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Gefahrenquelle Kunstrasen

28.01.2026

Kunststoffrasenplätze sind im Schweizer Fussball heute Standard. Sie bieten zwar Vorteile für den Spielbetrieb, wie ganzjährige Bespielbarkeit, bergen jedoch Umweltrisiken. Kunststoffpartikel und Chemikalien können in die Umgebung gelangen und Gewässer verschmutzen. Das UMTEC Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik der OST – Ostschweizer Fachhochschule hat das Problem systematisch untersucht.

Sind Fussballplätze umweltschädlich?
In der Schweiz entstehen jährlich allein zwischen 20 und 30 neue Kunststoffrasenplätze. Insgesamt zählt man inzwischen mehr als 500 solcher Felder – hinzu kommen Leichtathletikanlagen und weitere Kunststoffbeläge für die Freizeitnutzung.
Kunstrasen und Mikroplastik: Solche Plätze sind Standard in der Schweiz, doch sie können die Umwelt belasten.
Je nach Platztyp und Lage gelangen jährlich zwischen 13 und 160 Tonnen Mikroplastik in die Umwelt. Hinzu kommt der Einfluss von Wasser durch Regen oder Bewässerung, was dazu führen kann, dass kritische Stoffe aus dem Belagsaufbau ausgewaschen werden.

Mikroplastik als Problem

Zwischen Bodensee und Genfersee gibt es mittlerweile mehr als 500 Fussballfelder aus Kunststoffrasen. Und jedes Jahr werden 20 bis 30 neue angelegt. Mit diesem Trend geht auch eine relevante Umweltproblematik einher, wie Prof. Dr. Michael Burkhardt und sein Team vom UMTEC Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik in einem mehrjährigen Projekt herausgefunden haben. So lagern auf hiesigen Fussballplätzen bis zu 25 000 Tonnen primäres Mikroplastik. Dieses als Füllgranulat verwendete Material enthält für Gewässer teils belastende Chemikalien.
 

Sechs Prozent zu nah an Gewässern

Problematisch ist aber nicht nur das primäre, sondern auch das sekundäre Mikroplastik. Diese Partikel bilden sich durch Abrieb des Kunststoffrasens oder des Belags. Je nach Platztyp und Lage gelangen jährlich zwischen 13 und 160 Tonnen Mikroplastik – primär aus verfüllten Feldern – in die Umwelt. Etwa sechs Prozent der Kunstrasenplätze liegen weniger als zehn Meter neben Seen, Flüssen oder Bächen. Hier besteht die Gefahr, dass das Mikroplastik zu einer Gewässerverschmutzung führen könnte. Rund 80 Prozent der Plätze befinden sich weiter als 30 Meter von einem Gewässer entfernt und sind daher weniger problematisch.
 

Leitfaden für die Praxis 

Die Forschung von Michael Burkhardt und seinem Team liefert nicht nur Daten und benennt das Problem – auch anhand von Laboruntersuchungen –, sondern entwickelte ein neues Konzept für Kunststoffrasen und -beläge und zeigt auch weitere Lösungsansätze auf. Auf Grundlage der wissenschaftlichen Ergebnisse soll ein interkantonales Merkblatt entstehen. Dieses soll künftig als Standard für den Bau und Unterhalt von Kunststoffrasenplätzen, -belägen und Freizeitanlagen dienen. Das gestiegene Bewusstsein für die Thematik zeigt bereits Wirkung: So setzen beispielsweise Städte wie Zürich auf unverfüllte Systeme. Diese Plätze kommen ohne Granulat aus und reduzieren den Austrag von Mikroplastik und Chemikalien erheblich.