Pflegewissenschaft als Schlüssel für resiliente Gesundheitssysteme
Medienmitteilung vom 8. Juni 2026
Die EANS Summer Conference 2026 widmet sich den grossen Herausforderungen unserer Zeit – und zeigt auf, welche zentrale Rolle die Pflegewissenschaft bei der Gestaltung zukunftsfähiger Gesundheitssysteme spielt. Internationale Expert:innen aus Wissenschaft, Praxis und Politik diskutieren am 8. und 9. Juli 2026 auf dem Campus St.Gallen der OST – Ostschweizer Fachhochschule über innovative Lösungsansätze für eine Gesundheitsversorgung unter Druck.

Klimawandel, Pandemien, Kriege und Konflikte, zunehmender Fachkräftemangel sowie steigender finanzieller Druck prägen die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen. Gesundheitssysteme in ganz Europa stehen vor der Aufgabe, gleichzeitig krisenfest, anpassungsfähig und nachhaltig zu bleiben. Genau hier setzt die EANS Summer Conference 2026 mit dem Titel «Nursing Science Shaping Policy and Practice for Healthcare Systems in Challenging Times» an. Die Konferenz, organisiert vom IGW Institut für Gesundheitswissenschaften der OST – Ostschweizer Fachhochschule, dem Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel und dem Institut für Implementation Science in Health Care der Universität Zürich findet zum ersten Mal in der Schweiz statt. Mit der Wahl der Schweiz und der OST als Austragungsort würdigt die EANS die hohe internationale Sichtbarkeit und die wissenschaftliche Exzellenz der Schweizer Pflegewissenschaft.
«Die internationale Konferenz bringt internationale Wissenschaftler:innen, klinische Führungspersonen, Lehrende, politische Entscheidungsträger:innen, Doktorand:innen sowie Fachpersonen aus Gesundheits- und Sozialwissenschaften zusammen. Ziel ist es, Wissen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie die Pflegewissenschaft aktiv zur Bewältigung heutiger und zukünftiger Herausforderungen beitragen kann», erklärt Prof. Dr. Manuel P. Stadtmann, Leiter des Kompetenzzentrums Psychische Gesundheit an der OST – Ostschweizer Fachhochschule und Mitorganisator der Konferenz.
«Im Zentrum der Konferenz steht die Frage, wie resiliente und agile Gesundheitssysteme entstehen können. Pflegewissenschaft wird dabei nicht nur als akademische Disziplin verstanden, sondern als treibende Kraft für evidenzbasierte Veränderungen in Praxis, Bildung und Gesundheitspolitik», ergänzt Prof. Dr. Heidrun Gattinger, Leiterin des Instituts für Gesundheitswissenschaften an der OST. Die Veranstaltung macht deutlich: Gerade in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche braucht es wissenschaftlich fundierte Lösungen, interprofessionelle Zusammenarbeit und mutige politische Entscheidungen.
Zukunftsfähige Strategien
Die Konferenz versteht Krisen ausdrücklich auch als Chance für Innovation und Transformation. Neue Versorgungsmodelle, nachhaltige Strukturen und flexible Arbeitsformen im Gesundheitswesen entstehen häufig dort, wo bestehende Systeme an ihre Grenzen stossen. Pflegewissenschaft kann dabei eine entscheidende Rolle übernehmen – etwa bei der Entwicklung neuer Versorgungskonzepte, der Sicherstellung von Pflegequalität oder der Gestaltung zukunftsfähiger Personalstrategien.
Das Programm der EANS Summer Conference 2026 bietet zahlreiche Möglichkeiten für fachlichen Austausch und Networking. Geplant sind internationale Keynote-Referate, interaktive Workshops, wissenschaftliche Präsentationen, Posterbegehungen sowie eine Debatte mit Nachwuchswissenschaftler:innen.
Renommierte Referierenden in St.Gallen
Zu den renommierten Referierenden gehören unter anderem Prof. Ingalill Rahm Hallberg (Lund University Cancer Centre) und Prof. David A. Richards (Western Norway University of Applied Science). In ihrer gemeinsamen Keynote «EANS: making a difference to health care. Past, present and future» beleuchten sie die Entwicklung und den Beitrag der europäischen Pflegewissenschaft für die Gesundheitsversorgung. Beide zählen zu den international prägenden Persönlichkeiten der Gesundheitsforschung und verfügen über jahrzehntelange Erfahrung in Wissenschaft, Gesundheitsversorgung und Leadership.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Keynote von Margrieta Langins, Beraterin des WHO-Regionalbüros für Europa. Unter dem Titel «The Power of Nursing Science: Why it matters for building resilient health systems» zeigt sie auf, weshalb Pflegewissenschaft eine zentrale Grundlage für widerstandsfähige Gesundheitssysteme bildet. Langins bringt umfassende internationale Erfahrung in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Langzeitpflege und Gesundheitspolitik mit.
Prof. Jonathan Drennan von der University College Dublin widmet sich in seinem Referat der Frage, wie Forschungsergebnisse konkret in Reformprozesse von Gesundheitssystemen einfliessen können. Seine Keynote «From Nursing Science to Health System Reform: Implementing the Programme of Research on Safe Nurse Staffing and Skill Mix» thematisiert insbesondere die Bedeutung sicherer Personalausstattung und eines ausgewogenen Skill-Mix in der Pflege.
Schweizer Politik im Programm
Auch aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen in der Schweiz finden Eingang ins Programm. Workshops beschäftigen sich unter anderem mit der zukünftigen Schweizer Forschungsagenda für Pflegewissenschaft, den Auswirkungen der Schweizer Pflegeinitiative sowie dem Umgang mit Ressourcenknappheit und Prioritätensetzung in der Gesundheitsversorgung.
Mit ihrem interdisziplinären Ansatz setzt die EANS Summer Conference 2026 ein starkes Zeichen für die Bedeutung der Pflegewissenschaft in Europa. Die Veranstaltung möchte den Dialog zwischen Forschung, Praxis und Politik fördern und nachhaltige Impulse für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung geben.
Die European Academy of Nursing Science (EANS) engagiert sich seit vielen Jahren für die Förderung wissenschaftlicher Exzellenz in der Pflegewissenschaft und für die Weiterentwicklung evidenzbasierter Pflegepraxis, Forschung und Bildung in Europa.
Weitere Informationen finden sich auf der Website https://www.ost.ch/de/forschung-und-dienstleistungen/gesundheit/igw-institut-fuer-gesundheitswissenschaften/eans-summer-conference-2026
Für Rückfragen:
- Prof. Dr. Heidrun Gattinger, Leiterin IGW Institut für Gesundheitswissenschaften, 058 257 15 22, heidrun.gattinger@ost.ch
- Prof. Dr. Manuel P. Stadtmann, Leiter Kompetenzzentrum Psychische Gesundheit, 058 257 14 04, manuel.stadtmann@ost.ch
- Michael Breu, Kommunikation OST, 058 257 44 66, michael.breu@ost.ch
