenden, was es für einen erfolgreichen Einsatz im ambulanten Setting braucht und welche Rolle die Spitex dabei spielen kann. Diskutiert wurden dabei Chancen und Grenzen technischer Unterstützung ebenso wie Faktoren, die eine Nutzung fördern oder erschweren.
Ein besonderer Fokus lag auf der Rolle der Spitex. Spitex-Mitarbeitende werden zunehmend mit Technologien konfrontiert, sei es durch Fragen von Klientinnen und Klienten, Angehörigen oder anderen Fachpersonen. Daraus ergeben sich zahlreiche Fragen:
- Wie kann die Spitex einen sinnvollen Einsatz von Technologien unterstützen?
- Wo liegen ihre Möglichkeiten und wo ihre Grenzen?
- Welche Kompetenzen, Ressourcen und organisatorischen Rahmenbedingungen sind notwendig, damit Mitarbeitende mit diesen Entwicklungen umgehen können?
Die Weiterbildung verstand sich bewusst als Denkanstoss. Viele der diskutierten Fragen lassen sich nicht einfach beantworten. Sie hängen von den Bedürfnissen der betroffenen Personen, den verfügbaren Ressourcen sowie von organisatorischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Gerade im ambulanten Bereich, wo personelle und finanzielle Ressourcen begrenzt sind, braucht es eine sorgfältige Auseinandersetzung mit Nutzen, Aufwand, Zuständigkeiten und Erwartungen.
Deutlich wurde: Ob eine Technologie erfolgreich ist, entscheidet sich selten allein an ihren technischen Möglichkeiten. Ebenso wichtig sind der wahrgenommene Nutzen, die Akzeptanz der Nutzenden, passende Unterstützung sowie die Frage, ob sich eine Lösung sinnvoll in den Alltag integrieren lässt. Die Weiterbildung bot Gelegenheit, diese Faktoren gemeinsam zu reflektieren und Fragen zu diskutieren, die Spitex-Organisationen auch in Zukunft begleiten werden.
