CAS Personzentrierte psychische Gesundheit

Soziale, psychologische und biologische Faktoren bestimmen den Grad der psychischen Gesundheit im Leben eines Menschen. Der CAS Personzentrierte psychische Gesundheit vermittelt Fachkräften die erforderlichen Kompetenzen, um die Lebenssituation von Personen mit psychischen Belastungen professionell einzuschätzen und geeignete Interventionen anzubieten.

Psychische Gesundheit wird nicht nur von der Fähigkeit beeinflusst, mit den eigenen Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen umzugehen oder mit anderen zu interagieren. Massgebend sind auch soziale, kulturelle, wirtschaftliche, politische und ökologische Faktoren wie Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie Unterstützung in der Gemeinschaft. 

Der Zertifikatslehrgang (CAS) Personzentrierte psychische Gesundheit fokussiert auf das holistische Erkennen und Verstehen der psychischen Gesundheit. Dabei erhält die Perspektive von Peers besondere Aufmerksamkeit, ebenso die Einschätzung und Förderung der Lebensqualität der Betroffenen. Zudem stehen Interventionen und Handlungsstrategien, die sich an der Lebenswelt der Betroffenen orientieren, im Vordergrund.

 

Auf einen Blick

Abschluss

Certificate of Advanced Studies CAS in Personzentrierte psychische Gesundheit (15 ECTS-Punkte)

Schwerpunkte

  • Psychopathologie erkennen und verstehen
  • Betroffene und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • Theorien und Methoden der Beratung: Motivational Interviewing

Nutzen

Die Teilnehmenden lernen, Herausforderungen zu erkennen, zu benennen und geeignete Interventionen in ihrer praktischen Arbeit  anzubieten. Zudem zeigt der Lehrgang auf, wie Fachpersonen Betroffene bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unterstützen können. 

Dauer

Berufsbegleitend während ca. 8 Monaten, 21 Präsenztage
(Anzahl Präsenztage variiert je nach Lehr- und Lernform. Verbindlich ist der aktuelle Terminplan.)

Kosten

CHF 7800 inkl. Unterlagen, Leistungsnachweisen und Zertifikat (Preisänderungen vorbehalten)

Zulassung

Anerkannter Tertiärabschluss, mehrjährige qualifizierte Berufserfahrung, Tätigkeit in einem entsprechenden Arbeitsfeld

Durchführungsort

Campus St.Gallen

Beginn

24. Oktober 2022

Der Zertifikationslehrgang widmet sich folgenden Themenschwerpunkten:

Modul 1 – Psychopathologie erkennen und verstehen  (5 ECTS, 7 Seminartage)

  • Modelle, Klassifikationen und Verläufe psychischer Krankheiten
  • Diagnostik und Therapie
  • Formen der psychiatrischen Behandlungsmöglichkeiten
  • Lebensbewältigungsstrategien im Kontext von Stress und psychischer Gesundheit
  • Psychopathologie nach AMDP
  • Psychopathologische Assessments mit Peers / Werkstätte Interprofessionell
  • Zusammenarbeit mit Menschen in kritischen Lebens- und Krankheitsphasen (Krisen und Suizidalität)

Modul 2 – Lebenswelten von Menschen mit psychischen Belastungen (5 ECTS-Punkte, 8 Seminartage)

  • Psychische Gesundheit und Recovery im Alltag von Betroffenen
  • Betroffene und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • Theoretische Grundlagen der Gesundheitsförderung und Prävention
  • Gelebte Erfahrung der Peers und Ganzheitlichkeit von Soma und Psyche
  • Stigma und Inklusion im Alltag von Betroffenen
  • Zentrale Problemstellungen im Fokus der psychischen Gesundheit
  • Gesellschaftliche Aufgaben und Verantwortung im Kontext der psychischen Gesundheit und berufsbezogene Auseinandersetzung mit Grundwerten
  • Angehörige psychisch erkrankter Menschen
  • Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit ,Planung von Konzepten, Botschaften und Zielgruppen finden, Nachrichten erzeugen 

Modul 3 – Methoden der Beratung: Motivational Interviewing (5 ECTS, 7 Seminartage)

