Vom Prototyp zum Preisträger
Eine saubere Sache für saubere Energie: Der autonome Putzroboter Rabot, der Photovoltaik-Anlagen reinigt und damit deren Energieertrag steigert, hat die Jury am ersten «Innovation & Startup Forum» in Liechtenstein überzeugt: Seine Entwickler haben den 1. Platz der «Future Innovators» und damit 1000 Franken Preisgeld gewonnen. Auf den zweiten Rang schaffte es der Metall-3D-Drucker Hephaestus, der dritte Award ging an BiomeCommander, eine automatisierte Licht- und Temperaturanlage mit Warnsystem für die Besitzer sensibler Reptilien.
Entwickelt wurden alle Projekte von Mechatronik-Studierenden der OST im Rahmen ihrer REAL-Projekte. REAL steht für Realize Engineering in Applied Learning und bezeichnet ein neues Lernformat, bei dem die Studierenden keine Praxisaufgabe vorgesetzt bekommen, sondern vom ersten Semester an eine eigene Idee in die Realität umsetzen. An einigen der gezeigten Projekte haben die Teams rund zwei Jahre gearbeitet, andere sind erst ein Semester jung.
Unternehmerisches Denken fördern
Mit dem Innovation & Startup Forum bekamen die Studierenden eine Bühne, um ihre Konzepte und Prototypen einem breiten Publikum aus Wirtschaft, Start-up Szene, der Liechtensteinischen Regierung und Hochschulen zu präsentieren. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Fachbereich Standortförderung und Innovation des Amts für Volkswirtschaft in Liechtenstein zusammen mit dem Switzerland Innovation Park Ost, Startfeld, der Universität Liechtenstein und der OST. «Es ist unsere Aufgabe, die Player im Innovationsökosystem Rheintal zielorientiert zu vernetzen. Dazu zählen Firmen, Investoren und Start-ups, aber auch Studierende und Ausbildungsstätten wie die OST in Buchs», sagte Dr. Barbara Fuchs, Leiterin Standortförderung und Innovation in Liechtenstein.
Neben den Pitches wurden die REAL-Projekte auch in einer Ausstellung präsentiert. «Die Begeisterung, mit der junge Leute technische Lösungen anpacken, beeindruckt mit jedes Mal. Genau diese Energie braucht unsere Zukunft», sagte Barbara Fuchs. Die Faszination für Technik könne aber nicht Selbstzweck sein. «Ingenieurinnen und Ingenieure müssen sich früh fragen, für wen sie entwickeln und wer es bezahlt.» Ein solches unternehmerisches Denken und Handeln zu fördern, sei ein Ziel des Forums und der Initiative der Partnerorganisationen.
«Die Begeisterung, mit der junge Leute technische Lösungen anpacken, beeindruckt mit jedes Mal. Genau diese Energie braucht unsere Zukunft.»
Dr. Barbara Fuchs, Leiterin Standortförderung und Innovation in Liechtenstein

Automatisierte Veloständer und Seegras-Roboter
Neben den genannten Siegerprojekten wurde unter anderem eine Plattform präsentiert, die Schnitzeljagden so variabel macht, dass sich ihre Routen unterwegs je nach Entscheidung der Spielerinnen und Spieler noch ändern können. Ein anderes Team hat einen Veloständer im Sinn, der sich automatisch an den Umfang der Pneus anpasst. Eine weitere Gruppe arbeitet an einem See-Bot, der Seegras in Ufernähe schneidet und damit das Baden wieder zum Vergnügen macht.
Der Event zeigte die Stärke des REAL-Formats: Die meisten Studierenden arbeiten an Problemstellungen, die sie von ihren Hobbies kennen. Auch Wünsche, die sie sich bisher nicht erfüllen konnten und davon ausgehen, dass es anderen gleich geht - sprich ein Markt besteht - waren dabei. So wie der ausgezeichnete 3D-Drucker Hephaestus. Keine neue Erfindung, «aber die Kosten für die Anschaffung der auf dem Markt erhältlichen Systeme bewegen sich im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Mit Hephaestus haben wir ein System für unter 2000 Franken entwickelt», zeigte Liam Guntli auf.
«Es ist super, mit wie viel Enthusiasmus die Studierenden ihre Aufgaben umsetzen und ich bin beeindruckt, wie sie Elektronik, Mechatronik und Coding kombinieren.»
Dr. Felix Kurth, CSEM

Ingenieurskompetenz in Lösungen überführt
Das Preisargument war bei mehreren Projekten stark. Oder wie Prof. Dr.-Ing. Knut Siercks, Leiter des Departements Technik an der OST, in seiner Laudatio sagte: «Unsere Region ist dafür bekannt, dass wir fast alles können, aber teuer! Der Event heute hat gezeigt: Wir können es, und wir können es auch preiswert.»
Der Technologietransfer ist eine zentrale Aufgabe als Fachhochschule. «Die Siegerprojekte haben bewiesen, dass unsere Studierenden sehr früh trainieren, marktorientiert und erfolgreich Ingenieurskompetenz in Lösungen zu überführen», lobte Knut Siercks.
Elektronik, Mechatronik und Coding kombiniert
Felix Kurth vom CSEM, der die Ausstellung als Gast besuchte, fielen vor allem die multidisziplinären Ansätze der Arbeiten auf: «Es ist super, wie solide und mit wie viel Enthusiasmus die Studierenden ihre Aufgaben umsetzen und ich bin beeindruckt, wie sie Elektronik, Mechatronik und Coding kombinieren.»
Auch Timo Rüegg von SFS war an der Ausstellung. Er studiert Mechatronik im Teilzeitstudium. «REAL gab es in meinem Jahrgang noch nicht. Ich finde es eine grosse Bereicherung für die Studierenden. Es ist sicher sehr motivierend, Projektmanager einer eigenen Idee zu sein.»
«REAL gab es in meinem Jahrgang noch nicht. Ich finde es eine grosse Bereicherung für die Studierenden. Es ist sicher sehr motivierend, Projektmanager einer eigenen Idee zu sein.»
Timo Rüegg, Teilzeitstudent Mechatronik, SFS








