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Viele arbeiten auch nach der Pensionierung weiter

31.08.2026

Viele Menschen bleiben auch nach der Pensionierung erwerbstätig – häufig, weil ihnen ihre Arbeit Freude bereitet und Sinn gibt. Eine Vorstudie der OST – Ostschweizer Fachhochschule zeigt jedoch auch, dass finanzielle und körperliche Belastungen, Altersdiskriminierung und fehlende Informationen die Weiterarbeit erschweren.

Symbolbild: Hände einer älteren Person am Computer am Arbeiten.
Freude, Sinn und soziale Kontakte sind für viele Menschen wichtige Gründe, auch nach der Pensionierung weiterzuarbeiten.

Vorstudie untersucht Weiterarbeit im Alter

Im Projekt AGEWISE (Alter, Arbeit, Einkommen, Sicherheit und Empowerment) untersuchten Forschende des IAF Institut für Altersforschung gemeinsam mit dem iDNA Institut für Diversität und Neue Arbeitswelten sowie dem IFSAR Institut für Soziale Arbeit und Räume, weshalb Menschen über das ordentliche Rentenalter hinaus weiterarbeiten oder sich dagegen entscheiden. Dafür wurden knapp 140 Personen befragt, darunter auch Arbeitnehmende kurz vor der Pensionierung. «In dieser Vorstudie haben wir untersucht, wie ökonomische Notwendigkeit, persönliche Motivation und arbeitsmarktpolitische Rahmenbedingungen die Entscheidung zur Weiterarbeit beeinflussen», sagt Projektleiterin Dr. Sarah Speck.

Freude und Sinn stehen im Vordergrund

Die Ergebnisse zeigen, dass Erwerbstätigkeit auch nach der Pensionierung für viele eine wichtige Rolle spielt. Insgesamt arbeiten 61 Prozent der Befragten über das ordentliche Pensionsalter hinaus, 46 Prozent gehen aktuell einer Erwerbstätigkeit nach. 

Ausschlaggebend für die Weiterarbeit sind vor allem intrinsische Motive: 84 Prozent der Befragten geben an, Freude an ihrer Arbeit zu haben, 79 Prozent erleben ihre Tätigkeit als sinnvoll und 58 Prozent schätzen die sozialen Kontakte, die mit der Erwerbstätigkeit verbunden sind. 

Herausforderung der Weiterarbeit

Gleichzeitig berichten 27 Prozent der Befragten von starkem finanziellem Druck, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Zudem nennen 44 Prozent körperliche und 39 Prozent mentale Belastungen als Hindernis. 15 Prozent berichten von Erfahrungen mit Altersdiskriminierung am Arbeitsplatz.

«In dieser Vorstudie haben wir untersucht, wie ökonomische Notwendigkeit, persönliche Motivation und arbeitsmarktpolitische Rahmenbedingungen die Entscheidung zur Weiterarbeit beeinflussen.» 

Dr. sc. nat. Sarah Speck, Projektleiterin

Portraitbild von Sarah Speck.

Informationsbedarf bei Unternehmen und Arbeitnehmenden

Die Studie zeigt zudem, dass viele Unternehmen unsicher sind, wenn es um die Weiterbeschäftigung älterer Mitarbeitender geht. «Gerade auf Unternehmensseite bestehen viele Unsicherheiten bezüglich Versicherungen oder Steuern. Hier fehlt oftmals noch die Unterstützung», sagt Sara Juen vom iDNA. Auch bei den Befragten besteht Informationsbedarf: Während AHV und berufliche Vorsorge weitgehend bekannt sind, kennen über 70 Prozent keine spezifischen Unterstützungsangebote für ältere Arbeitnehmende.

Folgeprojekt entwickelt praxistaugliche Empfehlungen

Aufbauend auf den Ergebnissen startet ein Folgeprojekt, das gemeinsam mit Unternehmen praxisnahe Handlungsempfehlungen entwickeln und testen soll. Ziel ist es, altersgerechte Arbeitsbedingungen zu fördern und die Weiterarbeit nach der Pensionierung dort zu ermöglichen, wo sie freiwillig und unter guten Rahmenbedingungen erfolgt.