Podcast-Serie

Kulturzyklus Kontrast 2021

Der erste Podcast-Kulturzyklus im Rückblick und eine Vorausschau auf die zweite Staffel.

Stefan Ribler blickt in dieser Spezialfolge zurück auf die erste Staffel des Podcasts. Zusammen mit dem Kulturzyklus-Team beleuchtet er noch einmal spannende Aspekte und Perspektiven des vergangenen Jahres.
Dieses Team wird nun auch in der kommenden Staffel erstmals hinter dem Mikrofon zum Einsatz kommen. Dazu gehören Lotte Verhagen, Master-Studentin an der OST, Rudi Maier, Dozent für Soziale Arbeit an der OST, sowie die Kindergärtnerin Renate Ribler. Gemeinsam diskutieren sie über ihre geplanten Themenschwerpunkte für Staffel zwei, und geben dazu auch bereits einen kleinen Einblick in kommende Gäste.

Die zweite Staffel des Podcast «Kulturzyklus» startet im Januar 2022, mit monatlich einer neuen Folge.

Rudi Maier: «Wir brauchen eine neue Vorstellung davon, wie eine moderne Gesellschaft sein kann.»

Der Kulturwissenschaftler und Mitbegründer des «Kulturzyklus» Rudi Maier ist zu Gast bei Stefan Ribler. Zusammen ergründen sie den aktuellen Stand der Inklusion von Menschen mit Behinderung und sprechen über wichtige Entwicklungen in dem Bereich. Neben Sprache und Sichtbarkeit spielen dabei auch Fachpersonen und Institutionen, wie etwa die Abteilung Soziale Arbeit an der OST, eine Schlüsselrolle.

Gee Hauser: «Auf der Bühne rückt die Behinderung in den Hintergrund. Und das Können, das Schauspiel ist im Vordergrund.»

In dieser Episode sind zu Gast Gee Hauser, Leiterin des Komiktheater,  und Schauspieler Silas Obertüfer. Mit Stefan Ribler sprechen die zwei über die kollaborative Arbeit, ihre Passion für Schauspiel & Theater, sowie der Vision, das Komiktheater stärker zu professionalisieren und auch Schauspielende auszubilden. Das Ensemble feiert im November 2021 mit dem neuen Stück „All Inclusive“ Premiere.

Katrin Bittl: «Kunst will Aufmerksamkeit erregen. Ich schiesse lieber übers Ziel hinaus, als mich zu verstecken.»

Katrin Bittl ist Künstlerin, freie Autorin und Studentin an der Akademie der Bildenden Künste in München. In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich mit gesellschaftlichen Schönheitsidealen und dem eigenen Körper auseinander. Dies bringt sie unter anderem im Übermalen von historischen Gemälden zum Ausdruck.
Im Podcast erzählt sie von Ihrem Werdegang zur Künstlerin, sowie von der Kraft der Kunst das Publikum zu provozieren um damit in einen Dialog zu treten.

Daniel Seelhofer: «Es muss nicht alles an einer Hochschule gewinnbringend sein.»

Daniel Seelhofer, der Rektor der Ostschweizer Fachhochschule, spricht im Podcast über den Stellenwert der Kunst an der Hochschule. In seinen Augen hat die OST nicht nur einen Bildungsauftrag, sondern soll Kunst und Behinderung auch aus ethisch moralischer Sicht fördern. Schliesslich versteht sich die Hochschule als inklusive Institution und will so künfitg auch im Forschungsbereich noch interdisziplinärer arbeiten. Wie er das an der Hochschule erreichen möchte und welche Herausforderungen noch auf ihn warten, erzählt er im Gespräch mit Stefan Ribler.

Madnesst: «Es braucht eine gewisse Exklusion, um die Inklusion gesellschaftlich zu fördern.»

Madnesst ist ein Netzwerk von Mental-Health-Aktivist*innen und in dieser Folge sind drei von diesem Netzwerk zu Gast beim Podcast Kulturzyklus Ost.
Simone, Nik und Jennifer bringen Erfahrungen mit psychischen Krankheiten mit und sehen die daraus gewonnenen Einsichten als Ressource, die sie nun mit der Öffentlichkeit teilen. Sie sprechen mit Stefan Ribler darüber wie sie das Thema in der Gesellschaft enttabuisieren und entstigmatisieren wollen und inwiefern sie es mit Kreativität verbinden, die sie alle vereint.

Eddie Ramirez: «Ein Grossteil der Comedy ist Überraschung. Das Publikum merkt, dieser Mensch im Rollstuhl denkt mit.»

Er ist Rollstuhlfahrer und Stand-Up-Comedian. Auf der Bühne erzählt Edwin «Eddie» Ramirez humorvolle Geschichten über Alltagsrassismus und sein Leben im Rollstuhl. Im Podcast mit Stefan Ribler spricht er über die Wichtigkeit von Menschen mit Behinderungen auf der Bühne und die therapeutische Wirkung von Humor.

Ruth Bader: «Ich habe schon mit der Muttermilch den Wunsch nach Autonomie aufgenommen.»

