Chancen sehen und packen – mit Verve durch die Pandemie

Siegerinterview Managementkonzeption

Sie suchten Neues, Unbekanntes, Innovatives – und fanden mit dem Appenzeller Start-up Prodartis einen inspirierenden Auftraggeber nach Wunsch. Mit viel Kreativität und Begeisterung für die komplexe Materie der additiven Fertigung überzeugten die Studierenden die Jury. Ihre Offenheit wollen sie beibehalten.

 

Gewinner WTT YOUNG LEADER AWARD in Managementkonzeption 2020

18.01.2021

Die Jury lobte Ihre Begeisterung. Woher kam sie?

Ivan Mihajlovic: Sie war auf alle Fälle vorhanden. Das interessante Projekt war keine Fleissarbeit, sondern eine Chance, um kreativ zu werden. Die packten wir. Prodartis war für uns erste Wahl. Uns interessierten innovative Business-Modelle. Wir suchten bewusst eine Branche, wo wir Neues lernen können.
Dominic Günthert: Der Startup-Charakter hatte uns sofort angesprochen. Wir ahnten, dass wir dabei etwas bewirken können und die Arbeit nicht in einer Schublade landen oder «politisch» verwendet würde. Bei Praxisprojekten ist oft vorgespurt, wie man vom Auftrag zum Ziel gelangt. Prodartis sprach uns aber mit einer sehr offenen Fragestellung an, in die man sich hineindenken und kreative Ideen suchen konnte.
Sereina Tobler: Der rege Austausch mit Prodartis-Geschäftsführer Ralf Schindel motivierte uns erst recht. Wir fühlten uns trotz virtueller Meetings nah bei der Kundschaft. Unsere Empfehlungen fanden Gehör, und wir fühlten uns wertgeschätzt.
Andjela Jovanovic: In dieser Hinsicht war die Pandemie fast schon hilfreich. Videokonferenzen konnten wir einfacher und öfter ins Projekt integrieren als physische Meetings. Solche Erkenntnisse nimmt man gerne für die Nach-Corona-Zeit mit.

Sie haben neue Geschäftsfelder für den 3D-Druck gesucht und vorgeschlagen. Wie geht das?

Sereina Tobler: Wir begannen mit einer Trendanalyse und leiteten daraus die «Enabler» ab: Was muss erfüllt sein, dass sich 3D-Druck für Prodartis lohnt? In welchen Alltagssituationen könnte 3D-Druck einen Beitrag liefern? Dafür führten wir Brainstormings durch und trafen uns oft online. 3D-Druck ist oft dann interessant, wenn ein Produkt individuell angepasst werden muss. 

Kein einfaches Gebiet ...

Andjela Jovanovic: In der Tat! Wir mussten uns innert kurzer Zeit mit dem komplexen Markt der additiven Fertigung beschäftigen und diesen verstehen. Wir hatten deshalb keinen einfachen Start.
Dominic Günthert: 3D-Druck ist zwar ein Begriff. Aber Prodartis macht das hochpräzis – in der Qualität von Spritzguss. Das hat wenig mit den «Würstchen-Druckern» zu tun, die vielen bekannt sind.
Sereina Tobler: Wir hatten ein Spitzenteam. Das war auch nötig, um die Aufgabe zu stemmen.

Der Lohn dafür ist der WTT YOUNG LEADER AWARD. Was haben Sie auf dem Weg dorthin gelernt?

Sereina Tobler: Offenheit und Interesse an anderen Meinungen zu haben, ist inspirierend in Projekten.
Dominic Günthert: Wir entwickelten ein hohes Verständnis für die Fertigungstechnologie, welche Möglichkeiten und Vorteile sie bietet.
Andjela Jovanovic: Man kann im Team arbeiten, ohne sich zu sehen – kann aber auch Gefahr laufen, zu viele Online-Meetings zu machen. Das Zeitmanagement bleibt wichtig – gerade, wenn man parallel zu einem Praxisprojekt auch die Bachelorarbeit beenden muss. 
Ivan Mihajlovic: Innovative oder neue Geschäftsfelder bieten Start-ups grosse Chancen auf Wachstum. Und Prodartis ist extrem innovativ und kreativ. Es war toll zu erleben, wie dieses Unternehmen auf Studierende eingehen kann.

Hilft der Award bei Ihren beruflichen Plänen?

