Potenzial der digitalen Technologien

Rückblick zum Thurgauer Technologietag vom 26. März 2021

Digitale Technologien gezielter nutzen, Industrieprojekte mit der OST – Ostschweizer Fachhochschule voranbringen und mit der Empa St.Gallen eine Brücke zur Grundlagenforschung bauen. Diese Aspekte hat der «Thurgauer Technologietag kompakt» vermittelt.

125 Personen haben die Online-Veranstaltung vom vergangenen Freitag verfolgt, die vom Thurgauer Technologieforum ausgerichtet worden war. Die Expertenkommission will Thurgauer Unternehmen mit Bildung und Forschung in der ganzen Ostschweiz vernetzen.

Digitale Technologien für KMU

Thomas C. Ahlburg, Senior Advisor Stadler Rail, ermunterte dazu, digitale Technologien in den KMU zu nutzen. Viel Potenzial liege bereits darin, einzelne Produkte und Produktionsschritte besser zu gestalten oder Leistungen zu ergänzen. Bei der Stadler AG können beispielsweise dank eines Laserscanning-Systems grössere Bauteile hochpräzise ausgemessen werden, ohne dass sie aus dem Produktionsprozess entnommen werden müssen.

Neue Lösungen und Innovationen

Ein autonomer Ein-Achs-Mäher, ein realitätsnaher Helikopterflugsimulator, ein System für die Nachverfolgbarkeit von Kunststoffteilen oder eine Power-to-Gas-Anlage: Die OST habe sich dem Ziel verschrieben, zusammen mit der Industrie den Weg zu neuen Lösungen und Innovationen zu finden, betont Lothar Ritter, Professor und Leiter des Departements Technik. Die Kompetenzen der drei Standorte – Buchs, Rapperswil und St.Gallen – seien seit der Fusion zur OST übergreifend und direkt verfügbar, das Potenzial sei reichhaltiger geworden. Das Departement Technik der OST mit seinen 520 Mitarbeitenden realisiere Forschungsprojekte im Umfang von jährlich rund 55 Millionen Franken.

Modelle für Menschen

René Rossi versteht seine Tätigkeit als «Brückenbauen zur Grundlagenforschung». Er leitet die Empa-Abteilung «Biomimetic Membranes and Textiles» in St.Gallen und ist zudem an der ETH Zürich als Lehrbeauftragter tätig. In St.Gallen stehen vor allem die Wechselwirkungen zwischen Materialien und dem menschlichen Körper im Fokus. Zusammen mit dem Kantonsspital St.Gallen wurde etwa eine App entwickelt, die hilft, Schmerztherapien bei Krebs zu optimieren. Die Forschung reicht weiter bis zu Simulationen, die Erkenntnisse liefern sollen, wie Früchte schonender transportiert werden können.