Der Pflege zu mehr Wertschätzung verhelfen

Die OST – Ostschweizer Fachhochschule hat 62 Bachelor- und 11-Master-Studierende gefeiert, die im Frühling und Herbst dieses Jahres ihre Ausbildung in Pflege mit Erfolg abgeschlossen haben. Die feierliche Diplomübergabe im Pfalzkeller fand unter strengen Coronamassnahmen statt. Gerade in diesen Zeiten der Pandemie dürften die Pflegenden stolz auf ihren Beruf sein, betonte Birgit Vosseler, Leiterin Departement Gesundheit.

Nachdem im Frühling die Diplomfeier aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen musste, konnte sie nun im Herbst mit besonderen Sicherheitsmassnahmen stattfinden. Vor Ort anwesend waren allerdings nur die Studierenden und einige wenige Gäste. Für die Angehörigen der erfolgreichen Diplomandinnen und Diplomanden sowie die Dozierenden der Ostschweizer Fachhochschule war ein Livestream eingerichtet, mit dem sie die Feier mitverfolgen konnten.

Den Beruf stetig weiterentwickeln

Sie freue sie sich ausserordentlich, den Studierenden persönlich vor Ort und nicht im virtuellen Raum gratulieren zu können, betonte Birgit Vosseler, Leiterin Departement Gesundheit. Die Pflege übe in diesen Zeiten eine besonders wichtige Arbeit aus, erklärte sie in ihrer Begrüssung. Sie frage sich aber, warum die Pflegenden nicht stärker ins Rampenlicht gerückt worden seien. Es sei zwar ein bisschen geklatscht worden, doch das sei nicht genug. «Pflege ist die unmittelbare Reaktion auf ein Bedürfnis der Menschen. Es ist ein schöner Beruf, auf den Sie alle stolz sein dürfen», betonte sie und rief die Diplomandinnen und Diplomanden dazu auf, einerseits ihre Profession weiterzuentwickeln und andererseits gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik für mehr Wertschätzung einzutreten.

Ausgewählte Bachelor- und Masterarbeiten vorgestellt

Ein Bachelor- und zwei Masterabsolventen stellten ihre Abschlussarbeiten vor. Simon Paul Kleiner präsentierte seine Bachelorthesis «Physische Gewalt von Menschen mit Demenz. Wie Pflegepersonen in der Langzeitpflege betriebliche Unterstützung erleben». Physische Gewalt sei in der Pflege ein sehr häufig auftretendes Phänomen, betonte er. Vielfach gehe sie von Menschen mit Demenz oder Depressionen aus. Pflegepersonen erlebten dabei den Managementsupport oft als unzureichend.

Rouven Brenner wählte für seine Masterthesis das Thema «KASRP-G: Übersetzung und kulturelle Adaption des Knowledge and Attitudes Survey Regarding Pain. Wissen und Einstellungen von Pflegenden hinsichtlich Schmerzen». Die Pflegenden hätten eine sehr wichtige Rolle im Schmerzmanagement, erklärte er. Oft sei es aber von aussen sehr schwierig, den Schmerz der Patientinnen und Patienten einzuschätzen.

Die zweite Masterthesis, die vorgestellt wurde, trug den Titel «Erfahrungen der pflegerischen Unterstützung bei positiven Risiken im stationär psychiatrischen Setting aus Sicht der Nutzenden». Ein Risiko werde oft als ein Ereignis gesehen, das möglichst nicht eintreten sollte, führte Nicolaj Sprecher aus. Das Vermeiden von Risiken gehe aber nicht selten auf Kosten der Autonomie, Hoffnung und Chancen der Nutzenden.

Diplome übergeben, Arbeiten prämiert

Drei Studierende liessen die Ausbildung Revue passieren. Es sei eine spannende und lehrreiche, jedoch auch strenge Zeit gewesen, betonte eine der Rednerinnen. Nach der Überreichung der Diplome wurden herausragende Master- und Bachelorthesen prämiert. Auszeichnungen erhielten Jennifer Lienemann und Zsuzsanna Ferenczy, (Preis der Stiftung Chirurgie), Joy Huber, (Preis der Dr. Hans Altschüler-Stiftung St.Gallen), sowie Luana Rageth und Julia Pfalzgraff, (Preis der SBK Sektion St.Gallen, Thurgau, Appenzell).

Musiker Tim Beam aus Freiburg im Breisgau gratulierte den erfolgreichen Diplomandinnen und Diplomanden mit Rocksongs und Kilian Ziegler aus Olten mit selbstverfassten Poetry-Slam-Texten.