Ivan Mihajlovic: Das soll er. Deshalb erwähnt man ihn beispielsweise auch auf LinkedIn. Zunächst beende ich aber meinen Master in Innovation Management and Entrepreneurship an der NOVA School of Business and
Economics in Lissabon.
Andjela Jovanovic: Der Award macht sich gut im CV – stimmt. Aber wichtiger ist, dass wir Prodartis ein Schrittchen weiterbringen konnten. Der Master steht auch bei mir auf dem Plan. Aktuell absolviere ich ein Praktikum bei
Elcotherm in Winterthur im Digital Business Development und darf hoffentlich länger bleiben.
Sereina Tobler: Ich bin auch bereits im Berufsleben als VR-Assistentin bei Abacus Research. Dasselbe gilt übrigens für Bojan Pancika, unser fünftes Team-Mitglied, das heute leider fehlt. Er arbeitet in der Wirtschaftsprüfung bei KPMG.
Dominic Günthert: Bereits die Nomination war eine Ehre, gerade, wenn man sich gegen Projekte mit grossen Namen als Auftraggeber durchsetzt. Auch ich möchte noch den Master abschliessen. Gleichzeitig arbeite ich bei PwC in St.Gallen. Als Sponsor des WTT YOUNG LEADER AWARD freute man sich dort für mich. Diese Erfahrung war übrigens auch lehrreich: Ein Medientraining und einen Auftritt an einem solchen Event vor vielen Kameras erlebt man nicht alle Tage.

Waren Sie nicht nervös?

Sereina Tobler: Doch – und sehr angespannt! Die Show ist zwar spannend, aber man wartet auch sehnsüchtig auf das Resultat.
Ivan Mihajlovic: Ich war zuvor eher skeptisch, ob das was wird während dieser Pandemie. Ich wurde ja aus Lissabon zugeschaltet, bereits bei den Proben. Als ich dann sah, wie viele Leute in der Regie arbeiteten und wie
alles organisiert ist, war ich wirklich überrascht. Es war wirklich fast, als wäre man vor Ort dabei mit all den Interaktionsmöglichkeiten im Livestream. Ich kann nur sagen: Hut ab für diese Organisation! 

Nur die Angehörigen fehlten.

Sereina Tobler: Auch die hatten einen Vorteil. Sie genossen eine TV-Gala zuhause im Wohnzimmer und konnten dazu dinieren (lacht). Das geht sonst nicht.
Dominic Günthert: Wir konnten ja gleich nach der Award-Übergabe mit ihnen anstossen.

Waren Sie nicht feiern?

Andjela Jovanovic: Das ist leider nicht die Zeit zum Feiern. Aber wir holen das nach.

Webportal Praxisprojekt-Insider

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Chancen sehen und packen – mit Verve durch die Pandemie

Siegerinterview Managementkonzeption

Sie suchten Neues, Unbekanntes, Innovatives – und fanden mit dem Appenzeller Start-up Prodartis einen inspirierenden Auftraggeber nach Wunsch. Mit viel Kreativität und Begeisterung für die komplexe Materie der additiven Fertigung überzeugten die Studierenden die Jury. Ihre Offenheit wollen sie beibehalten.

 

Gewinner WTT YOUNG LEADER AWARD in Managementkonzeption 2020

18.01.2021

Die Jury lobte Ihre Begeisterung. Woher kam sie?

Ivan Mihajlovic: Sie war auf alle Fälle vorhanden. Das interessante Projekt war keine Fleissarbeit, sondern eine Chance, um kreativ zu werden. Die packten wir. Prodartis war für uns erste Wahl. Uns interessierten innovative Business-Modelle. Wir suchten bewusst eine Branche, wo wir Neues lernen können.
Dominic Günthert: Der Startup-Charakter hatte uns sofort angesprochen. Wir ahnten, dass wir dabei etwas bewirken können und die Arbeit nicht in einer Schublade landen oder «politisch» verwendet würde. Bei Praxisprojekten ist oft vorgespurt, wie man vom Auftrag zum Ziel gelangt. Prodartis sprach uns aber mit einer sehr offenen Fragestellung an, in die man sich hineindenken und kreative Ideen suchen konnte.
Sereina Tobler: Der rege Austausch mit Prodartis-Geschäftsführer Ralf Schindel motivierte uns erst recht. Wir fühlten uns trotz virtueller Meetings nah bei der Kundschaft. Unsere Empfehlungen fanden Gehör, und wir fühlten uns wertgeschätzt.
Andjela Jovanovic: In dieser Hinsicht war die Pandemie fast schon hilfreich. Videokonferenzen konnten wir einfacher und öfter ins Projekt integrieren als physische Meetings. Solche Erkenntnisse nimmt man gerne für die Nach-Corona-Zeit mit.

Sie haben neue Geschäftsfelder für den 3D-Druck gesucht und vorgeschlagen. Wie geht das?