Ruth Bader ist eine Künstlerin der Lebensbewältigung und Vertreterin von Menschen mit degenerativen Muskelerkrankungen. Sie arbeitet als diplomierte Sozialarbeiterin, bis sich mit 58 ihre zerebrale Lähmung verschlimmert, wodurch sie fortan auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Im Podcast erzählt sie von den Herausforderungen im Berufsleben, bürokratischen Hürden und dem Streben nach Autonomie.

Dergin Tokmak: «Diese Härte hat mir den Ehrgeiz gegeben, dass ich in meinen Körper hineinwachse.»

Dergin Tokmak sitzt seit Kindertagen aufgrund einer Polio-Erkrankung im Rollstuhl. In seiner Jugend kommt er mit Breakdance in Berührung und beginnt, mit und auf Krücken zu tanzen. Im Gespräch berichtet er von einem überraschenden Angebot des «Cirque du Soleil» und seinen Erfolgen beim «Supertalent».

Petra Anderhalden: „Beim Malen tauche ich in eine andere Welt ein."

Petra Anderhalden ist bildende Künstlerin. Aufgrund ihrer häufigen Epilepsie Anfällen lebt sie im Quimby Huus in St.Gallen-Winkeln und besucht dort täglich das Malatelier. Ursi Winiger, ist Co-Leiterin und prägt das Atelier schon seit vielen Jahren. Die beiden Frauen geben einen Einblick in das kreative Schaffen, erzählen über den Verkauf von Werken und warum das Malatelier viel mehr ist als eine Tagesstätte. 

Celine Wenger: «Es entsteht ein anderes Bild von Menschen mit einer Behinderung in der Gesellschaft.»

«Wildwuchs» ist ein Kunst- und Kulturfestival, das sich für die Teilhabe aller Menschen an künstlerischen, sozialen und politischen Prozessen stark macht. Celine Wenger, die Geschäftsleiterin, spricht gemeinsam mit der künsterlischen Leiterin Gunda Zeeb über die Ausrichtung des Festivals, die Schwierigkeiten, Menschen aus den Heimen als Publikum an ihr Festival zu holen und wie sie die Zukunft des «Wildwuchs»-Festivals einschätzen.

Micha Stuhlmann & Gerda Löw: «Ich gehe manchmal über die Grenzen hinaus und finde es spannend.»

Micha Stuhlmann leitet das «Laboratorium für Artenschutz», ein Ensemble aus Menschen mit und ohne Behinderung, die mit ihren Performancearbeiten schweizweit für Aufsehen sorgen. Gerda Löw ist ein festes Mitglied dieser Gruppe. Gemeinsam erzählen sie von ihrem Arbeitsprozess, dem Umgang mit Nähe und ihrem nächstem Projekt, dem Film TOD.SEIN.

Erwin Riess: «Sexualität gibt es auch für behinderte Menschen – immer!»

Erwin Riess ist ein österreichischer Behindertenaktivist und freier Schriftsteller, der  Theaterstücke, Hörspiele, Drehbücher und Prosa verfasst. Er setzt sich unter anderem für eine lusterfüllte Sexualität bei Menschen mit Behinderungen ein und schreibt, was es dafür braucht. Selbst hat er viel experimentiert und sieht einen grossen Zusammenhang zwischen einem inklusiven Leben und einer selbstbewussten Sexualität. Er rät Menschen mit Behinderungen, so oft sie können zu masturbieren und spricht über sein eigenes Sexualleben während Corona.

Phil Hubbe: «Wenn alle meine Zeichnungen gut finden würden, hätte ich ein Problem.»

Phil Hubbe ist Cartoonzeichner. Er arbeitet für über 20 Tageszeitungen und Zeitschriften, gestaltete Postkarten, den «Handicap-Kalender» und hat bereits eigene Cartoonbände veröffentlicht. Im Gespräch mit Stefan Ribler erzählt er von seiner Kindheit in der DDR, seinem Leben mit Multiple Sklerose und weshalb man sich über Behinderungen lustig machen darf.

Graf Fidi: «Ich habe aufgehört der Gesellschaft vorzuschreiben nicht Spast, Krüppel oder behindert zu sagen.»

Der Rapper Graf Fidi erzählt von seiner Kindheit, seinem Beruf als Sozialpädagoge und seiner Berufung als Rapper. Er bespricht seine ersten Berührungen mit Rap und erzählt wieso er nie so erfolgreich wie Capital Bra sein wird.

Michael Fehr: «Was ich zu Geben habe, ist etwas Grosszügiges!»

Der Erzähler und Autor Michael Fehr erzeugt durch Sprache starke Bilder, die zum Nachdenken anregen und auch provozieren. Charakteristisch sind seine Verwandlungsgeschichten, die detailreich und schonungslos sind. Er sagt dazu: «Phantasie ist wichtig, damit wir als Menschen unser volles Potential ausschöpfen, bevor wir als Spezies untergehen.» Mit Stefan Ribler spricht der Wortkünstler darüber, wie seine Wahrnehmung die schöpferische Kraft beeinflusst und warum er sich auch immer mehr als Musiker sieht.

