Die OST engagiert sich seit mehreren Jahren mit WASH-Projekten im westafrikanischen Liberia. Unter anderem hat ein Team der OST den Bau eines Wasserkiosks der Schmerikoner Nichtregierungsorganisation BTFS technisch unterstützt. Trotz des grossen Bedarfs an sicherem Trinkwasser kämpfen Wasserversorgungsprojekte in unterversorgten Gebieten jedoch häufig mit langfristiger Funktionalität und Nachhaltigkeit. Dies zeigt sich auch bei diesem Wasserkiosk in der Gemeinde Rockhill in Greater Monrovia, Liberia.
Einbindung lokaler Stakeholder
Julian Rieder, Student an der ETH, hat in einer Untersuchung die Gründe dafür eruiert. Er wurde von Dr. Dorothee Spuhler vom IBU Institut für Bau und Umwelt an der OST und von Prof. Dr. Eva Lieberherr von der ETH betreut. Die qualitative Fallstudie wurde in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und wichtigen Stakeholdern durchgeführt und umfasst Interviews und Feldbeobachtungen. Die Ergebnisse verdeutlichen die zentrale Bedeutung der Einbindung lokaler Stakeholder, klar geregelter Rollen und Zuständigkeiten sowie der Durchsetzung rechtlicher Vereinbarungen für die nachhaltige Funktionsfähigkeit eines Wasserkiosks. Die identifizierten Herausforderungen und daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen wurden zudem in einem Workshop mit lokalen Fachpersonen reflektiert und validiert, wodurch ihre praktische Relevanz zusätzlich gestärkt wurde.
Die Erkenntnisse des Projekts sind in einem Policy Brief zusammengefasst. Er enthält fundierte Handlungsempfehlungen sowie ein kontextsensitives Analysemodell, das Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger dabei unterstützen soll, Wasserversorgungsprojekte so zu planen und zu betreiben, dass sie dauerhaft sicheren Zugang zu Trinkwasser ermöglichen.