Sereina Tobler: Wir begannen mit einer Trendanalyse und leiteten daraus die «Enabler» ab: Was muss erfüllt sein, dass sich 3D-Druck für Prodartis lohnt? In welchen Alltagssituationen könnte 3D-Druck einen Beitrag liefern? Dafür führten wir Brainstormings durch und trafen uns oft online. 3D-Druck ist oft dann interessant, wenn ein Produkt individuell angepasst werden muss. 

Kein einfaches Gebiet ...

Andjela Jovanovic: In der Tat! Wir mussten uns innert kurzer Zeit mit dem komplexen Markt der additiven Fertigung beschäftigen und diesen verstehen. Wir hatten deshalb keinen einfachen Start.
Dominic Günthert: 3D-Druck ist zwar ein Begriff. Aber Prodartis macht das hochpräzis – in der Qualität von Spritzguss. Das hat wenig mit den «Würstchen-Druckern» zu tun, die vielen bekannt sind.
Sereina Tobler: Wir hatten ein Spitzenteam. Das war auch nötig, um die Aufgabe zu stemmen.

Der Lohn dafür ist der WTT YOUNG LEADER AWARD. Was haben Sie auf dem Weg dorthin gelernt?

Sereina Tobler: Offenheit und Interesse an anderen Meinungen zu haben, ist inspirierend in Projekten.
Dominic Günthert: Wir entwickelten ein hohes Verständnis für die Fertigungstechnologie, welche Möglichkeiten und Vorteile sie bietet.
Andjela Jovanovic: Man kann im Team arbeiten, ohne sich zu sehen – kann aber auch Gefahr laufen, zu viele Online-Meetings zu machen. Das Zeitmanagement bleibt wichtig – gerade, wenn man parallel zu einem Praxisprojekt auch die Bachelorarbeit beenden muss. 
Ivan Mihajlovic: Innovative oder neue Geschäftsfelder bieten Start-ups grosse Chancen auf Wachstum. Und Prodartis ist extrem innovativ und kreativ. Es war toll zu erleben, wie dieses Unternehmen auf Studierende eingehen kann.

Hilft der Award bei Ihren beruflichen Plänen?

Ivan Mihajlovic: Das soll er. Deshalb erwähnt man ihn beispielsweise auch auf LinkedIn. Zunächst beende ich aber meinen Master in Innovation Management and Entrepreneurship an der NOVA School of Business and
Economics in Lissabon.
Andjela Jovanovic: Der Award macht sich gut im CV – stimmt. Aber wichtiger ist, dass wir Prodartis ein Schrittchen weiterbringen konnten. Der Master steht auch bei mir auf dem Plan. Aktuell absolviere ich ein Praktikum bei
Elcotherm in Winterthur im Digital Business Development und darf hoffentlich länger bleiben.
Sereina Tobler: Ich bin auch bereits im Berufsleben als VR-Assistentin bei Abacus Research. Dasselbe gilt übrigens für Bojan Pancika, unser fünftes Team-Mitglied, das heute leider fehlt. Er arbeitet in der Wirtschaftsprüfung bei KPMG.
Dominic Günthert: Bereits die Nomination war eine Ehre, gerade, wenn man sich gegen Projekte mit grossen Namen als Auftraggeber durchsetzt. Auch ich möchte noch den Master abschliessen. Gleichzeitig arbeite ich bei PwC in St.Gallen. Als Sponsor des WTT YOUNG LEADER AWARD freute man sich dort für mich. Diese Erfahrung war übrigens auch lehrreich: Ein Medientraining und einen Auftritt an einem solchen Event vor vielen Kameras erlebt man nicht alle Tage.

Waren Sie nicht nervös?

Sereina Tobler: Doch – und sehr angespannt! Die Show ist zwar spannend, aber man wartet auch sehnsüchtig auf das Resultat.
Ivan Mihajlovic: Ich war zuvor eher skeptisch, ob das was wird während dieser Pandemie. Ich wurde ja aus Lissabon zugeschaltet, bereits bei den Proben. Als ich dann sah, wie viele Leute in der Regie arbeiteten und wie
alles organisiert ist, war ich wirklich überrascht. Es war wirklich fast, als wäre man vor Ort dabei mit all den Interaktionsmöglichkeiten im Livestream. Ich kann nur sagen: Hut ab für diese Organisation! 

Nur die Angehörigen fehlten.

Sereina Tobler: Auch die hatten einen Vorteil. Sie genossen eine TV-Gala zuhause im Wohnzimmer und konnten dazu dinieren (lacht). Das geht sonst nicht.
Dominic Günthert: Wir konnten ja gleich nach der Award-Übergabe mit ihnen anstossen.

Waren Sie nicht feiern?

Andjela Jovanovic: Das ist leider nicht die Zeit zum Feiern. Aber wir holen das nach.

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