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In Walenstadt entsteht das Smart Grid der Zukunft.

Grid2050: Die Energiewende ist auch Kopfsache

29.05.2026

Technische Innovationen allein genügen nicht. Neue Lösungen für die Energiewende brauchen auch die Akzeptanz der Bevölkerung. Das Forschungsteam von Grid2050 denkt deshalb über rein technische Fragestellungen hinaus und untersucht, wie Informationen fliessen, wie kommuniziert wird und welche Einstellungen Menschen gegenüber der Energiewende mitbringen. Eine Kundenzufriedenheitsumfrage beim Projektpartner Wasser- und Elektrizitätswerk Walenstadt brachte aufschlussreiche Erkenntnisse.

Das Ziel der Kundenzufriedenheitsumfrage beim Wasser- und Elektrizitätswerk Walenstadt (WEW) war es, besser zu verstehen, wie Kundinnen und Kunden das WEW wahrnehmen, welche Themen sie beschäftigen und wie sie zur Energiewende stehen. Die Ergebnisse der 136 Befragten geben spannende Einblicke und Denkanstösse.

Die Zufriedenheit mit dem WEW ist insgesamt hoch und besonders die Versorgungssicherheit wird von vielen als sehr zuverlässig erlebt. Auch die Weiterempfehlungsbereitschaft ist hoch – ein klares Zeichen für Vertrauen. Die Kompetenz des WEW als lokaler Energieversorger wird ebenfalls sehr positiv eingeschätzt, genauso wie der Kundenservice sowie Information und Kommunikation insgesamt. Die Stromtarife werden mehrheitlich positiv bis mittelgut bewertet. Rückmeldungen zeigen auch, wo noch Entwicklungsmöglichkeiten liegen: Bezüglich Informationen zu Tarifoptionen und Einsparmöglichkeiten wünschen sich einige der Befragten noch mehr Orientierung.


Interesse an Energie-Management-Systemen und Apps

Aufschlussreich ist auch die Einstellung zur Energiewende: Erneuerbare Energien werden von einer grossen Mehrheit als wichtig erachtet. Gleichzeitig ist rund die Hälfte der Befragten nicht bereit, für erneuerbaren Strom mehr zu bezahlen. Es zeigt sich eine Lücke zwischen Einstellung und Verhalten – der sogenannte Einstellungs-Verhaltens-Gap. Und Personen, die sowohl Rechte als auch Verantwortung im Kontext einer gerechten und nachhaltigen Energiewende sehen, sind eher bereit konkret etwas beizutragen – durch höhere Zahlungsbereitschaft. Das zeigt, wie wichtig persönliche Überzeugungen für nachhaltige Entscheidungen sind.

Rund die Hälfte der Befragten verfügt bereits über eine Solaranlage, und weitere können sich eine Installation vorstellen. Gleichzeitig besteht Interesse an Energy Management Systemen sowie an Apps zur Verwaltung des eigenen Energieverbrauchs. Bei Elektromobilität zeigt sich ein gemischtes Bild: Während ein Teil der Befragten Ladeinfrastruktur als wichtig einstuft, ist das Interesse an einem eigenen Elektrofahrzeug bei über der Hälfte nicht so stark vorhanden. Eine mögliche Öffnung des Strommarkts wird eher positiv gesehen, die konkrete Wechselbereitschaft bleibt jedoch zurückhaltend. 


Gute Information und einfache Zugänge sind entscheidend

Ein Teil der Befragten kennt das Grid2050-Projekt und fühlt sich durch Angebote wie den das Projekt begleitenden Newsletter gut informiert. Gleichzeitig zeigt sich, dass weiterhin Bedarf an klaren Informationen besteht – insbesondere dazu, wie man sich konkret beteiligen kann. Eine Rückmeldung bringt es auf den Punkt: «Wo kann man sich anmelden zum Mitmachen?»

Genau hier setzt Grid2050 an: Menschen einbeziehen, informieren und Möglichkeiten schaffen, aktiv Teil der Energiewende zu werden. Die Ergebnisse zeigen, dass es in Walenstadt Interesse an neuen Lösungen gibt – aber auch, dass gute Information und einfache Zugänge entscheidend sind. Das WEW  hat deshalb auf ihrer Website Informationen zum Projekt Grid2050 aufgeschaltet. 

Die Test-Community besteht aus über 30 Haushalten. Wer Interesse an Energie, Nachhaltigkeit und neuen Technologien hat, kann jederzeit noch Mitglied werden. 


Zur Umfrage: 
Die Auswertung der Umfrage hat Laura Kockhans durchgeführt. Sie hat einen Bachelor in Psychologie und arbeitet an der Hochschule Bielefeld. Als Forschungsassistentin befasst sie sich im Rahmen von Grid2050 mit der Frage, inwieweit Einstellungen, Kommunikation und Beteiligung nachhaltige Entscheidungen für die Energiewende beeinflussen.