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ZuriHac 2026 an der OST auf dem Campus RJ - 10-jähriges Jubiläum

06.06.2026

Bereits zum 10. Mal in Folge fand der ZuriHac als Präsenzveranstaltung vom Samstag, 6. Juni, bis Montag, 8. Juni 2026, auf dem Campus Rapperswil-Jona an der OST – Ostschweizer Fachhochschule statt.

ZuriHac ist dieweltweit grösste Anwenderkonferenz für prinzipienorientierte Programmierung mit Schwerpunkt auf der funktionalen Programmiersprache Haskell. Innerhalb der Programmiersprachen-Community hat die Veranstaltung inzwischen Kultstatus erlangt. Sie bietet  exklusive Vorträge führender Expertinnen und Experten aus Industrie und Wissenschaft sowie praxisorientierte Tracks für Einsteigerinnen und Einsteiger und Fortgeschrittene.

Haskell ist eine universell einsetzbare, statisch typisierte, rein funktionale Programmiersprache mit Typinferenz und Lazy Evaluation. Sie wurde für Lehre, Forschung und industrielle Anwendungen entwickelt und hat zahlreiche Sprachkonzepte wie Typklassen und monadische Ein-/Ausgabe geprägt. Viele andere Programmiersprachen wurden von Haskell beeinflusst. Für viele gilt Haskell als eines der wichtigsten Vehikel der Programmiersprachenforschung.

Mehr als 400 Personen nahmen dieses Jahr am ZuriHac teil. Rund 60 % der Teilnehmenden reisten aus dem Ausland an, davon etwa 15 % von ausserhalb Europas. Für die meisten Besuchenden war es die erste Teilnahme am ZuriHac sowie der erste Kontakt mit der OST und der Schweiz. Rund 75 % der Teilnehmenden waren  Softwareingenieurinnen und -Ingenieure, die übrigen kamen aus Wissenschaft und Studium.

Die Vorträge konzentrierten sich in diesem Jahr auf technische, industrielle und didaktische Aspekte des Programmiersprachendesigns, der funktionalen Programmierung und von Haskell. Zu den Höhepunkten gehörte der Vortrag von Simon Peyton Jones, einem der Pioniere der Programmiersprachenentwicklung und Mitentwickler von Haskell, der über Verse, eine neuartige Programmiersprache, die er gemeinsam mit Tim Sweeney (CEO  Epic Games)und weiteren Beteiligten entwickelt, sprach.  Evan Czaplicki, Entwickler der weit verbreiteten Web-Frontend-Sprache Elm, erklärte Strategien zur stärkeren Verbreitung prinzipienorientierter Programmiersprachen in der Industrie. Michael Chavinda zeigte auf, wie sich Datenverarbeitungspipelines mithilfe von Haskell vereinfachen lassen, während Garrick Chin über den Einsatz von Haskell in der Spieleentwicklung berichtete. Vaibhav Sagar  beleuchtete schliesslich die Gründe, weshalb Unternehmen ihre Programmiersprachen wechseln.

Darüber hinaus gab es verschiedene thematische Tracks. Andres Löh und Andrea Vezzosi von Well-Typed präsentierten einen Track zur Implementierung abhängiger Typen (Dependent Types). Michael Sperber, CEO der Active Group, leitete einen Track zum Unterricht von Programmiergrundlagen und führte wie jedes Jahr den Einsteiger-Track für Neulinge durch. Jencel Panic, Autor des Buches "Category Theory Illustrated", organisierte einen Track zu Category Therory. Diese allgemeine Theorie mathematischer Strukturen und ihrer Beziehungen hat mit Konzepten wie Funktoren und Monaden Haskell geprägt und findet zunehmend auch Anwendung in anderen Programmiersprachen.

In diesem Jahr nutzten wir zudem die Gelegenheit für Vorträge und Diskussionen in neuen Formaten. So fand eine Podiumsdiskussion über Codegenerierung mithilfe von Large Language Models statt, moderiert von Farhad Mehta, Professor an der OST und Mitorganisator des  ZuriHacs.

Wie immer wurde auch intensiv an Community- sowie an persönlichen Projekten gearbeitet. Insgesamt waren rund 30 Projekte registriert, die ein breites Spektrum von Themen abdeckten, darunter Compilers, Bildung, IDE-Support, Kryptowährungen, Typesetting, Gameentwicklung, Hardwaredesign, Implementierung von Effekt-Systemen, Build-Automatisierung, Bildverarbeitung und IT-Sicherheit.