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Feedbackkultur neu gedacht – mit KI und Chatbot

20.01.2026

Viele Unternehmen schreiben sich eine aktive Feedbackkultur auf die Fahne. Doch in der Realität wird diese selten gelebt. Die OST – Ostschweizer Fachhochschule entwickelte zusammen mit der Swiss Smart Factory, der Bossard AG und der Vebo Genossenschaft ein digitales Tool. Ziel ist es, die Mitarbeitenden zu motivieren, regelmässig Verbesserungsvorschläge einzureichen.

Einfach zu bedienen, übersichtlich gestaltet: Das digitale Feedback-Tool.
Schritt für Schritt zur besseren Feedbackkultur: Der Chat vereinfacht Rückmeldungen am Arbeitsplatz.
Der Avatar als digitaler Assistent.
Mittels der Auswahl eines Avatars können Nutzende angeben, wie ihre aktuelle Stimmung ist. Die KI kann diese bei der Rückmeldung berücksichtigen.
Einfach zu bedienen, übersichtlich gestaltet: Das digitale Feedback-Tool.
Das Frontend des digitalen Feedback-Tools ist intuitiv bedienbar. Es kann zwischen verschiedenen Eingabemöglichkeiten gewählt werden.

Motivationsfaktor Rückmeldung

Ob Zettelbriefkasten oder Feedback an die Vorgesetzten – viele Rückmeldesysteme scheitern daran, dass unklar ist, was mit den Vorschlägen geschieht. «In der Tat ist die fehlende Rückmeldung einer der wichtigsten Faktoren, die dazu führen, dass die Motivation für Verbesserungsvorschläge sinkt. Hier haben wir den Hebel angesetzt», erklärt Frieder Loch vom I3 Institut für interaktive Informatik. Die Zusammenarbeit mit der Vebo lieferte zusätzliche Hinweise auf mögliche Stolpersteine: da bei der Vebo mehrheitlich Personen mit einer Beeinträchtigung arbeiten, wurde betrachtet, wie beispielsweise eine einfache Eingabe unabhängig von Sprach- und Schreibkompetenz Hürden für alle Mitarbeitenden abbauen kann.

«Am Ende geht es um die Vereinfachung von Prozessen, so banal das klingen mag. Wenn man versteht, wie Motivation wirksam und nachhaltig aufrechterhalten werden kann, ist der entscheidende Schritt hin zu einer funktionierenden Feedbackkultur getan.»

Frieder Loch, Professor für User-Centered Design an der OST

Frieder Loch, Professor für User-Centered Design an der OST

Digitaler Assistent mit dem Menschen im Zentrum

Für die Sicherstellung einer einfachen Bedienbarkeit wurde die Nutzeroberfläche des Feedback-Tools entsprechend gestaltet. Für die Einreichung von Verbesserungsvorschlägen können nicht nur Texte, sondern auch handgefertigte Skizzen oder Fotos hochgeladen werden. KI analysiert die Eingabe und gibt im Chatbot unmittelbar eine erste Rückmeldung. Trotz moderner Technik ist der Chatbot kein Ersatz für einen verständnisvollen Vorgesetzten. «Wir haben erkannt, dass für den gesamten Prozess ein persönlicher und vertrauensvoller Umgang mit dem Vorgesetzten wichtig ist, egal auf welchem Arbeitsmarkt», betont Loch.

Prototyp mit Potenzial

Das von Innosuisse geförderte Projekt lief über zwei Jahre bis Ende 2025. Die entwickelte App ist bereits einsatzbereit und kann einfach an die Bedürfnisse eines Unternehmens angepasst werden (z. B. spezifische Fachbegriffe). «Am Ende geht es um die Vereinfachung von Prozessen, so banal das klingen mag. Wenn man versteht, wie Motivation wirksam und nachhaltig aufrechterhalten werden kann, ist der entscheidende Schritt hin zu einer funktionierenden Feedbackkultur getan.», so Loch.