Publikation
Socio-emotional well-being is associated with cognitive function and informant-rated cognitive decline: Results from the Harmonized Cognitive Assessment Protocol in Europe
Abstract
Ziel: Diese Studie untersucht, wie verschiedene Dimensionen des sozio-emotionalen Wohlbefindens mit der kognitiven Leistungsfähigkeit älterer Erwachsener zusammenhängen und ob diese Zusammenhänge je nach kognitivem Status, Depressivität und soziodemografischen Faktoren variieren.
Methoden: Es wurden Daten aus dem Harmonized Cognitive Assessment Protocol der Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe verwendet (n = 2’650; Durchschnittsalter = 76 Jahre; 54,5 % Frauen), um die Zusammenhänge zwischen Lebenszufriedenheit, Sinn im Leben, sozialer Verbundenheit und Einsamkeit mit globaler und domänenspezifischer kognitiver Leistungsfähigkeit sowie mit fremdbeurteiltem kognitivem Abbau zu untersuchen.
Ergebnisse: Lineare gemischte Modelle mit Personen, die innerhalb von fünf Ländern verschachtelt sind, zeigten, dass höhere Lebenszufriedenheit, mehr Sinn im Leben und stärkere soziale Verbundenheit mit besseren kognitiven Ergebnissen verbunden waren, während stärkere Einsamkeit mit schlechterer Leistung und stärkerem fremdbeurteiltem kognitivem Abbau assoziiert war. Die grössten Effektstärken zeigten sich für Sinn im Leben (Median β = .10) und Einsamkeit (Median β = −.09) über verschiedene kognitive Masse hinweg. Die Zusammenhänge blieben auch nach Kontrolle bekannter klinischer (z. B. Diabetes), verhaltensbezogener (z. B. körperliche Inaktivität) und psychologischer (depressive Symptomatik) Risikofaktoren für Demenz weitgehend bestehen. Moderations- und Sensitivitätsanalysen deuteten darauf hin, dass die Zusammenhänge mit globaler Kognition von der Einbeziehung von Teilnehmenden mit kognitiver Beeinträchtigung abhingen, während einige domänenspezifische Zusammenhänge (z. B. zwischen Einsamkeit und episodischem Gedächtnis) nur bei Personen ohne kognitive Beeinträchtigung beobachtet wurden. Insgesamt fanden sich nur begrenzte Hinweise auf Moderationseffekte durch kognitiven Status, Depressivität und Alter, und keine Moderation durch Geschlecht oder Bildung.
Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des sozio-emotionalen Wohlbefindens für das kognitive Altern und verdeutlichen die Notwendigkeit longitudinaler Forschung, um zugrunde liegende Mechanismen besser zu verstehen und gezielte Interventionen zu entwickeln.