  • Grundhaltung, Prinzipien, Prozesse und Basis-Methoden (offene Fragen und aktives Zuhören) des Motivational Interviewing
  • Phasen der Motivation, Basis-Methoden (Wertschätzung), Geschmeidiger Umgang mit Widerstand
  • Basis-Methode (Info & Rat anbieten, Zusammenfassung), Einführung Change Talk
  • Vertiefung Change- und Confidence Talk, sustain und discord Talk erkennen und reduzieren
  • Ambivalenz explorieren und abbauen, heikle Themen ansprechen
  • Vertiefung MI-Prozesse, Förderung von Verhaltensänderung und Zielpsychologie
  • Fall- und Anliegenbearbeitung mit MI, Integration in unterschiedliche Arbeitsfelder

Dieser Lehrgang schliesst mit mindestens einem Leistungsnachweis ab.

Zielgruppe

Dieser Lehrgang richtet sich an folgende Berufsgruppen:

  • Diplomierte Pflegefachpersonen auf Tertiärstufe
  • Ärztinnen und Ärzte
  • Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
  • Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter
  • Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater
  • Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten
  • Aktivierungstherapeutinnen und Aktivierungstherapeuten
  • Seelsorgerinnen und Seelsorger
  • Peermitarbeitende, die beispielsweise im Langzeit- und Behindertenbereich arbeiten oder in der Spitex, in Spitälern, Kliniken und Bildungsinstitutionen tätig sind

Zulassung

Zugelassen sind Personen

  • mit einem anerkannten Tertiärabschluss (Universität, Fachhochschule, Höhere Fachschule – z.B. Diplom in Gesundheits- und Krankenpflege – sowie Berufsprüfung oder Höhere Fachprüfung);
  • mit qualifizierter Berufserfahrung;
  • mit einer Tätigkeit in einem Arbeitsfeld, in dem sie das Gelernte umsetzen können (Prinzip Transferorientierung).

Bewerberinnen und Bewerber, die über andere, vergleichbare Abschlüsse und entsprechende Berufserfahrung verfügen, können auf Basis einer individuellen Prüfung des Dossiers aufgenommen werden. 

Die Absolventinnen und Absolventen

  • sind in der Lage, begünstigende Faktoren zur Entstehung, Klinik und zum Verlauf affektiver Erkrankungen, Psychosen und Persönlichkeitsstörungen zu differenzieren;
  • kennen Assessmentinstrumente für Menschen mit psychischen Störungen und können deren Anwendung in der Arbeitspraxis fachlich begründen;
  • sind vertraut mit evidenzbasierten medizinisch-therapeutischen Interventionen o.g. pathophysiologischen Veränderungen und Krankheitsbildern und können Schlussfolgerungen für ihre Arbeitspraxis ableiten;
  • sind fähig, eine psychopathologische Erhebung nach AMDP zu differenzieren und einzusetzen;
  • können mittels Workshops mit Peers ein psychopathologisches Assessment nach AMDP erheben und wahrgenommene Phänomene sowie subjektive Aussagen dokumentieren;
  • verstehen zentrale Problemlagen der Gesundheitspolitik und können aktuelle Fragestellungen und Entwicklungen mit diesen zentralen Problemlagen verbinden;
  • diskutieren die jeweiligen Zuständigkeiten (z.B. zwischen Krankenkassen, Sozialämtern, Ärzten, Sozialarbeiter, Physiotherapie) und können ihr konkretes berufliches Handeln daran ausrichten;
  • entwickeln ein Verständnis über den gesellschaftlichen Auftrag ihrer Berufsgruppe im Bezug zur psychischen Gesundheit;
  • führen Entwicklung und Bewertung einer Strategie zur Förderung der öffentlichen psychischen Gesundheit oder für die Antistigmaarbeit durch und publizieren diese;
  • können Hintergrundwissen zum MI für ihre Praxis reflektieren;
  • differenzieren, in welchen Situationen MI sinnvoll eingesetzt werden kann;
  • sind fähig, MI aus der eigenen Erfahrung heraus zu verstehen und sie in der praktischen Arbeit anzuwenden. 

Sind Sie unsicher, ob diese Weiterbildung zu Ihnen passt? Wir beraten Sie gerne: kostenlos und unverbindlich.

Prof. Dr. Manuel P. Stadtmann

Departement Gesundheit Leiter Kompetenzzentrum Psychische Gesundheit

+41 58 257 14 04 manuel.stadtmann@ost.ch

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