Publikation
Zwischen relationaler Qualität und politischer Anschlussfähigkeit: Rathausgespräche als Bausteine Sorgender Gemeinschaften
Beschreibung
Der demografische Wandel verschärft die Herausforderungen in der pflegerischen Versorgung. Sorgende Gemeinschaften (SG) gelten als vielversprechender Ansatz, um durch gemeinschaftliches Engagement häusliche bzw. familiäre Pflegearrangements zu stärken. Kritisch wird jedoch etwa die Gefahr eines „Community Kapitalismus“ und der zivilgesellschaftlichen Überforderung gesehen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welchen Beitrag Rathausgespräche (RG) zur Förderung staatlicher Mitverantwortung und folglich auch zur Stabilisierung von SG leisten können. Auf Basis einer qualitativen Analyse von drei RG im Projekt „EXPsolidarity“ wurde deutlich, dass diese Formate Erfahrungsräume eröffnen, in denen institutionelle sowie politische Akteur_innen aus Kommunen gemeinsam mit pflegenden Angehörigen Vertrauen aufbauen, Beziehungen gestalten, Solidarität entwickeln und Impulse in Maßnahmen überführen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass SG nicht allein „bottom-up“ entsteht, sondern wesentlich durch das aktive Mitwirken institutioneller und politischer Akteur_innen gestärkt wird. Dies impliziert, dass RGs als Werkzeuge mit einer Brückenfunktion verstanden werden können, die zivilgesellschaftliche Anliegen mit staatlicher Mitverantwortung verbinden und so zu einer nachhaltigen Gestaltung von SG beitragen.


