Forschungsprojekt
Circular Lab
Das Circular Lab (CLAB) ist ein Hub für Kreislaufwirtschaft in der Textil- sowie der Landwirtschafts- und Ernährungsindustrie.
Das Lab entwickelt und realisiert zirkuläre Innovationen in unternehmensübergreifenden Ökosystemen, die den Ressourceneinsatz in diesen Branchen erheblich verringern und zugleich die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Vierländerregion Bodensee stärken. Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft in der Bodenseeregion umzusetzen und zu verankern und die Wettbewerbsfähigkeit der Grossregion langfristig zu stärken.
Das Konsortium umfasst sechs Hochschulen und 30 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Weitere Informationen unter: www.wissenschaftsverbund.org/labs/circular-lab
Das Projektteam der OST ist schwerpunktmässig im Branchencluster Land- und Ernährungswirtschaft tätig.
Vision und Stossrichtungen Branchencluster Land- und Ernährungswirtschaft
Neben der Textilwirtschaft liegt ein besonderer Fokus des Labs auf der Land- und Ernährungswirtschaft. Das Branchencluster Land- und Ernährungswirtschaft verfolgt die Vision eines nachhaltigen Ernährungssystem in der Bodenseeregion, in dem die Stoffströme kreislaufförmig organisiert sind und die regionale Wertschöpfung gestärkt wird. Das Denken in Kreisläufern fördert neue Kooperationsformen über Grenzen hinweg und trägt zu einer harmonischen, wertschätzenden und prosperierenden Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft bei. Wir entwickeln Grundlagen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die dazu führen, dass Kreislaufdenken und -handeln selbstverständlich werden und damit der Ressourcen- und Energieverbrauch reduziert, Abfälle und Schadstoffemissionen minimiert und fruchtbare Böden gefördert werden.
Um diese Vision umzusetzen, konzentriert sich das Cluster auf drei Stossrichtungen:
1. Ökosystemanalyse: Netzwerke und Wertschöpfungsströme
Im ersten Schwerpunkt wurde eine regionale Befragung in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt, um Stoffströme sowie bestehende Netzwerke und Kooperationsstrukturen besser zu verstehen. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für den Anlass «Kreisläufe schliessen, Regionen stärken» am 4. März 2026 im St. Galler Rheintal, der Austausch, Vernetzung und neue Kooperationen förderte.
Zudem wurde eine überregionale Konferenz organisiert, die Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenbrachte. Ziel war es, den Dialog über die Region hinaus zu stärken und die Umsetzung zirkulärer Ansätze gemeinsam voranzutreiben.
Weitere Austauschformate sind in Planung.
2. Nachhaltige Boden- und Flächenplanung
Zirkularität im Bodenkontext bedeutet mehr als geschlossene Materialkreisläufe. Sie beschreibt den verantwortungsvollen Umgang mit einer Ressource, die sich nur langsam erneuert und zentrale Funktionen für Ernährung, Biodiversität, Klimaresilienz und Lebensqualität erfüllt. In diesem Teilprojekt wurde dafür eine zirkularitätsorientierte Arbeitsgrundlage entwickelt, die Kreislaufprinzipien auf Böden überträgt.
Darauf aufbauend entsteht ein integriertes Bodenbewertungstool, das ökologische, ökonomische und soziale Kriterien gleichermassen berücksichtigt. Es unterstützt Gemeinden, Planungsstellen und Entscheidungsträger dabei, Nutzungskonflikte zu erkennen, Prioritäten im Sinne der Zirkularität zu setzen, Bodenfunktionen zu erhalten oder wiederherzustellen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Das Rahmenwerk umfasst 15 Bewertungskriterien aus den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales, die auf Literaturrecherchen und Expertenworkshops basieren. Die Kriterien können gewichtet und für verschiedene Landnutzungskategorien angewendet werden.
Ein erster Prototyp der Benutzeroberfläche wurde als interaktive Karte entwickelt. Mithilfe farbcodierter Heatmaps lassen sich Flächen identifizieren, die für bestimmte Ziele besonders geeignet sind. Der Prototyp zeigt die technische Machbarkeit der Integration verschiedener Geodaten sowie der Bewertung auf Parzellenebene.
Parallel dazu wird daran gearbeitet, geeignete Messverfahren zu identifizieren und deren Daten in digitale Modelle zu integrieren, um künftig standortspezifische Vorhersagen zu ermöglichen und bodenschonende Massnahmen gezielt unterstützen zu können.
3. Kennzahlensysteme und Managementinstrumente
Der dritte Schwerpunkt fokussiert auf die Entwicklung eines praxisnahen Rahmenwerks für Kreislaufindikatoren. Dafür wurden über 1’300 Indikatoren analysiert und gebündelt. Darauf aufbauend entsteht ein digitales Tool, das Kennzahlen strukturiert auswertet, visualisiert und die Kreislaufleistung mess- und bewertbar macht.
Laufzeit: 01.06.2023 - 31.05.2027
Projektfinanzierung:
Das Circular Lab wird durch das Programm Interreg VI "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein" (ABH) gefördert, dessen Mittel vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und vom Schweizer Bund zur Verfügung gestellt werden.
Kooperation:
Hochschulpartner
- Universität St. Gallen
- ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
- Hochschule Albstadt-Sigmaringen
- DHBW Duale Hochschule Baden-Würtemberg, Ravensburg
- Fachhochschule Vorarlberg
Praxispartner
- Freitag lab.ag
- everve GmbH & Co. KG
- Landwirtschaftliches Zentrum Salez
- heimaten
- Verdunova AG
- Conorti AG














