Wie können wir lebenswerte Städte gestalten, während sich die städtischen Gebiete immer weiter verdichten? Das ist eine der Fragen, die das IRAP-Team um Prof. Dr. Tanja Herdt im Rahmen des Forschungsprojekts «Mapping Needs, Shaping Cities» zu beantworten versucht. Auf dem World Planning Schools Congress (WPSC) in Espoo bei Helsinki präsentierte die IRAP-Professorin Anfang Juli 2026 erste Ergebnisse.
Die städtische Verdichtung gilt weithin als Schlüsselstrategie für die Schaffung nachhaltigerer und kompakterer Städte. Gleichzeitig übt sie zunehmenden Druck auf öffentliche Grünflächen aus, wodurch deren Gestaltung, Qualität und Funktionalität wichtiger denn je werden.
Darum untersuchte das Forschungsteam im Projekt «Mapping Needs, Shaping Cities», wie Menschen in den Metropolregionen Genf und Zürich Grünflächen für Erholungszwecke auswählen. Anhand kartenbasierten Online-Umfragen mit mehr als 1.250 Teilnehmern wurde unter anderem untersucht, ob das Erholungsverhalten in erster Linie von der Erreichbarkeit bestimmt wird oder ob Menschen bereit sind, weitere Wege in Kauf zu nehmen, um Grünflächen zu besuchen, die ihren Bedürfnissen und Vorlieben besser entsprechen.
Die vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Planung grüner Infrastruktur nicht allein auf die Nähe stützen kann. Zwar bleibt die Erreichbarkeit von entscheidender Bedeutung, doch die Qualitäten eines Ortes – darunter seine Attraktivität, seine Freizeitmöglichkeiten und sein wahrgenommener Wert – beeinflussen massgeblich, wo Menschen ihre Zeit verbringen möchten.
Für Stadtgestalter und Planer bedeutet dies, dass die Schaffung lebenswerter, widerstandsfähiger und gesunder Städte nicht nur die Bereitstellung ausreichender Grünflächen erfordert, sondern auch die Gestaltung von Orten, die die Menschen wirklich besuchen und nutzen möchten.
