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Forschungsprojekt

Gestaltung altersfreundlicher Gemeinschaften: Eine Fall- und Implementierungsstudie zu Ibasho

Wie können Gemeinschaften entstehen, in denen ältere Menschen nicht nur teilhaben, sondern aktiv gestalten? Das Projekt Ibasho bringt ein erfolgreiches, international erprobtes Konzept erstmals in die Schweiz und entwickelt gemeinsam mit älteren Menschen neue Formen des lokalen Zusammenseins, der Fürsorge und der sozialen Verbundenheit im Quartier.

Im Zentrum des Projekts steht das aus Japan stammende Ibasho und Ibasho Konzept, initiiert von Dr. Emi Kiyota, das innovative Wege zur Gestaltung inklusiver und sorgender Gemeinschaften im Alter aufzeigt. Ibasho basiert auf der Idee, dass ältere Menschen nicht primär als Empfänger:innen von Fürsorge verstanden werden, sondern als aktive Mitgestalter:innen ihrer Lebensumwelt. Gemeinsam mit ihnen entstehen Orte der Begegnung, des Austauschs und der gegenseitigen Unterstützung, getragen und geleitet von lokalen Netzwerken und einer Kultur der Teilhabe.

In den bisher in Asien realisierten Ibasho-Initiativen (u. a. in Japan, Nepal, den Philippinen und Singapur) hat sich gezeigt, dass solche Gemeinschaften nicht nur soziale Isolation reduzieren, sondern auch das Zugehörigkeitsgefühl, die Selbstwirksamkeit und die Lebensqualität älterer Menschen nachhaltig stärken. Charakteristisch ist dabei der partizipative Ansatz: Planung, Aufbau und Betrieb der Gemeinschaftseinrichtungen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den älteren Bewohner:innen vor Ort.

Das vorliegende Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, diesen bislang vorwiegend im asiatischen Raum umgesetzten Ansatz wissenschaftlich zu untersuchen und für den Schweizer Kontext weiterzuentwickeln. Eine ethnografische Feldstudie in den bestehenden Ibasho-Projekten wurde 2024 durchgeführt. Im Fokus standen bei Gesprächen und Interviews dabei Fragen der räumlichen Gestaltung, der sozialen Organisation sowie der langfristigen Selbsttragfähigkeit dieser Gemeinschaften und wo sie an ihre Grenzen geraten

Auf Basis dieser Erkenntnisse wird Ibasho in einem nächsten Schritt sorgfältig auf die gesellschaftlichen, kulturellen und institutionellen Rahmenbedingungen in der Schweiz übertragen. In enger Zusammenarbeit mit der Diakonie der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen und der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Straubenzell  als lokale Umsetzungspartner sowie mit älteren Erwachsenen vor Ort entsteht im Sinne eines Co-Creation-Prozesses das erste Ibasho in Europa. Dieser Prozess versteht sich nicht als einfache Übertragung eines Modells oder Konzepts, sondern als gemeinsames Lernen und Adaptieren, bei dem lokale Bedürfnisse, Ressourcen und bestehende Strukturen systematisch einbezogen werden.

Langfristig leistet das Projekt einen Beitrag zur Entwicklung altersfreundlicher Quartiere und Caring Communities in der Schweiz. Es zeigt auf, wie durch partizipative Ansätze soziale Inklusion gefördert, generationenübergreifende Beziehungen gestärkt und neue Formen des gemeinschaftlichen Lebens im Alter ermöglicht werden können.

Projektleitung: Prof. Dr. Alexandra Cloots - OST, IGD

Ansprechperson OST: Dr. Sarah Speck - OST, IAF
 

Laufzeit: 01.06.2024 - 01.09.2027

Projektfinanzierung:

Kooperation: