Sprache

Willkommen im Kreis der globalen JBI-Zentren!

07.05.2026

Das OST-Kompetenzzentrum für Evidence-based Healthcare ist seit Januar 2026 Mitglied der internationalen «JBI Collaboration». Dies ist ein weltweites Netzwerk für forschungsgestützte Gesundheitsversorgung. Das erste JBI-Zentrum in der Ostschweiz wird einen zentralen Beitrag zur Unterstützung lokaler und nationaler Gesundheitsprioritäten leisten.

«Wir sind stolz, jetzt Teil des JBI1-Netzwerks zu sein – nachdem wir jahrelang in unserer Forschung und Lehre mit JBI-Tools gearbeitet haben», so Prof. Dr. Julian Hirt, Co-Direktor des neuen JBI Centre for Evidence-Based Healthcare Eastern Switzerland. Die JBI Collaboration umfasst weltweit über 90 Einrichtungen – darunter Universitäten, Spitäler, Gesundheitseinrichtungen, NGOs und Fachverbände in mehr als vierzig Ländern. Alle teilen die JBI-Mission: Global sollen Patientinnen und Patienten eine Versorgung auf der Basis der besten momentan verfügbaren Forschungsergebnisse erhalten – abgestimmt auf Bevölkerungsgruppen, Kulturen und Umgebungen. «In der Ostschweiz an der Grenze zu Österreich, Deutschland und Liechtenstein können wir ein strategischer Vorreiter der evidenzbasierten Versorgung sein», so Julian Hirt. Dabei werden die besonderen geografischen und sprachlichen Gegebenheiten der Region zur Geltung kommen. 

 

Multiplikatoren für Evidenzbasierung

Als Mitglieder sucht die JBI Cooperation innovationsstarke Institutionen – mit Forschungsaktivitäten, die eine messbare Wirkung zeigen. Die Bewerbung des Kompetenzzentrums hat die JBI-Jury überzeugt: «Unser Zentrum ist interprofessionell ausgerichtet – mit Pflege, Physiotherapie und Ergotherapie. Das Spektrum an Forschungsschwerpunkten ist breit: Dementia Care, Palliative Care, Onkologiepflege, Mental Health Care, Gesundheitsförderung und Rehabilitation. In unseren Studiengängen und Weiterbildungen sind wir Multiplikatoren für Evidenzbasierung. So können wir starke Kapazitäten aufbauen», betont die Co-Direktorin, Prof. Dr. Janine Vetsch. Zehn Mitarbeitende aus unterschiedlichen Gesundheitsfachbereichen bilden das «Core Team» des Zentrums (Kompetenzzentrum für Evidence-based Healthcare (EBHC) | OST).
In Forschung und Lehre wird das Team lokale, regionale und nationale Lücken schliessen – vor allem in den Bereichen Evidenzsynthese, Wissenstransfer und Implementierung. «Wir unterstützen Fachpersonen dabei, ihre Versorgungsprozesse an aktueller Evidenz und Leitlinien auszurichten. Zudem werden wir die Kluft zwischen Disziplinen und Sektoren überbrücken. Patienten, Angehörige und die Öffentlichkeit werden wir aktiv einbeziehen», so Janine Vetsch. 

Benefit für die Patientenversorgung

Für Fachpersonen im Gesundheitswesen stellt die JBI Cooperation weltweit Tools zur Verfügung – um die Wirksamkeit von Interventionen zu messen und nützliche Massnahmen in die Praxis einzuführen. Dieses Ziel wird das neue Zentrum unterstützen. Nutzerfreundliche Point-of-Care-Tools2 werden entstehen. Dadurch wird es einfacher, Forschungsergebnisse wirksam zu implementieren. 
Die Mitgliedschaft ermöglicht dem Team freien Zugang zu lizensierten JBI-Tools und einen exklusiven Austausch in global vernetzten Methodengruppen. 
Leitend für das Zentrum ist ein starkes Engagement für Gerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion – ausgerichtet an den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (SDGs). «Wir werden zur Stärkung der Evidenz-Systeme beitragen – insbesondere in unterversorgten Bevölkerungs-gruppen. Es ist uns wichtig, die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu beschleunigen – dort, wo es Patientinnen und Patienten einen direkten Nutzen bringt», unterstreicht Julian Hirt. 

 


1 Die Abkürzung «JBI» geht zurück auf den ursprünglichen Namen «Joanna Briggs Institute» mit Sitz an der Adelaide University (Australien). 

2 Point of Care-Tools sind Recherchequellen, die bereits gesammelte, ausgewertete und aufbereitete Forschungsergebnisse zur Beantwortung klinischer Fragestellungen enthalten. Dadurch haben Fachpersonen ohne hohen Zeitaufwand Zugang zu evidenzbasierten Informationen.