Peter Honegger: «Ich lebe in Brüchen.»

Seit der ersten Ausgabe des Kulturzyklus ist Peter Honegger als Zuschauer mit dabei. Aufgrund einer Erkrankung an Multipler Sklerose ist er seit 20 Jahren Rollstuhlfahrer. Wie er in seinem Leben mit solchen «Brüchen» umging und wie sich durch die Krankheit sein Bezug zu Kunst und Kultur verändert hat, erzählt er in dieser Folge.

Gerhard Protschka: «Wer die Welt sehen will, wie sie ist, muss manchmal unerträgliche Dinge anschauen.»

Gerhard Protschka bietet mit dem Kurzfilmfestival «look & roll» Filmen über das Leben mit Einschränkungen, mit Schwächen und mit Behinderungen eine Plattform. Er spricht über die Schwierigkeiten, damit ein breites Publikum zu erreichen und über die grossen Kinos, die noch nicht barrierefrei sind.

Corinna Schleuniger: «Das Malen hilft mir, meine Geschichte auf eine schöne Art zu verarbeiten.»

Corinna Schleuniger ist Künstlerin im Living Museum und erzählt die Geschichte hinter ihren eindrücklichen Bildern.
Das Living Museum der Psychiatrie St.Gallen Nord in Wil wird von Rose Ehemann geleitet. Täglich begeben sich dort in mehreren Ateliers über 100 Menschen in kunsttherapeutische Behandlung.
Der Prozess soll den Menschen dabei helfen, ihr Leben mit der Krankheit angenehmer zu gestalten und eine Heilung möglich zu machen. Dabei werden sie nicht als Kranke, sondern als KünstlerInnen behandelt.

Alex Oberholzer: «Das Kino bringt mir die Welt nahe.»

Der Filmkritiker und -journalist Alex Oberholzer hat ein bewegtes Leben und ist in dieser Episode zu Gast bei Stefan Ribler. Alex ist seit seiner Geburt behindert, was ihn nicht davon abgehalten hat, seine Ziele zu verwirklichen. Sein Beruf und seine Leidenschaft, das Kino, brachte ihm die Welt nahe. Stefan und Alex diskutieren über Behinderung im Film und was sie für Liebesbeziehungen bedeutet, so auch für seine: Alex hat dank einer Liebe Vertrauen zu seinem Körper entwickelt.

Clown Syndrom: «Auch Charlie Chaplin läuft leicht behindert.»

Der Clownkünstler Olli Hauenstein trifft auf Eric Gadient mit Down Syndrom. Inspiriert durch das Handicap, entstehen kreative Ideen und daraus ihr Bühnenprogramm «Clown Syndrom». Ihre erfolgreiche Tournee mit bereits 156 Auftritten im In- und Ausland pausiert aufgrund der Corona-Situation. In dieser Episode gewähren die beiden einen Einblick in ihre einmalige Zusammenarbeit und erzählen, wie sie gemeinsam neue Welten erfinden.

Der Autor von «Was guckst du so behindert?» im Gespräch mit Stefan Ribler

Für den Schriftsteller Martin Hailer gibt es keine Tabus. «Was guckst du so behindert?» hiess sein 2012 erschienener Debütroman. 2018 reichte der studierte Übersetzer und Dolmetscher sein Folgewerk «Geisterfahrer – Ein Sozialroman» nach. Mit Stefan Ribler spricht er über das Schreiben während Corona-Zeiten, über positive Diskriminierung und sein mit dem IV-Assistenzbeitrag selbst organisiertes Leben mit seiner Freundin Laura.

Rückblick zum Auftakt

Der Start zur 8. Ausgabe von Kulturzyklus Kontrast. Dieses Jahr digital und ein ganzes Jahr lang.
In persönlichen Gesprächen reden Künstlerinnen, Künstler und Persönlichkeiten, die sich im Themenkreis Kunst und Behinderung bewegen, über ihre Arbeit. Dieser kurze Rückblick ist der Auftakt zur Podcast-Serie der Ostschweizer Fachhochschule OST. 

Kulturzyklus in Leichter Sprache

Barrierefreiheit ist eine Grundvoraussetzung für Inklusion, also für die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft und am kulturellen Leben. Inklusion ermöglicht Menschen mit Beeinträchtigungen selbstbestimmt zu leben. Im Sinne einer barrierefreien und zielgruppengerechten Kommunikation hat die OST – Ostschweizer Fachhochschule die Webseite zur Podcast-Serie des Kulturzyklus Kontrast in Leichte Sprache übersetzt. Leichte Sprache richtet sich vor allem an Menschen mit Lernschwierigkeiten, hilft aber zum Beispiel auch Menschen mit Legasthenie, Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen mit Demenz. Ein Text in Leichter Sprache besteht aus sehr kurzen Sätzen und beschränkt sich auf die wichtigsten Informationen. Es gibt kein Passiv, kein Genitiv, kein Konjunktiv sowie keine Fremd- und Fachwörter. 

Zur Webseite in Leichter Sprache

In Zusammenarbeit mit