Solartechnik der OST rettet Leben in Afrika
Im internationalen Forschungsprojekt SophiA wurde ein modulares Container-System entwickelt, das Gesundheitseinrichtungen in ländlichen Regionen Afrikas zuverlässig, autark und umweltfreundlich mit Strom, sauberem Trinkwasser sowie Wärme- und Kühlsystemen versorgt. Das Ziel des Projektes unter der Leitung der Hochschule Karlsruhe (HKA) war es, die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung durch bessere Behandlungs- und Arbeitsbedingungen in den Gesundheitseinrichtungen nachhaltig zu verbessern.
Die OST – Ostschweizer Fachhochschule war in dem von der EU finanzierten Projekt für die gesamte Solartechnik sowie das übergeordnete Energiemanagementsystem verantwortlich und hat beim Projektmanagement unterstützt. Die Pilotanlagen in Burkina Faso, Kamerun, Uganda und Malawi sind erfolgreich in Betrieb. Gebaut wurden die Container von einem lokalen Unternehmen in Südafrika – nach einem Open-Source-Leitfaden, der die Technologie langfristig in der Region verankert.
Know-how-Transfer und Umweltschutz
Die ersten Resultate sind sehr zufriedenstellend, wie Dr. Mihaela Dudita-Kauffeld sagt. Als Solarexpertin der OST war sie Co-Leiterin im vierjährigen Projekt, seit dem offiziellen Abschluss begleitet sie die lokalen Teams mit Monitorings und einem regelmässigen Austausch. «Es ist uns gelungen, die innovativen Technologien von Anfang an gemeinsam mit Partnern vor Ort zu entwickeln. Der Know-how-Transfer kann nicht genug gewichtet werden.»
Einen weiteren grossen Gewinn sieht sie im Umweltschutz: «Mit der Installation der Systeme in reale Gesundheitseinrichtungen konnten wir beweisen: Strom, zuverlässige Kühl- und Wärmesysteme sowie sauberes Trinkwasser können vollständig durch lokale erneuerbare Energien bereitgestellt werden.»
«Mit der Installation der Systeme in reale Gesundheitseinrichtungen konnten wir beweisen: Strom, zuverlässige Kühl- und Wärmesysteme sowie sauberes Trinkwasser können vollständig durch lokale erneuerbare Energien bereitgestellt werden.»
Dr. Mihaela Dudita-Kauffeld

Kühlsysteme für Medikamente, Impfstoffe und Blutplasma
Ein zentraler Bestandteil von SophiA sind die Kühlsysteme. Impfstoffe, Medikamente und Blutplasma müssen durchgängig gekühlt werden – eine grosse Herausforderung in ländlichen Regionen Afrikas. Manche Stoffe benötigen Temperaturen von bis zu minus 70 Grad. Innovative Kühlsysteme sind eine Spezialität der Hochschule Karlsruhe (HKA) und dort des IKKU - Institut für Kälte-, Klima- und Umwelttechnik. «Wir haben in den Kühlsystemen von SophiA ausschliesslich natürliche Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial und ohne umweltschädliche Abbauprodukte im Fall einer Kältemittelleckage eingesetzt», sagt Prof. Dr. Michael Kauffeld, Co-Leiter von SophiA. «Es war ein Highlight für uns, als wir diese Technologie auch hochrangingen Vertretern der Regierung von Uganda präsentieren durften.»
Zur Partnerschaft mit der OST sagt Michael Kauffeld: «Von den ersten Ideen im Oktober 2020 bis zum letzten Projekttag 2025 hat die Zusammenarbeit mit der OST hervorragend funktioniert. Über fünf herausfordernde Jahre hinweg war die Kooperation stets eng und konstruktiv.»
«Die Zusammenarbeit mit der OST hat hervorragend funktioniert. Über fünf herausfordernde Jahre hinweg war die Kooperation stets eng und konstruktiv.»
Prof. Dr. Michael Kauffeld, Hochschule Karlsruhe (HKA)

OST Award für Nachhaltigkeit
Das OST-Team von SophiA wurde an den diesjährigen OST Awards mit dem «Best Sustainability Effort Award» ausgezeichnet. Die OST verleiht jedes Jahr Awards für herausragende Leistungen in unterschiedlichen Kategorien.

