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Forschungsprojekt

PV-Fassaden – Städtische Fassaden für die Stromerzeugung nutzbar machen

Die Energiewende im Gebäudesektor stellt insbesondere Mehrfamilien- und Hochhäuser vor Herausforderungen. Mit fortschreitender Elektrifizierung von Wärme- und Mobilitätssystemen durch Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge steigt der Strombedarf. Dabei reicht die verfügbare Dachfläche typischerweise nicht aus, um diesen Bedarf durch Photovoltaik (PV) zu decken. Gleichzeitig liegt gerade bei diesen Gebäuden ein wenig ausgeschöpftes, jedoch sehr grosses Potenzial in der Fassade.

Im Gegensatz zu Dachanlagen können PV-Fassaden aufgrund der steilen Modulneigung auch im Winter einen relevanten Beitrag zur Energieversorgung leisten. Neue gesetzliche und regulatorische Instrumente wie der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), der virtuelle ZEV (vZEV) und lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) erhöhen zusätzlich die Attraktivität der Eigenstromnutzung für grössere Gebäude und Areale und machen damit die Nutzung der Fassaden attraktiver.

Die Anschubfinanzierung durch den IdS Klima und Energie soll zum Aufbau von drei Teilbereichen dienen. Zunächst soll ein KI-gestütztes Analysetool entwickelt werden, das städtische Daten, GIS- und 3D-Modelle auswertet, um bislang ungenutzte urbane Flächen («Un-Orte») mit Potenzial für Photovoltaik, Begrünung und klimawirksame Projekte zu identifizieren. Voll ausgebaut generiert das Tool automatisiert Potenzialanalysen, Visualisierungen und modulare Gestaltungsvorschläge zur Förderung einer klimaneutralen, lebenswerten Stadtentwicklung.

Daraus gewonnene Erkenntnisse zur Eignung und zu Anforderungen bestimmter Fassadenflächen sollen als Grundlage für die Entwicklung eines PV-Fassadensystems dienen. In einer standardisierten, aber dennoch individuell gestaltbaren Lösung sollen alternative Materialien zu den üblicherweise gläsernen Moduloberflächen geprüft und unter optischen Aspekten, Effizienz und Kosten optimiert werden. Dabei müssen diverse Faktoren wie Material-, Herstellungs-, Installations- und Wartungsaufwand, Transmissions- und Reflektionsverluste oder Langzeitstabilität berücksichtigt werden. 

Aktuell noch ein wesentliches Hemmnis für die Integration von Photovoltaik in Fassaden ist eine fehlende interdisziplinäre Zusammenarbeit. An der OST ist sehr viel Expertise in verschiedenen Einzelbereichen vorhanden, von der Technik über die Architektur bis zu Akzeptanz und Wirtschaftlichkeit. Darauf aufbauend soll ein Kompetenzzentrum für gebäudeintegrierte Photovoltaik (GIPV) entstehen, das dieses Wissen systematisch bündelt. Dieses soll sowohl intern wie extern wirken und so weitere Projekte in dem Bereich akquiriert und neue Dienstleistungen angeboten werden.

Kontakt: Evelyn Bamberger

Laufzeit: 01.03.2026 - 31.12.2026