Sprache

Forschungsprojekt

Next Level Learning

Wie kann KI Lerninhalte so vermitteln, dass sie an die persönlichen Interessen von Lernenden anknüpfen? Next Level Learning entwickelt und erprobt einen KI-gestützten Prototyp, der Lerninhalte entlang von Lehrplanzielen interessen-, lernstands- und bedürfnisgerecht kontextualisiert. Lehrpersonen behalten dabei die Kontrolle über Lernwege, Inhalte und Fortschritte.

Lernen dort beginnen lassen, wo Interesse entsteht

Was passiert, wenn Mathematik plötzlich mit Fussball, Sprache mit Musik oder Naturwissenschaften mit einem persönlichen Hobby zu tun haben? Individuelle Interessen können einen wichtigen Zugang zum Lernen schaffen. Das Projekt Next Level Learning untersucht, wie generative KI genutzt werden kann, um Lerninhalte systematisch mit den Interessen und Voraussetzungen einzelner Lernender zu verbinden.

Im Zentrum steht die Entwicklung eines KI-gestützten Prototyps, der Lerninhalte entlang definierter Lehrziele und Lehrplanvorgaben kontextualisiert. Lernende können beispielsweise Fragen aus ihren eigenen Interessenswelten stellen. Das System greift diese Interessen auf und verbindet sie mit fachlichen Inhalten, erklärt Zusammenhänge alters- und niveaugerecht und schlägt passende Aufgaben oder Anwendungen vor. Der Ansatz soll fach- und stufenübergreifend funktionieren – beispielsweise für Sprache, Mathematik, Naturwissenschaften oder NMG.

Personalisierung über den Schwierigkeitsgrad hinaus

Viele digitale Lernsysteme passen vor allem Aufgabensequenzen oder Schwierigkeitsgrade an. Next Level Learning verfolgt einen weitergehenden Ansatz: Nicht nur was Lernende bearbeiten, sondern auch wie und in welchem Kontext Inhalte vermittelt werden, soll personalisiert werden. Neben Interessen können dabei Lernstand, Darstellungsform, Schrittweite oder Stimulusdichte berücksichtigt werden. Damit sollen auch unterschiedliche und neurodiverse Lernbedürfnisse besser adressiert werden.

KI mit Lehrpersonen in der Steuerung

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der «Lehrkraft-in-the-loop»-Ansatz. Die KI soll Lehrpersonen nicht ersetzen, sondern sie bei der individuellen Förderung unterstützen. Ein Monitoring-Dashboard soll Lernpfade, Fragen, verwendete Kontexte und Kompetenzfortschritte sichtbar machen. Lehrpersonen können Inhalte kontrollieren, freigeben und anpassen. Gleichzeitig werden Fragen zu Datenschutz, Sicherheit, Transparenz und zur Kontrolle generativer KI von Beginn an in die Entwicklung einbezogen.

Vom Konzept zum Einsatz im Klassenzimmer

Das Projekt verbindet psychologische, didaktische und technologische Perspektiven. Gemeinsam mit Lehrpersonen, Lernenden und Fachpersonen werden zunächst Anforderungen und Anwendungsszenarien entwickelt. Darauf aufbauend entsteht ein Web-Prototyp, der anschliessend in zwei bis drei Klassen erprobt werden soll. Untersucht werden unter anderem Nutzbarkeit, Akzeptanz und Qualität der entstehenden Lernpfade.

Langfristig soll das Projekt die Grundlage für eine skalierbare, sichere und wissenschaftlich fundierte Form KI-gestützter Personalisierung im Bildungsbereich schaffen.

Laufzeit: 01.01.2026 - 31.12.2026

Projektfinanzierung:

ICAI

Kooperation:

Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG)
SBW Haus der Lernens AG, St. Gallen