Das Projekt VIRAS (Visually Impaired Robot-Assisted Shopping) überzeugte mit seinem Ziel, blinden und sehbehinderten Menschen ein selbstständiges und sicheres Einkaufen zu ermöglichen:
In der Schweiz leben mehr als 377'000 Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung. Für viele von ihnen erschweren wechselnde Produktplatzierungen, schwer zugängliche Informationen und fehlendes Personal den selbstständigen Einkauf. Deshalb entwickelte das Projektteam des ILT VIRAS in enger Zusammenarbeit mit blinden und sehbehinderten Menschen sowie mit Fachorganisationen. Derzeit wird das System unter realen Bedingungen in einer Migros-Filiale in Hinwil getestet und laufend weiterentwickelt.
Deutlicher Erfolg beim Publikumsvoting
Eine nationale Fachjury hatte VIRAS gemeinsam mit zwei weiteren Projekten aus insgesamt 27 Eingaben für das öffentliche Voting nominiert. Die Jury würdigte insbesondere die Verbindung von technologischer Innovation, konkretem Nutzen und konsequenter Orientierung an den Bedürfnissen der betroffenen Menschen.
Mit 1'878 Stimmen erreichte VIRAS 48,5 Prozent der abgegebenen Stimmen. Auf den weiteren Plätzen folgten die App «Visions» zur Simulation von Sehbeeinträchtigungen mit 1'315 Stimmen sowie der pädagogische Erlebniskoffer «Emoti'Sens» mit 676 Stimmen.
Motivation für die Weiterentwicklung
Für Projektleiterin Chantal Keller und das VIRAS-Team ist die Auszeichnung eine wertvolle Anerkennung ihrer bisherigen Arbeit: «Die zahlreichen Stimmen zeigen, dass unsere Arbeit geschätzt wird und das Thema barrierefreies und selbstständiges Einkaufen in der Bevölkerung breite Unterstützung findet. Besonders freut mich diese Anerkennung für alle Beteiligten, die VIRAS mit grossem Engagement mitgestalten und voranbringen.»
Gleichzeitig motiviert der Erfolg für das nächste Ziel: VIRAS so weiterzuentwickeln, dass künftig möglichst viele blinde und sehbehinderte Menschen selbstständig, sicher und unabhängig einkaufen können.
Preisverleihung im September
Der Schweizerische Zentralverein für das Blindenwesen SZBLIND zeichnet mit dem «Prix de la Canne blanche» innovative und zukunftsweisende Projekte aus, welche die Inklusion blinder, sehbehinderter und taubblinder Menschen in der Schweiz stärken. Die offizielle Preisverleihung findet am 15. September 2026 um 16 Uhr im Kinokoni in Zürich statt.


